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Grimmen „Es ist eine Sprache mit vielen Geheimnissen“
Vorpommern Grimmen „Es ist eine Sprache mit vielen Geheimnissen“
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04:16 12.04.2013
Petra Schwaan-Nandke hatte in Grimmen 2012 die Titelrolle bei der großen Revue rund um Leben und Werk der Dichterin Martha Müller-Grählert. Quelle: raik mielke

Grimmen Eine Reihe von Plattdeutsch-Nachmittagen an der Kreisvolkshochschule wird derzeit von Petra Schwaan-Nandke gestaltet. Wir unterhielten uns mit der 48-Jährigen aus Wilmshagen über ihre Gedanken zum Thema Plattdütsch:

OSTSEE-ZEITUNG: Was fasziniert Sie an der plattdeutschen Sprache?

Petra Schwaan-Nandke: Dass es fast eine Geheimsprache geworden ist. Die versteht nicht jeder. Leider gibt es immer weniger Menschen, die mit Plattdeutsch aufgewachsen sind. Und die Jüngeren trauen sich oft nicht, Platt zu sprechen. Mit Geheimsprache meine ich aber auch, dass sie viele Geheimnisse hat. Woher kommen Wortschöpfungen. Wobei ich für mich sagen muss: Ich benutze die Sprache, aber ich erforsche sie nicht.

OZ: Woher kommt Ihr Interesse an Platt?

Schwaan-Nandke: Wir waren zu Hause ein Mehrgenerationenhaus, mein Großvater konnte nur Platt. Ich bin sozusagen zweisprachig aufgewachsen. Und ich war immer gut im Auswendiglernen. Diese Gabe hat sich erhalten. Bei Veranstaltungen bin ich deshalb sehr schnell, Platt ins Hochdeutsche zu übersetzen.

OZ: Können Sie sich an Ihren ersten Auftritt up Platt erinnern?

Schwaan-Nandke: Da war ich sieben. Auf Anregung von Alfred Jesse bin ich bei einer Veranstaltung der Feuerwehr in Horst aufgetreten und habe Gedichte aufgesagt.

OZ: Bei welchen Veranstaltungen vertellen Sie heute Platt?

Schwaan-Nandke: Das ist ganz unterschiedlich. Letztens war ich auf dem Gutshof in Behnkenhagen, das war sehr gut. Bei solchen Veranstaltungen nehme ich die Dichter und Denker und erzähle dazwischen das Hier und Jetzt. Tradition ist, dass es zum Schluss immer ein und dasselbe Gedicht gibt.

OZ: Worum geht‘s darin?

Schwaan-Nandke: Reden Sie öfter Platt.

OZ: Haben Sie ein Lieblingsstück up Platt?

Schwaan-Nandke: Ich mag alles Moderne, auf Plattdeutsch umgemünzt. Sogar Dario Fo haben wir schon auf diese Weise gebracht. Auf diese modernen Sachen stehe ich persönlich ganz doll.

OZ: Was kann man up Platt besser ausdrücken als hochdeutsch?

Schwaan-Nandke: Schimpfwörter. So etwas klingt durch die plattdeutsche Blume plötzlich viel besser. Und es wird einem auch nicht so übel genommen.

OZ: Wie steht‘s in puncto Platt mit dem Nachwuchs?

Schwaan-Nandke: Welcher Nachwuchs? Kollegen meiner Couleur gibt es nicht mehr viele.

OZ: Das heißt, Platt wird zu wenig vermittelt?

Schwaan-Nandke: Leider ist mit dem Potenzial, das es vor Jahren auch noch gab, nur halbherzig umgegangen worden. Klar gibt es immer wieder Leuchttürme. Aber für den Erhalt einer Sprache reichen Leuchttürme nicht aus. Das gleicht nicht aus, was verloren gegangen ist. Für viele Menschen ist Platt nicht mehr Wurzel und Identität.

Treff am 7. Mai
4 Veranstaltungen gibt es innerhalb der Veranstaltungsreihe Plattdeutsch an der Kreisvolkshochschule in Grimmen. Drei sind bisher gelaufen.

Die vierte und letzte Runde gibt es am 7. Mai um 16 Uhr. Das Motto lautet dann: Wat seggt nu blots een Minsch dortau.

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