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Erstes Mühlenfest kommt gut an

Bretwisch Erstes Mühlenfest kommt gut an

Besucher nutzen die Möglichkeit, sich in Bretwisch über Historisches und auf dem Bio-Hof zu informieren

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Über den Steinkran in der Bretwischer Mühle konnte Lothar Käding (r.) den Besuchern viel erzählen. Fotos (3): Walter Scholz

Bretwisch. Erstmals beim Deutscher Mühlentag dabei war gestern Lothar Käding mit seiner Motormühle in Bretwisch. Der gebürtige Bretwischer wohnt zwar mittlerweile in Berlin, aber die Mühle – viele Jahrzehnte im Besitz der Familie – ist ihm doch sehr ans Herz gewachsen. „Es geht mir einfach darum, dieses Stück Geschichte auch für künftige Generationen zu erhalten", sagte Lothar Käding, der 2015 Mitglied im Mühlenverein von Mecklenburg-Vorpommern wurde.

OZ-Bild

Besucher nutzen die Möglichkeit, sich in Bretwisch über Historisches und auf dem Bio-Hof zu informieren

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Gestern gab es nun das erste „Hof-und Mühlenfest, denn auch der Bio-Hof Kampe, der sich seit zwei Jahren auf dem gleichen Familiengrundstück befindet, öffnete seine Türen. Das Interesse an diesem Tag war riesengroß. Bereits um 10 Uhr nahmen mehr als 40 Besucher, darunter auch viele Kinder, an der ersten Führung durch das dreistöckige Mühlengebäude teil. „Die Mühle soll um 1860 als Windmühle errichtet worden sein. Warum sie 1917 abgebrannt ist, konnte bis heute nicht ermittelt werden“, erzählte Lothar Käding.

Ein kleines Modell der Windmühle kann man heute noch besichtigen. Einige Jahre später wurde dann an gleicher Stelle die Motormühle von Loitzer Mühlenbauern errichtet. Karl und Minna Käding machten sich sehr bald einen Namen mit ihrer Getreidemühle in der viel Weizen aber auch Roggen verarbeitet wurde. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Mühle an Otto Lichtfuß verpachtet, der 1958 jedoch plötzlich verstarb. So wurde sie dann von Bruno Käding bis Anfang der 70er-Jahre weiter betrieben, mit der Maßgabe der Verschrotung von Getreide. 1972 dann war endgültig Schluss.

Zum Mühlenfest hatte man extra noch einen Zeitzeugen eingeladen: Der Rakower Kurt Ottoson (90) arbeitete zehn Jahre lang in der Mühle. „Ich habe hier 1940 angefangen, kam aber dann später zum Arbeitsdienst und musste Soldat werden. Nach der Kriegsgefangenschaft habe ich hier wieder gearbeitet. Auch meine Schwester Käte war hier tätig“, berichtete der Senior. Von 6 bis 18 Uhr wurde damals gearbeitet und Kurt Ottoson meinte, dass es für die damalige Zeit hier eine ganz moderne Technik gab. Getreide, welches aus der Umgebung kam, wurde verarbeitet und Mehl ging auch an den Bretwischer Bäcker. Beim Rundgang erklärte Lothar Käding die einzelnen Arbeitsgänge von der Anlieferung über die Sechskantsichter, wo das Korn vom letzten Staub befreit wurde bis hin zum Steinkran, wo der Mahlprozess begann. Über eine Tonne wogen die Mahlsteine. Sie in die erste Etage der Mühle zu bringen, war eine sehr schwere Arbeit. Da die Mahlsteine oft nachgeschärft werden mussten, war wieder viel Kraft notwendig um den Mahlstein vom Unterstein zu trennen. Ohne den Steinkran kaum zu bewältigen.

Der Hobbymüller Lothar Käding verstand es gestern sehr gut, die schwere Arbeit von damals noch einmal deutlich zu machen. An vielen Gerätschaften waren zudem Informationstafeln angebracht. „Mein Schwiegervater kam mit dem Pferdegespann immer aus Jahnkow hierher um Getreide zu schroten. Da die Pferde sehr stürmisch waren, mussten die drei Töchter immer mitfahren für den Fall, dass die Rösser nicht zu bändigen waren“, erinnert sich Annemarie Wittenborn (83), eine weitere Zeitzeugin.

Ob es nun regelmäßig Führungen durch die Mühle geben wird, ist noch nicht entschieden. Lothar Käding ist noch in Berlin im öffentlichen Dienst tätig. Vielleicht wird die Mühle auch mal wieder arbeiten, wenn es gelingt, den Motor in Gang zu bringen.

Großes Interesse hatten die Besucher auch am Bio-Hof gleich neben der Mühle. Auch dort gab es Führungen. Auf 1400 Quadratmeter wachsen im Gewächshaus unter anderem gegenwärtig 22 Tomatensorten. „Wir werden in knapp vier Wochen mit der Ernte beginnen können“, sagte Uwe Fock. Stangenbohnen werden schon geerntet genau wie Gurken, Möhren, Radieschen, Zucchini oder Mangold. Natürlich gab es auch ein großes Angebot an Pflanzen für das eigene Gewächshaus.

Zu haben waren auch Bio-Produkte aus dem Alten Pfarrhof Elmenhorst, die AWO Grimmen hatte ein Kuchenbüfett aufgebaut und natürlich gab es auch deftiges Mittagessen aus der Gulaschkanone von Manfred Vendt. Richtige Stimmung machte die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr aus Zarrentin. „Toll diese Resonanz. Damit hätte ich nicht gerechnet“, meinte der Bretwischer Bio-Hof-Betreiber Hans Kampe.

Walter Scholz

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