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Grimmen Forscher finden Münzen, Verhüttungsofen und alte Grabstätten
Vorpommern Grimmen Forscher finden Münzen, Verhüttungsofen und alte Grabstätten
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07:28 08.01.2018
Die Kopfkammfibel, also eine Gewandschließe aus der Zeit um 200 n. Chr., fand Steffen Busch westlich von Franzburg. Quelle: Michael C. Schirren
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Grimmen

Wann fallen einem das meiste Geld oder die meisten Münzen aus der Tasche? Na klar – nach einem Kneipenbesuch. Das ist heute genauso wie auch schon im 16. Jahrhundert.Beim traditionellen Arbeitstreffen der ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger des Landkreises Vorpommern-Rügen am Samstag in Grimmen (Vorpommern-Rügen) stellte Dezernent Dr. Michael C. Schirren jetzt die eindrucksvollsten Funde des zurückliegenden Jahres vor.

Dutzende Münzfunde

Hierbei zeigten dutzende Münzfunde der „AG Ackerlöper“ aus Sellin, dass es auf einem Feld bei Lancken-Granitz offenbar über Jahrhunderte eine überaus beliebte Gastwirtschaft gab. „Die Kneipe existierte vom 16. bis hinein ins 19. Jahrhundert“, erklärte Dr. Michael Schirren und bezog sich auf zahlreiche Münzfunde aus diesen unterschiedlichen Zeiten. „Eine Kneipe scheint der perfekte Standort für ein breites Münzspektrum zu sein. An diesem Beispiel lässt sich sehr schön erkennen, was den Leuten vor und nach dem Kneipenbesuch aus den Taschen gefallen ist“, so Schirren.

Interesse an Denkmalpflege nimmt zu

Vor allem aber unterstrich der Dezernent den hohen Stellenwert des ehrenamtlichen Engagements in der Bodendenkmalpflege. „Dass heute mehr als 50 Leute gekommen sind, zeigt, dass das Interesse an unserer Arbeit weiterhin zunimmt“, freute sich Michael Schirren. Der Experte vom Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege erwähnte in seinem Jahresbericht vor allem die traditionellen Funde: „Durch die immer besseren Metalldetektoren ist auch das Interesse an unserer Arbeit und spektakulären Funden gestiegen. Jedoch gab es vor allem durch klassische Begehungen im zurückliegenden Jahr tolle Funde.“ So fand Steffen Busch bei einer Gruppenbegehung ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger westlich von Franzburg eine Kopfkammfibel, also eine Gewandschließe der Zeit um 200 nach Christus.

Pommerndreieck für Forscher interessant

Besonders interessant war im zurückliegenden Jahr auch der Standort am „Pommerndreieck“. „Mit dem Erweiterungsbau des Kaufhauses Stolz konnten wir das interessante Gelände weiter unter die Lupe nehmen. Der Fund eines kleinen Verhüttungsofen gibt uns Auskunft darüber, dass an diesem Standort lediglich für den Eigengebrauch Eisen geschmolzen wurde“, erklärte Schirren. Eine Flügelnadel, die aus der Zeit um 300 vor Christus stammt, eine Brunneneinfassung aus der Zeit um Christi Geburt und eine größere Zahl an Bestattungen aus der römischen Kaiserzeit rundeten das archäologische Jahr am Pommerndreieck ab. „So erschließt sich für uns nach und nach ein sehr detailliertes Bild, wie dort einst gelebt wurde“, sagte Michael Schirren.

Aber vor allem auch die Vermessungsarbeit von Großsteingräbern durch Ehrenamtliche lobte Michael Schirren und stellte fest: „Diese Grabstätte war zuvor immer mit einer Größe von 20 Metern angegeben worden. Durch die Neuvermessung kam nun heraus, dass das Großsteingrab in Klein Plestlin viermal so groß und damit plötzlich eines der größten und am besten erhaltenen unseres Landes ist.“

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