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Grimmen Fichten verschwinden aus unserem Wald
Vorpommern Grimmen Fichten verschwinden aus unserem Wald
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13:16 14.03.2019
Willi Gladrow (v. r.), Rene Schröder und Peter Hinz pflanzen junge Douglasien im Forstrevier Segenbadenhau. Quelle: Almut Jaekel
Segenbadenhau

Der Wald wird verjüngt. Besonders jetzt im Frühjahr. „Dabei lassen wir uns bei unserer Entscheidungen, was in den nächsten 150 Jahren in diesen Wäldern wachsen wird, davon leiten, welche Arten wie mit den Klima- und Standortveränderungen zurechtkommen“, sagt Wolfgang Behl, Sachbearbeiter für Öffentlichkeitsarbeit, forstliche Förderung und Waldbau im Forstamt Poggendorf.

Zehn Hektar werden durch sogenannte Kunstverjüngung in den Revieren Segenbadenhau im Norden und Barnekow aufgeforstet. Das heißt, es werden junge Bäumchen gepflanzt. „40000 Stück in diesem Frühjahr“, informiert Behl. Buchen, Douglasien und Kiefern – je nach Standort. 12000 junge Kiefern, 4000 Buchen und 2500 Douglasien sind es allein im Revier Segebadenhau, die jetzt anwachsen sollen. Dazu kommen noch einmal 60 Hektar Naturverjüngung im gesamten Gebiet des Forstamtes Poggendorf.

„Wir haben hier gute Standorte mit wertvollen Böden und einem guten Grundwasserhaushalt. Und trotzdem müssen auch wir uns auf die Klimaveränderungen einstellen“, sagt Wolfgang Behl. Deshalb werden auf lange Sicht Buchen, Douglasien, Eichen und Roterlen zunehmen, weil sie einfach besser mit Wärme und Trockenheit zurechtkommen. Pappeln und Fichten im Wald wird man vielleicht in 150 Jahren kaum noch finden, auch Birken werden weniger. Die Hölzer spielen bei diesen Überlegungen derzeit keine Rolle. „Man weiß ja sowieso nicht, was dann modern ist und gebraucht wird“, sagt Klaus Vorpahl, Leiter des Reviers Segebadenhau.

„Wir müssen eben umdenken“, begründet Wolfgang Behl die zukünftigen Veränderungen in unserem Wald. Die Fichte beispielsweise dominiert heute, wird aber unter den klimatischen Veränderungen leiden und gehört eigentlich gar nicht hierher, sind sich die beiden Fachleute einig. Derzeit beträgt der Fichtenanteil im Gebiet des Forstamtes Poggendorf 16 Prozent. Das hänge auch damit zusammen, dass nach dem Zweiten Weltkrieg Wälder schnell aufgeforstet werden mussten, Bauholz gefragt war und Fichten mit einer möglichen Ernte nach 60 bis 80 Jahren schnell wachsende Bäume sind.

„Kiefern dagegen sind hier zu Hause“, sagt Vorpahl. Deshalb bekommen sie auf einer großen Fläche nahe Jeeser auch die Möglichkeit, sich natürlich zu verjüngen. „Es wurde für sie Platz geschaffen und auch die Humusschicht muss soweit weg, dass der Samen auf mineralische Böden treffen kann“, erklärt der Förster.

Nur ein Stück weiter sind Willi Gladrow, Rene Schröder und Peter Hinz damit beschäftigt, junge Douglasien zu pflanzen. Gleich daneben kommen dann Buchen. Ein Zaun wird den Baumnachwuchs vor Verbiss schützen – vor allem vor Rehwild, das die jungen Knospen liebt. „Ohne diesen Schutz werden es Büsche und keine Bäume“, sagt Klaus Vorpahl.

Forstamt Poggendorf

Das Forstamt Poggendorfbetreut und verwaltet etwa 15500 Hektar Wald.

Es liegt in den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald.

 Die Anfänge einer Forstverwaltung in Poggendorf reichen bis in die Schwedenzeit (von 1648 bis 1815) zurück. Mit der Zuordnung Schwedisch-Pommerns an Preußen wurde 1815 eine geregelte Forstwirtschaft eingeführt.

Das heutige Forstamtsgebäude wurde 1912 errichtet.

Almut Jaekel

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