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Grimmen Frau Holle feiert großes Comeback
Vorpommern Grimmen Frau Holle feiert großes Comeback
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04:26 12.03.2013
Lea (9) tobt gern im Schnee. Bei eisigem Wind wurde es irgendwann aber auch huschig kalt. Fotos (4): Raik Mielke

GrimmenDas war Pech: „Am Freitag haben wir die letzten Schneezäune abgebaut“, sagt Frank Denker, Leiter der Grimmener Straßenmeisterei. Doch dann kamen die Schneemassen, dazu der kräftige Wind. Am Sonntag um 5 Uhr sei der Winterdienst mit fünf Fahrzeugen gestartet. „Wir haben auf 17 Fahrzeuge aufgestockt“, berichtet Frank Denker. Einige Fahrzeuge seien schon abgerüstet gewesen, die Streu- und Schneeschiebe-Einrichtungen mussten neu montiert werden. Wegen besonders kräftiger Verwehungen zwischen Kirchdorf und Tremt und am Ortsausgang von Horst war gar der Einsatz einer Schneeschleuder nötig. „Dort mussten bis zu 1,50 Meter hohe Schneewände durchbrochen werden“, berichtet Grimmens Straßenmeister.

Die Polizei registrierte bei Unfällen im hiesigen Bereich gestern lediglich Sachschäden. Zwischen Barkow und Poggendorf rutschte ein Pkw in den Graben, zwischen Grammendorf und Deyelsdorf streifte ein Pkw einen Leitpfosten und zwischen Reinberg und Mesekenhagen kam ein Laster von der Straße ab. Dort kam es wegen der Bergung zur Vollsperrung.

„Trotz des starken Schneefalls sind gestern Morgen alle Buslinien rausgefahren“, erklärte Ingo Kube (51), Einsatzleiter beim Kraftverkehr, Betriebshof Grimmen. Mit leichten Verspätungen wurden die Haltestellen angefahren. Lediglich die Gemeindestraßen in die kleinen Dörfer konnten nicht bedient werden. „Die meisten unserer Schüler sind heute bei uns angekommen“, berichtete Sybille Voß, Leiterin der Reinberger Regionalschule. Nur 20 der insgesamt 142 Schüler fehlten — einige aber auch wegen Krankheit. Ob Unterricht verkürzt werden muss, erfolge in Absprache mit dem Kraftverkehrsbetrieb und entsprechend der aktuellen Wetterlage, erklärte Sybille Voß. „Etwa 25 von unseren 69 Schülern sind nicht zum Unterricht gekommen“, informierte Annette Buck, Leiterin der Grammendorfer Grundschule. Einige der Kinder seien krank, andere wohnen in eingeschneiten Dörfern, die der Schulbus nicht erreichte. Allerdings: „Die Kinder der ersten Klasse waren fast vollständig anwesend.“ Eltern hatten die Schüler selbst mit dem Auto zur Schule gefahren. „Eltern, die ihr Kind zur Schule bringen, müssen auch bedenken, dass der Knirps auch wieder nach Hause kommen muss“, sagte Birgit Mietzner, Leiterin der Dr.- Theodor- Neubauer-Grundschule. „Wir hatten vom Kraftverkehr die Information, dass auch mittags die Busse nur die Hauptstrecken abfahren und somit das Problem, dass wir die Heimfahrt für einige Kinder organisieren mussten“, berichtet die Schulleiterin weiter. 27 Jungen und Mädchen konnten nicht zum Unterricht, weil der Schülerverkehr auf einigen Dörfern nicht fuhr.

Vier Kindereinrichtungen auf dem Land und eine in Grimmen betreibt der Jugendfreizeit e. V. Um alle Knirpse in die entsprechenden Einrichtungen zu bringen, gibt es einen vereinseigenen Fahrdienst. „Wir sind gestern aber aus Sicherheitsgründen gar nicht rausgefahren“, sagte Geschäftsführerin Dietlind Lippold. In die Kitas in Sievertshagen, in Stoltenhagen und in Bremerhagen gingen deshalb gestern nur die Kinder aus den Dörfern selbst und aus deren näheren Umgebung. Die Mädchen und Jungen aus Grimmen, die die Einrichtungen des Vereins nutzen, mussten jedoch nicht zu Hause bleiben. „Wir haben alle Kinder, deren beide Eltern arbeiten, hier in unserer Grimmener Kita aufgefangen“, erklärte die Geschäftsführerin. Auch Personal aus den Landkitas wurde zusätzlich in Grimmen eingesetzt.

Deutlich mehr Knochenbrüche waren gestern im DRK-Krankenhaus in Bartmannshagen zu behandeln. „Wir standen den ganzen Tag im OP“, informierte Dr. Henry Scheerat, Chefarzt für Traumatologie und chirurgischen Orthopädie. „Hauptsächlich hatten wir es mit Handgelenks-, Hüft- und Sprunggelenksbrüchen zu tun“, berichtete Scheerat. Auf Pflegepersonal musste das Krankenhaus nicht verzichten. „Alle Kollegen und Kolleginnen sind zum Dienst gekommen“, erzählte Astrid Schwalme, Pflegedienstleiterin im Krankenhaus. „Wir haben hier ein ganz engagiertes Team. Einige Schwestern haben hier geschlafen, damit sie zum Dienstbeginn hier sind.“

Glücklich waren gestern jene Menschen, die den Kampf gegen die Massen nicht mit dem Schneeschieber aufnehmen mussten, sondern auf eine Fräse zurückgreifen konnten, wie Roland Pohl. „Zumindest hat der Wind nachgelassen“, sagte der Hausmeister der Kreisverwaltung und atmete auf, ehe er sich durch eine 50 Zentimeter hohe weiße Schicht kämpfte.

Spaß an der weißen Pracht hatten gestern vor allem die Kinder. „Ich finde den Schnee total klasse und will einen Schneemann bauen“, berichtete die neunjährige Lea Witt und strahlte bis über beide Ohren. Auf eine Schneeballschlacht freuten sich Dominik Bresemann und Celina Bodura. „Wenn jetzt noch die Schule ausfallen würde, wäre es perfekt“, hofften die beiden zwölfjährigen Grimmener auf weiteren Nachschub von Frau Holle.

Märzwinter ist keine Seltenheit
Als Märzwinter wird ein häufig auftretender Spätwintereinbruch bezeichnet — meist Mitte März. Er trennt Vorfrühling von Hochfrühling. Diese Kältewelle kann bis Anfang April auftreten.

Ursache ist in den meisten Fällen von Nordosten eindringende polare Kaltluft, wie auch in diesem Jahr. Dabei kann es — wie jetzt zu erleben — zu heftigen Schneefällen kommen.

OZ

Volker Rumbohm (31, li.im Amt Miltzow.

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