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Grimmen „Es ist ein Fass ohne Boden“
Vorpommern Grimmen „Es ist ein Fass ohne Boden“
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00:00 09.05.2017
Die Lehrlinge John Martens (v.) und Paul Sellenthin holen alte Reifen, Kanister, Eimer und weiteren illegal entsorgten Müll aus dem Wald Barnekow.
Abtshagen/Poggendorf

Zwei randvolle Container mit Müll, insgesamt 60 Kubikmeter – das ist die Bilanz der Müllsammelaktion in den Forstrevieren Abtshagen, Sieverts-

Mitarbeiter der Forst sammeln Müll / Zwei große Abfall-Container randvoll

hagen, Barnekow, Bremerhagen und Segebadenhau.

„Es ist jedes Jahr das Gleiche“, schimpft Ralf Sodmann. Mit den Lehrlingen war der Forstwirtschaftsmeister in den Revieren Sievertshagen, Barnekow und Abtshagen unterwegs. Innerhalb kürzester Zeit war ein großer Container voll. „Wellasbestplatten, Dachpappe, Renovierungsmüll, alte Matratzen, eine Fritteuse, Gartenabfall“, zählt er auf. Alles Dinge, die entsorgbar sind bei Abfallwirtschaftsbetrieben. „Doch die Leute fahren ihren Dreck lieber in den Wald, als ihn anständig zu entsorgen“, sagt Sodmann und schüttelt den Kopf.

In Segebadenhau und Bremerhagen dasselbe Spiel: „Alte Farbeimer, Plastikmüll, alte Autoreifen, Fernseher, Kinderwagen und -sitze – wir finden alles im Wald“, sagt Hubert Schuck. Der Mitarbeiter des Forstamtes war mit drei Ein-Euro-Jobbern unterwegs. „Und kaum hatten wir alles aufgesammelt, lag schon wieder was da. Wir könnten rund um die Uhr Müll aufsammeln, es ist wie ein Fass ohne Boden“, sagt er kopfschüttelnd. Weshalb Leute keine Zeit haben, ihren Abfall zur nächsten Entsorgungsstelle zu bringen, wohl aber damit in den Wald fahren können, sei ihm schleierhaft.

Christian Schulz zuckt ebenfalls nur die Schultern. „Seit vor einiger Zeit die Müllgebühren angehoben wurden, landet wieder mehr Abfall im Wald“, so die Erfahrung des Sachbearbeiters, der in diesem Jahr zwei Container, je 30 Kubikmeter Fassungsvermögen, von der Firma Döring in Grimmen für den illegal entsorgten Müll geordert hat. Vor gut vier Jahren habe die Forst eine Vereinbarung mit dem Landkreis Vorpommern-Rügen geschlossen – die Forstmitarbeiter sammeln den Müll, der Landkreis trägt die Kosten der Entsorgung. „Das funktioniert prima“, sagt Schulz. Leider, so Christian Schulz, sei der Landkreis der einzige, mit dem es eine solch gute Zusammenarbeit gebe. In Vorpommern-Greifswald tue man sich zum Beispiel in dieser Hinsicht schwer.

Für illegale Müllentsorgung können Strafen zwischen fünf und 5000 Euro verhängt werden. Allerdings müssen die Täter auf frischer Tat ertappt werden, was selten gelingt. „In diesem Jahr konnten wir aber einen Fall illegaler Müllbeseitigung an die Rechtsabteilung weitergeben“, erzählt Schulz. In einem Revier seien neben einem Kindersitz auch ein Kinderportemonnaie mit Namen sowie Rechnungen inklusive Anschrift gefunden worden. Der Fall wird von den Justiziaren nun geprüft.

Claudia Noatnick

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