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Grimmen Flinke Truppe hält Trebelstadt blitzsauber
Vorpommern Grimmen Flinke Truppe hält Trebelstadt blitzsauber
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07:28 12.07.2013
Der Weg zum Spielplatz am Jarpenbeeker Damm sieht wieder ordentlich aus. Die MAE-Kräfte Ramona Pelivan-Lüdemann, Peter Rogge und Roland Schult haben dafür gesorgt. Fotos (5): Anja Bruder
Grimmen

Überall sind sie in Grimmen zu sehen, die Männer und Frauen in den orangefarbenen Westen, die beispielsweise Unrat im Stadtgebiet sammeln, den Volkspark harken, Beete und Grünanlagen sauber halten und auch Unkraut auf öffentlichen Gehwegen und Plätzen entfernen. Diese Männer und Frauen gehören zum Strukturförderverein „Trebeltal“ Stremlow, sind MAE-Kräfte (Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung), auch bekannt als Ein-Euro-Jobber, oder Bürgerarbeiter. Im Regionalbüro Grimmen des Strukturfördervereins laufen die Fäden zwischen der Stadt und dem Verein zusammen. Hier sitzt Andreas Zander (51). Er trifft die Absprachen, koordiniert und kontrolliert die Arbeiten. „Außerdem ist es unsere Aufgabe, die Stadt bei der Durchführung von Veranstaltungen, wie zum Beispiel den Monatsmärkten und auch dem Maibaum- oder dem Parkfest, zu helfen“, sagt Andreas Zander. 18 Ein-Euro-Jobber entlasten derzeit die städtischen Unternehmen, um Grimmen noch attraktiver zu gestalten.

„Der Arbeitstag der MAE-Kräfte beginnt mit dem Einsammeln von Papier, Dosen und was die Leute sonst noch einfach fallen lassen, wo sie gerade gehen und stehen“, erzählt Andreas Zander. Mit Müllgreifer und Mülltüte gehen die Männer und Frauen die Fußgänger- und Fahrradwege entlang. Täglich werden auch die Container-Standorte in Grimmen und den zur Stadt gehörenden Ortsteilen abgefahren und kontrolliert.

Der 52-jährige Peter Rogge packt gerne mit an. Vor zwei Jahren verlor der gelernte Agro-Techniker von einem Tag auf den anderen seinen Arbeitsplatz. „Mein Wunsch wäre es, wieder einen festen Arbeitsplatz zu finden“, sagte der Grimmener. „Aber ich bin wohl jetzt in einem Alter, wo das schwierig ist. Da bin ich froh, wenigstens eine nützliche Beschäftigung bekommen zu haben, wenn es auch nur für drei Monate ist.“

Gemeinsam mit Ramona Pelivan-Lüdemann (40) und Roland Schult (52) ist er beim Spielplatz am Jarpenbeeker Damm eingesetzt. „Es ist schön, mal wieder rauszukommen“, bestätigt Ramona Pelivan-Lüdemann. „Ich bin immer froh, wenn mir eine Stelle angeboten wird und ich irgendwo gebraucht werde“, sagt die 40-Jährige, während sie mit der Hacke dem Unkraut auf dem Weg zu Leibe rückt und Roland Schult die Grasnarbe am Gehwegrand mit dem Spaten absticht. Zeitgleich ist im Sportforum in Grimmen das Summen einer Motorsense zu hören. Peter Kehl (43), ebenfalls MAE-Kraft, mäht nochmal dort lang, wo er mit dem Rasenmäher nicht hinkam. „Eigentlich habe ich mal Dachdecker gelernt, aber das kann ich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr machen“, erzählt er.

An der Bushaltestelle in der Orenburger Straße grünt es zwischen den Pflastersteinen. Mit Fugenkratzer und Hacke ausgestattet, machen sich Angela Lurz (50) und Christa Knaack (44) gleich an die Arbeit. „Durch diesen Job komme ich wenigstens mal wieder unter Leute“, sagt Angela Lurz.

Ebenfalls mit dem Fugenkratzer gehen Renate Reese (48) und Silvia Rockmann (54) dem Grün um das Greifswalder Tor an den Kragen. „Es macht einen auch ein wenig stolz, daran beteiligt zu sein, dass die Stadt so schön sauber ist“, sagt Silvia Rockmann, die noch bis August zur Truppe von Andreas Zander gehört. Und dieser weiß: „Im Laufe der letzten Jahren hat sich die Bereitschaft, eine MAE-Stelle anzunehmen, deutlich verbessert. Es springt kaum noch jemand ab.“

Der Stremlower Verein

16 Kommunen sind Mitglied im Strukturförderverein „Trebeltal“ Stremlow, der 1991 gegründet wurde. Dazu gehören unter anderem die Städte Grimmen und Tribsees.
Diese Mitgliedskommunen befinden sich im Dreieck Grimmen — Franzburg — Dettmannsdorf-Kölzow.

51 Cent zahlen diese Kommunen pro Einwohner. Dafür werden ihnen Gemeindearbeiter (als MAE-Kraft oder Bürgerarbeiter) gestellt .

Der Strukturförderverein unterstützt auch hiesige Vereine, städtische Einrichtungen, das Wasserturmaktiv sowie Kindertagesstätten und ist Mitglied im Lokalen Bündnis für Familien „Kristall“.

Anja Bruder

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