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Es fehlt an warmen Schuhen für den Winter

Grimmen Es fehlt an warmen Schuhen für den Winter

Im Sozialkaufhaus Grimmen und der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes sind derzeit wieder Wintersachen gefragt / Einrichtungen sind auf Spenden angewiesen

Grimmen. Im Bücherregal des kleinen Ladens an der Greifswalder Chaussee stapeln sich Romane und Kinderbücher, auf dem Tisch wurden drei alte Röhrenfernseher platziert.

Daneben steht ein Karton mit Stofftieren. „Das sind alles Spenden. Gut erhaltene Waren, die nicht mehr gebraucht werden“, sagt Lydia Woronin, Mitarbeiterin des Sozialkaufhauses vom Arbeits- und Strukturförderverein Vorpommern. „Das ist alles noch gut erhalten. Es gibt hier immer mehr Bedürftige, die sich darüber freuen.“

Zurzeit ist die 56-Jährige vor allem damit beschäftigt, Winterkleidung in die Regale zu räumen. „Es ist kalt geworden. Warme Sachen sind begehrt“, sagt sie. Ihre Kollegin Beatrix Gauer legt einen Pullover zusammen. „Die Sachen haben wir bereits im Frühjahr bekommen, als viele ihre Schränke ausgeräumt haben“, sagt die 37-Jährige. „Jetzt werden uns eher wieder die nicht benötigten Sommersachen gebracht.“

Für diejenigen, die größere Waren abgeben möchten, bietet das Sozialkaufhaus einen Transport an. „Teilweise können wir komplette Einbauküchen abholen. Es ist schön, wie groß die Hilfsbereitschaft ist“, sagt Woronin. „Aber die Spenden werden weniger. Viele haben selbst kaum was.“ Zwischen zwei und zehn Kunden kaufen täglich bei den Frauen ein.

Eine von ihnen ist Gertrud Münds. Regelmäßig kommt sie zum Sozialkaufhaus. „Am Anfang hatte ich schon ein paar Hemmungen, hier einzukaufen“, sagt die ehemalige Krankenschwester. „Aber mittlerweile komme ich gern. Hier habe ich die Möglichkeit, trotz kleiner Rente gut einkaufen zu können.“ Die 67-Jährige hat Enkel und bereits Urenkel. „Denen bringe ich gern mal ein Spielzeug oder Kleidung mit“, sagt die Seniorin. „Ich schaue auch schon nach Weihnachtsgeschenken.“ An diesem Tag kommt sie jedoch, um einen Wintermantel für sich zu kaufen. „Ich hoffe, ich bin nicht zu spät“, sagt die Kundin.

„Es ist kalt draußen.“

Die Seniorin hat Glück. Zwischen den Anoraks und Jacken findet sie einen schwarzen Mantel. „Der ist super erhalten und kostet nur fünf Euro“, freut sie sich. Schlechter als bei den Mänteln sieht es allerdings bei den Winterschuhen aus. „Davon bekommen wir nur sehr wenig Spenden“, sagt Beatrix Gauer. „Wir hoffen, dass noch etwas nachkommt. So kommen wir nicht über den Winter.“

Eine ähnliche Beobachtung macht Angelika Liebeskind von der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). „Schuhe und Stiefel halten oft nur ein oder zwei Winter“, erklärt die 62-Jährige. „Dann müssen sie weggeschmissen werden und können nicht gespendet werden.“ Ansonsten ist die Grimmenerin zufrieden mit der Spendenbereitschaft in der Stadt. „Wir leeren wöchentlich unsere vier Container und zu 99 Prozent sind sie gut gefüllt“, sagt sie. „Das, was wir derzeit hier haben, reicht nicht, aber zum Glück kommt immer neue Ware nach.“

Für eine Spende in Höhe von einem Euro pro Kleidungsstück können Bedürftige in der Kleiderkammer einkaufen. Doch nicht alles wird ihnen angeboten. „Die Kleidung sollte natürlich heil und zeitgemäß

sein“, sagt Liebeskind. „Auch diejenigen, die auf Kleiderspenden angewiesen sind, sollen sich wohlfühlen.“

In die Einrichtung dürfen Menschen kommen, die bedürftig sind. „Einen Nachweis verlange ich nicht. Vielen fällt es schon schwer genug, auf Spenden angewiesen zu sein“, betont die Mitarbeiterin des DRK. „Man muss sich auch in die Menschen hineinversetzen. Wer zu uns kommt, ist bedürftig.“

Vor zwölf Jahren ist Liebeskind zur Kleiderkammer gekommen. „Ich habe immer gern mit Menschen gearbeitet und mag es, zu helfen“, erklärt sie. „Viele kommen auch einfach her, um zu reden oder sich einen Rat zu holen.“

Katharina Ahlers

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