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Erste Praxen im Ärztehaus saniert

Grimmen Erste Praxen im Ärztehaus saniert

Bis Ende 2018 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein, einschließlich des Außengeländes.

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Schwester Kathleen Müller im neu gestalteten Wartebereich der Gemeinschaftspraxis Kümmel im Ärztehaus. FOTOS. REINHARD AMLER

Grimmen. Andreas Kümmel freut sich. Seine Praxis, die er gemeinsam mit seiner Frau Petra in der ersten Etage des Grimmener Ärztehauses in der Carl-von-Ossietzky-Straße betreibt, ist nämlich eine der ersten, die jetzt saniert worden ist. „Wir hatten im August Urlaub und die Praxisschlüssel gleich an die Handwerker weitergegeben“, erklärt der Internist. „Als wir wiederkamen, waren alle Arbeiten erledigt.“

OZ-Bild

Bis Ende 2018 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein, einschließlich des Außengeländes.

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„Die Praxisräume hatten neue Fußböden, moderne Heizkörper waren installiert und das Wichtigste: Es gab nagelneue Toiletten“, bringt der Mediziner, der seit sieben Jahren im Ärztehaus praktiziert, das Sanierungsergebnis auf den Punkt. „Die alten Toiletten waren noch der 1970-er-Jahre-Standard. Da liegen jetzt Welten zwischen. Wir sind sehr zufrieden“, so Andreas Kümmel, der vorher skeptisch war.

Zufrieden können auch die Patienten sein. Denn ihnen steht nun in der Kümmel-Praxis auch ein großzügiger Wartebereich zur Verfügung. Die Toiletten sind nicht mehr außerhalb. Dafür wurde erweitert und umgebaut. „Die Praxis ist dadurch etwas größer geworden“, sagt Kümmel. Genau 50 Quadratmeter. Die wurden gewonnen, weil ein Teil des Flures jetzt mitgenutzt wird. Und der Arzt fügt noch hinzu, dass mit der Diplom-Medizinerin Kathrin Schulze eine weitere Allgemeinärztin sein Team verstärke. Neu im Ärztehaus ist auch eine Jugendtherapeutin, die Räume bezogen hat.

Kümmels Praxis ist aber nicht die einzige, die im Sommer ein neues Outfit bekam. „Insgesamt haben wir fünf Praxen fertiggestellt“, sagt Herbert Hillebrand. Der Unternehmer aus Hennef in Nordrhein-Westfalen ist seit Jahresbeginn der neue Besitzer des Ärztehauses. Er hat es vom Landkreis Vorpommern-Rügen erworben, weil der sich nicht in der Lage sah, die dringend notwendigen Investitionen in dem maroden Gebäude durchzuführen. Noch bis heute gibt es hier Toiletten mit Spülkasten und Strippe, im Keller des Hauses wölbt sich der Fußbodenbelag. Türen, Treppen und der Fußboden im Foyer erinnern stark an längst vergangene DDR-Zeiten. In die Schlagzeilen war das Ärztehaus im Sommer 2016 gleich zweimal hintereinander geraten, als ältere Menschen im Fahrstuhl stecken blieben. Weil hier eine Gefahr für Leib und Leben bestand, hatte der Landkreis noch vor dem Verkauf der Immobilie an Hillebrand den Lift sanieren lassen, nachdem sich der Landrat vor Ort ein Bild von den Zuständen gemacht hatte.

Wie der neue Eigentümer berichtet, soll es nun schrittweise weitergehen mit der Sanierung des Ärztehauses. Zehn Praxen kämen noch an die Reihe, berichtet Hillebrand. Anschließend soll auch die Fassade der 1974 an den Kreis Grimmen übergebenen Poliklinik erneuert werden. Sie hat derzeit keine Dämmung.

„Alle Flachdächer der nachträglich errichteten Anbauten werden zudem begrünt“, sagt Hillebrand. Das diene auch dazu, Wärme von der Sonnenseite des Gebäudes aufzunehmen, denn hier werde es im Sommer immer heiß, erläutert er. Man könnte zwar Klimaanlagen einbauen, aber die würden 18000 Euro pro Praxis kosten. Das sei zu teuer. Hillebrand will eigenen Angaben zufolge nämlich die Mieten für die Praxen auch nach der Modernisierung moderat halten und nennt sechs Euro pro Quadratmeter. Im Gegenzug schließt er mit allen Ärzten längerfristige Mietverträge ab. „Sie behalten aber die Option, auszusteigen, wenn sie ihre Praxis aus Altersgründen aufgeben wollen“, fügt er hinzu. Viele der Ärzte haben ein entsprechendes Alter schon erreicht.

Das Erd- und das Obergeschoss seien voll vermietet, erklärt Hillebrand. Freie Kapazitäten gebe es noch im Souterrain. „Da will so recht keiner rein“. Die dort beheimatete Physiotherapie würde aber bleiben. Dort steht die Sanierung noch bevor. Das gilt auch für den Eingangsbereich und das Treppenhaus. Im ersten Obergeschoss soll noch in diesem Jahr mit der Sanierung des Flures begonnen werden. Hier wird alles in Granit gehalten.

Für die Fertigstellung des Ärztehauses nennt Hillebrand als Termin Ende 2018. Bis dahin soll dann auch der Außenbereich neu gepflastert sein. Hier entstehen weitere Parkplätze. Hillebrand nennt die Zahl 40. Außerdem wird vor dem Eingang eine s 40 Meter lange Rampe errichtet, auf der Rollstuhlfahrer bis ins Erdgeschoss vor den Fahrstuhl gelangen. Bislang gibt es für sie nur einen Zugang über eine Hintertür. Hillebrand sagt, dass es viele Gespräche mit den sich im Hause befindlichen Ärzten gegeben habe. Anfangs hätte bei ihnen Skepsis überwogen. Die sei jetzt aber bei vielen gewichen.

Ärztehaus

Das Ärztehaus wurde am 9. Dezember 1972 als Kreispoliklinik für den Kreis Grimmen eröffnet. Die dort angestellten Ärzte mussten nach der Wende 1990 in die Niederlassung gehen, konnten aber zumeist im Haus verbleiben. 1994 ging die jetzt als Ärztehaus firmierende Immobilie in den Bestand des Landkreises Nordvorpommern über, der 2011 in Vorpommern-Rügen aufging.

Ins Haus wurde nicht investiert. Es blieb beim Erledigen dringendster Reparaturen.

Bewegung kam 2016 in die Sache, als zwei ältere Patienten nacheinander im Fahrstuhl stecken blieben. Die OZ hatte ausführlich darüber berichtet und dabei auch auf den Zustand des Hauses hingewiesen.

Reinhard Amler

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