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Grimmen Falkenhagen: Ein Dorf, das immer jünger wird
Vorpommern Grimmen Falkenhagen: Ein Dorf, das immer jünger wird
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00:45 16.04.2018
Mein Sohn Harro ist elf Wochen alt. Er ist Falkenhagens jüngster Einwohner.Katharina Wolff Lehrerin aus Falkenhagen

Das kleine Dorf Falkenhagen in der Gemeinde Sundhagen ist quicklebendig. Vor einem Haus stehen die Nachbarn und führen einen Plausch, Mutter und Oma spazieren mit Kinderwagen und Hund entlang der Dorfstraße, ein Anwohner sitzt in seinem Garten in einem Liegestuhl und genießt die frische Luft. Eines fällt schnell auf:

Es sind viele junge Gesichter. Während viele Dörfer in Vorpommern zunehmend vergreisen, wird Falkenhagen immer jünger.

Nach dem Spaziergang kommen Katharina Wolff und ihre Mutter Ilona Hahn zurück zum Haus der Wolffs. Im Kinderwagen liegt der kleine Harro. Mit gerade erst elf Wochen ist Wolffs Sohn der jüngste Bewohner von Falkenhagen. Insgesamt gebe es im Dorf elf Kinder, zählt Wolff nach. Und das bei nur etwa 80 Einwohnern. Einige Jahre lebte Wolff in Stralsund, es war für sie jedoch immer klar, dass sie zurück nach Falkenhagen gehen würde. „Gleich dort wohnen meine Eltern“, zeigt die 32-Jährige auf das Nachbarhaus. Ein bisschen weiter die Straße herunter wohnt die Tante ihres Vaters, Ursula Rickert.

Die 87-Jährige freut sich ebenfalls über so viel Nachwuchs im Dorf. „Alte Leute“ gebe es im Dorf kaum, sagt sie. Katharina Wolff fasst zusammen: „Wir sind eine große Familie und fühlen uns sehr wohl hier zusammen.“

Ihr Vater, Hajo Hahn, bewertet die Entwicklung des Dorfes positiv. „Die Verjüngung tut nicht nur dem Dorf gut, sondern der ganzen Region.“ Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Sundhagen und heutige Amtsvorsteher ist vor 23 Jahren hier mit seiner Familie sesshaft geworden. Doch seine Verbindung zu Falkenhagen reicht tiefer: In seinem Haus lebte schon seine Großmutter, sein Onkel hat es ihm überschrieben. „In den letzten fünf Jahren wurden im Dorf vier neue Häuser gebaut“, erzählt der 54-Jährige. Eine neue Generation wachse heran, die zum großen Teil vorhat, hier zu bleiben. Es kommen aber auch neue Leute ins Dorf. „Falkenhagen ist sehr attraktiv, weil das Dorf ziemlich mittig zwischen Stralsund und Greifswald liegt. Der Arbeitsweg ist also kurz.“ Ihm, als Handwerker für Heizung, Lüftung und Sanitär, kommt die verkehrstechnisch gute Lage ebenfalls zugute. Auch das renovierte Gutshaus am Dorfeingang habe dem Ruf des Dorfes genutzt, erzählt Hahn. Früher habe kaum einer gewusst, wo Falkenhagen liegt, doch heute höre er immer häufiger von Leuten „Ach, das ist doch da beim Schloss!“, Tochter Katharina arbeitet als Lehrerin an einer Gesamtschule in Stralsund. Dort hat sie auch ihren Ehemann Erik Wolff kennengelernt. „Ich bin wegen meiner Frau nach Falkenhagen gezogen“, erzählt er.

Der 34-jährige Vermessungsassistent arbeitet gerne im Garten und genießt die Ruhe – ihr Haus liegt in einer Sackgasse. „In der Stadt stehen die Häuser dicht an dicht, sodass jeder deinen Schlüpper sieht, wenn du durch die Wohnung läufst. Das muss nicht sein“, sagt er.

Zwar gibt es im Dorf weder einen Konsum noch eine Schule, doch die Anwohner scheint es nicht zu stören. Das größere Reinberg liegt nur wenige Autominuten entfernt. „Im Sommer können die Kinder auch mit dem Fahrrad zur Schule fahren“, sagt Katharina Wolff. Häufig treffe man sich im Dorf, um gemeinsam zu feiern oder zu grillen.

Schloss und Park wieder in ganzer Pracht

Das Herrenhaus Falkenhagen nennen alle im Dorf einfach „Schloss“. Das historische Gebäude wurde ab den Fünfzigerjahren durch die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft genutzt. Der Zustand des einst prachtvollen Hauses wurde immer maroder. Es wurde lange als Wohnraum genutzt, ehe das Gutsensemble 2010 an Dr. Julius Budde und Günter Budde-Heinen verkauft und anschließend umfangreich und denkmalgerecht für private Nutzung saniert wurde. Diese in ganz Mecklenburg-Vorpommern einmalige Anlage wurde mit der Denkmalplakette des Landes gewürdigt. FOTOS (4): ALEXANDER SALENKO

Alexander Salenko

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