Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Feldstraße: Abriss ist vom Tisch
Vorpommern Grimmen Feldstraße: Abriss ist vom Tisch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 25.09.2018
Grimmen

„Es war eine sehr schwere Zeit und plötzlich haben wir wieder Lust darauf, in unsere geliebte Wohnung zu investieren“, sagt Brigitte Morcinek. Sie wohnt im Wohnblock mit der Hausnummer 7 bis 12 in der Grimmener Feldstraße und beschreibt: „Man wusste einfach nicht mehr, warum man sich für diese Räumlichkeiten noch etwas Neues anschaffen soll. Jetzt ist plötzlich wieder die Freude am Wohnen zurück.“ Anlass zur Freude, die eine gewisse Aufbruchstimmung bei den Mietern auslöst, ist eine Ankündigung der Wohnungsgenossenschaft: Der besagte Wohnblock wird nun doch nicht abgerissen. Diese Entscheidung wurde den Mietern am 29. August schriftlich mitgeteilt.

Erst sollte dieser Wohnblock aus dem Stadtbild verschwinden. Jetzt gibt es neue Pläne, die für Aufbruchsstimmung sorgen. Quelle: Foto: Raik Mielke

Zahlen und Fakten

60 Wohnungen gibt es im Mehrfamilien-Wohnblock in der Feldstraße 7 bis 12.

22 Wohneinheiten sind derzeit noch vermietet. Hinzu kommt eine Gästewohnung.

5 Wohnungen in einem Aufgang werden derzeit komplett saniert.

Für einige kommt diese frohe Botschaft aber zu spät.Silvana Wittmis zum Beispiel räumt die Wohnung ihrer über 70-jährigen Mutter im besagten Block aus. „Es sind viele Tränen geflossen. Meine Mutter wohnt ein halbes Jahrhundert in dieser Wohnung. Ebenso lange ihre Nachbarn. Wenn nach so vielen Jahrzehnten so etwas auseinandergerissen wird, ist dies verständlicherweise unglaublich schwer“, beschreibt Silvana Wittmis. Doch die Grimmenerin hat ihrer Mutter – nach monatelanger Ungewissheit – inzwischen eine neue Wohnung gesucht, dafür eine neue Küche gekauft und diverse Kosten in den Umzug gesteckt. „Jetzt gab es für meine Mutter kein zurück mehr, und dies nagt natürlich an den Nerven“, sagt die Tochter.

„Wir verstehen, dass die nervliche Belastung in den letzten Monaten für die Mieter sehr hoch war. Glücklicherweise sind diese Fälle aber wirklich die Ausnahme. Insgesamt haben wir nach unserer Entscheidung eine Welle der Erleichterung wahrgenommen“, sagt Jörn Kujas. Der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft betont: „Der komplette Rückbau dieses Wohnblocks ist vom Tisch.“ Wie er beschreibt, sei dies auch das Ergebnis vieler Gespräche mit jedem einzelnen Mieter gewesen. „Viele Bewohner leben dort seit Jahrzehnten und sind dementsprechend fest verwurzelt mit ihren Wohnungen und dem sozialen Umfeld“, sagt er.

Nachdem man sich zuvor entschieden hatte, den Wohnblock abzureißen, wurden die beiden oberen Etagen seit Jahren nicht mehr vermietet. Sechs weitere Bewohner sind nun in den letzten Monaten ausgezogen, vier davon aufgrund des bevorstehenden Abrisses, ein Mieter wegen eines Wegzuges und eine weitere Person zog in ein Altersheim. Heißt in Zahlen: Nur noch 22 der 60 Wohnungen sind aktuell vermietet. Hinzu kommt eine Wohneinheit, welche als Gästewohnung genutzt wird.

Für Jörn Kujas ist es jetzt an der Zeit, die Aufschwungsstimmung in der Feldstraße zu nutzen und schnell dafür zu sorgen, dass wieder Leute in den Mehrfamilien-Wohnblock ziehen. „Wir haben sofort damit begonnen, fünf Wohnungen in einem ersten Aufgang komplett zu sanieren. Und dies ist erst der Anfang. Wir haben jetzt die Chance, viele Wohnungen in einem Arbeitsschritt auf den neuesten Standard zu bringen. Diese Chance und die positive Stimmung, die dort jetzt wieder herrscht, wollen wir natürlich nutzen. Wir planen im Oktober einen Tag der offenen Tür, an dem wir diese komplett sanierten Wohnungen präsentieren wollen“, so der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft. Ein kompletter Rückbau steht also nicht mehr zur Debatte. Ein Teilrückbau ist jedoch weiter eine Option. „Wir werden diese Option nun ebenso prüfen wie eine Sanierung der leerstehenden Wohnungen in den oberen Etagen“, betont Jörn Kujas.

Erleichtert ist auch Ulrich Schomann. „Wir sind froh, in unserem gewohnten Umfeld bleiben zu können. Das vergangene Jahr war sehr intensiv und geprägt von der ständigen und verzweifelten Wohnungssuche“, sagt der 81-Jährige.

Raik Mielke

Auftakt morgen in Stralsund / Vielfältiges Programm mit Sport, Theater und Musik im Kreis

25.09.2018

GSV unterliegt Spitzenteam mit 0:4 und steht am Ende der Tabelle.

24.09.2018

Landesklasse-Fußballer aus Richtenberg unterliegen Trinwillershagen mit 1:3.

24.09.2018