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Grimmen Den Falkenhagenern stinkt es
Vorpommern Grimmen Den Falkenhagenern stinkt es
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12:39 11.01.2019
Arbeiten im Kompostwerk Reinberg. Quelle: Alexander Mueller
Falkenhagen

Idyllisch ist der Weg von Reinberg nach Falkenhagen. Kurz vor dem kleinen Dorf am Strelasund fallen die scheinbar unzähligen Vögel auf: Vor allem kreischende Krähen bevölkern Straße, Felder und die angrenzenden Büsche. Und dann ist er auch schon da – ein fieser Fäulnisgeruch, der über dem Gebiet steht.

Falkenhagen geht es nur gut bei Ostwind, aber dann stinkt es in Reinberg“, sagt Julius Budde, der gleich am Ortseingang wohnt und gemeinsam mit anderen Falkenhagenern eine Bürgerinitiative gegründet hat, um sich gegen die Emissionbelästigung aus dem Kompostwerk Reinberg zu wehren.

Das Kompostwerk gehört der Ostmecklenburgisch-Vorpommersche Verwertungs- und Deponie GmbH (OVVD), die es erworben hat, um die Verarbeitung des Bioabfalls, der durch die 2016 flächendeckend eingeführte Biotonne in Vorpommern-Rügen anfällt, sicherzustellen. „Die Reinberger Anlage ist in der Lage, 20000 Tonnen Bioabfall zu hochwertigem Kompost zu verarbeiten“, heißt es auf der Internetseite der OVVD. Der Landkreis Vorpommern-Rügen mit dem Kompostwerk Reinberg stelle für die OVVD eine Pilotanlage dar, in der die Entwicklung der Bioabfallmengen für das Gesellschaftsgebiet der OVVD planungssicher ermittelt werden könne.

„Das Kompostwerk hat uns in Falkenhagen schon immer Probleme bereitet“, sagt Hajo Hahn, ebenfalls Einwohner des Ortes und Amtsvorsteher im Amt Miltzow. Mit der Übernahme durch die OVVD – einer Gesellschaft der Landkreise Mecklenburgische Seenplatte, Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen – und der Einführung der Biotonne sei es nicht besser geworden, der üble Geruch habe sogar zugenommen. „Ich komme dort täglich mehrmals vorbei, die Krähen haben sich massiv vermehrt, und sie schleppen alles Mögliche von der Deponie“, erzählt Hahn. Knochenreste, riesige Fladen Abfalls, aber auch Plastik bringen sie täglich ins Dorf, ergänzen auch Julius Budde und Hendrik Luttmer.

Es gebe einen Zaun um das Kompostwerk, aber der halte die Wildtiere nicht auf. Wildschweine, Rehe, Füchse würden dort regelmäßig zu sehen sein“, sagt Henrik Luttmer. Der Tisch für die Wildtiere sei reichlich gedeckt. Und wieso rieche es eigentlich so faulig? Beim Kompostieren sollten diese Gerüche nicht entstehen, sind sich die drei Männer sicher.

Im Oktober waren die Falkenhagener eingeladen worden, sich selbst ein Bild im Kompostwerk zu machen. „Wir waren sehr erstaunt, als wir vor Ort erfuhren, dass eine Erweiterung der Anlage nach gleicher Betriebsweise wie bisher auf 35000 Tonnen geplant ist“, sagt Hahn. „Das hier ist eine offene Kompostieranlage, von der es jetzt schon ohne Unterbrechung stinkt. Wie soll es erst werden, wenn sich die Kapazität fast verdoppelt“, fragt Hendrik Luttmer.

„Wir haben die Bürgerinitiative gegründet, weil wir mehr Fragen als Antworten haben“, meint Julius Budde. Die Mitglieder – weitere Mitstreiter sind gern gesehen – wollen sich jetzt in den nächsten Wochen fachlich gut aufstellen, Fakten zusammentragen und viel hinterfragen. Es gehe um eine Lösung der Probleme. Ansprechpartner für sie sind dabei die OVVD selbst, aber auch der Landkreis Vorpommern-Rügen als einer der Gesellschafter und das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Stralsund als Genehmigungsbehörde für eine Betriebserweiterung.

„Wir sind keine Gegner der braunen Tonne und der Verarbeitung des Bioabfalls und auch keine Gegner des Kompostwerkes“, betont Hajo Hahn. Aber das alles müsse im Einvernehmen mit den Anwohnern möglich sein. „Wir wollen, dass hier Technik eingesetzt wird, die die Belästigungen vermeidet“, konkretisiert Hendrik Luttmer. Ähnlich wie es in Rosenow bei Neubrandenburg ablaufe. Dort betreibt die OVVD seit 1997 eine Deponie, die dem Stand der Technik entspricht, informiert das Unternehmen auf seiner Homepage. Einen solchen Stand der Technik bei der Kapazitätserweiterung einzusetzen, sei aufgrund der Kosten nicht möglich, wurde den Interessenten aber bei der Betriebsbesichtigung im Oktober gesagt. „Aber wenn drei Landkreise Gesellschafter sind, sei es schwer zu verstehen, warum dann an verschiedenen Standorten mit unterschiedlichen Maßstäben gemessen wird“, sagen die Initiatoren.

Almut Jaekel

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