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Grimmen Flohmarkt soll keine Eintagsfliege sein
Vorpommern Grimmen Flohmarkt soll keine Eintagsfliege sein
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00:00 21.03.2016
Ein Blick in den Saal des Stadtkulturhauses. Aber auch das Foyer wurde mitgenutzt. Fotos (2): Raik Mielke

Grimmen Der erste große Grimmener Flohmarkt war ein voller Erfolg. Mehr als 1000 Besucher strömten am Wochenende in den Saal des Stadtkulturhauses „Treffpunkt Europas”.

Was also zieht Wochenende für Wochenende die Menschenmassen auf die Flohmärkte der Region, welche Sachen sind besonders beliebt und welche vor wenigen Jahren noch überaus gefragten Flohmarktartikel gehen inzwischen so gar nicht mehr?

Es ist zehn Uhr am Samstagmorgen und im großen Saal des Stadtkulturhauses kann man kaum noch treten. Hunderte Menschen drängen sich entlang der 55 Stände. Doch wonach suchen die schon früh erschienenen Besucher? „Die Leute die jetzt bereits so zahlreich da sind, zählen zu den Käufern”, betont Mitorganisator Andreas Zander. Käufer? „Man merkt genau, dass dies Besucher sind, die jeder für sich eine ganz spezielle Sammelleidenschaft haben und hier nach Stücken suchen, welche die Sammlung ergänzen könnten. Werden sie fündig, kaufen sie auch”, so Andreas Zander weiter. Einer der ziemlich genau in dieses Profil passt, ist Norbert Rütz aus Loitz. „Ich sammle seit Jahrzehnten Briefmarken. Früher musste man auf Flohmärkten sehr schnell sein, weil es dermaßen viele Mitbewerber auf seltene Exemplare gab. Heute kann man sich gemütlich umschauen und Marken finden, die deutlich unter Sammlerwert liegen”, beschreib er und findet am Stand von Oliver Dräger, was das Briefmarkensammlerherz begehrt. „Zu besten Zeiten hatte ich bis zu 400 volle Alben zu Hause”, nennt er eine beeindruckende Zahl. Doch der ganz große Boom sei längst Geschichte, wie der 46-Jährige zu berichten weiß. „Noch vor zehn Jahren konnte man mit den Marken auf diversen Flohmärkten richtig Geld machen. Heute werden es immer weniger Sammler und nahezu jede Marke geht deutlich unter Wert weg”, betont er.

Gehören Briefmarken also zu den immer weniger gefragten Artikeln auf dem Flohmarkt, liegen Kindersachen, also speziell Kleidungsstücke für die Kleinen und Spielzeuge an der Spitze der meist verkauften Artikel. „Inzwischen gibt es ja bereits eigene Flohmärkte für Kindersachen, und die Nachfrage ist unglaublich”, weiß Besucherin Mandy Schramm, die gestern Vormittag auf der Suche nach Kindermode fürs Frühjahr ist. „Kinder tragen ihre Sachen einfach nicht auf und der Zustand vieler Artikel, die auf diesen Märkten angeboten werden, ist sehr gut”, erklärt sie.

Und das sich das Taschengeld auf dem Flohmarkt ein bisschen aufbessern lässt, hat auch der zehnjährige Paul Rudolph erkannt. „Ich war am Sonnabend mit meiner Oma hier und habe gefragt, ob ich am Sonntag auch einen ganz kleinen Stand aufbauen darf”, sagt der Grimmener. Als der Trebelstädter den Organisatoren dann auch noch erklärte, dass er für eine Spielekonsole spart, wurde kurzerhand ein wenig Platz im Saal geschaffen und der jüngste Händler des Tages konnte loslegen. „Ich hoffe, dass ich meiner Konsole etwas näher komme”, sagt er schmunzelnd.

„Ich habe mich mit den Händlern unterhalten und die Rückmeldungen waren überaus positiv” freut sich Andreas Zander und erklärt: „Den meisten Anbietern, aber auch Besuchern hat es sehr gut gefallen und es wurde immer wieder der Wunsch geäußert, dass der Grimmener Flohmarkt zu einer festen Tradition wird.” Denn wie Flohmarktbesucherin Kerstin Graue erklärt, erfüllt der Grimmener Markt einige wichtige Eigenschaften, die einen guten Krammarkt ausmachen: „Dadurch, dass er in einem Saal stattfindet, ist er wetterunabhängig. Zudem ist die Größe gut. Es gibt ein sehr facettenreiches Angebot, ohne dass es insgesamt zu viele Stände sind. Ich glaube, hier profitieren sowohl die Anbieter, als auch die Besucher.”

Und so war es auch nicht verwunderlich, dass auch gestern bis in die späten Nachmittagsstunden hinein reges Treiben herrschte.

Zahlen und Fakten zum ersten Grimmener Flohmarkt

16 Stunden hatten Besucher am Wochenende im Grimmener Stadtkulturhaus „Treffpunkt Europas” Gelegenheit, über den ersten großen Flohmarkt der Stadt zu schlendern.

55 Ausstellerinnen und Aussteller zählten die Veranstalter am Ende des Wochenendes. Die meisten hatten ihre Tische gleich für zwei Tage gemietet. Am Sonnabend wurde zudem der Vorplatz des Stadtkulturhauses mitgenutzt.

Während die meisten Interessenten aus Grimmen und den umliegenden Gemeinden kamen, traf man im Saal aber auch Besucher aus dem Raum Demmin und Loitz. Vereinzelt kamen die Gäste zudem aus dem Großraum Rostock und der Insel Rügen.

5 Euro mussten die Ausstellerinnen und Aussteller pro Quadratmeter und Tag bezahlen, wenn sie ihren Stand für beide Tagen angemeldet hatten.

Von Raik Mielke

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