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Grimmen Freies Parken für Ehrenamtler vom Tisch?
Vorpommern Grimmen Freies Parken für Ehrenamtler vom Tisch?
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00:02 30.09.2016

Den Zahn hat Straßenamts-Chef Stephan Bogusch den Stralsunder Ehrenamtlern gleich mal gezogen: Kostenloses Parken in der Stadt – das geht gar nicht. „Das ist rein rechtlich nicht möglich, es gibt keine gesetzliche Grundlage dafür“, sagte er im Kultur- und Sportausschuss der Bürgerschaft. Das Gremium hat über Vergünstigungen für ehrenamtlich Engagierte diskutiert. „Vielleicht gibt es ja einen Weg, die Parkzettel einzureichen und sich erstatten zu lassen“, versuchte Bogusch einzulenken, als er die langen Gesichter in der Runde sah.

Nein, so habe man sich das nicht vorgestellt, sagte der Ausschussvorsitzende Maik Hofmann (Bürger für Stralsund) nach der Sitzung. „Das ist ja viel zu bürokratisch, wir wollen was Gutes tun für die Ehrenamtlichen und nicht noch mehr Schreibkram anzetteln. Aber wir bleiben da dran, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, so Hofmann.

Tarik Kreißel, Sprecher der Stadtwerke, wollte erst gar nicht ans Rednerpult. Er wusste, dass er keine guten Nachrichten hatte. „Wir können nicht kostenlos Energie oder Gas zur Verfügung stellen. Das wäre erstens Steuerhinterziehung, zweitens verdeckte Gewinnausschüttung, und drittens können wir private Kunden nicht bevorzugen.“

Zum Glück hagelte es in puncto Angebote für die politisch gewünschte Ehrenamtscard nicht nur Absagen. So könnte sich Zoo-Direktor Christoph Langner vorstellen, den Gruppentarif zu gewähren. „Wollen wir da noch mehr für die Familien der Ehrenamtlichen tun, ist das nur über eine Satzungsänderung zu machen. Aber es ist möglich.“ Auch der Leiter der Musikschule, Wolfgang Spitz, bot Vergünstigungen für Konzerte an. Allerdings seien die Veranstaltungen immer schnell ausverkauft. „Dann machen sie eben eine Extra-Vorstellung für die Ehrenamtlichen“, warf CDU-Abgeordnete Margret Schüler ein. „Gute Idee“, fand Spitz.

Jörg Babin vom Hansedom hinterfragte die Bedingungen für die Karte und erfuhr, dass ein Missbrauch ausgeschlossen sei, da die Ehrenamtscard personengebunden ausgegeben wird. 50 sollen es fürs Erste sein, später vielleicht 350 bis 400, so Maik Hofmann. „Wir könnten 20 Prozent Rabatt auf den Eintritt im Hansedom geben, vielleicht können wir auch im Bereich Sport was machen. Dazu müssten wir aber wissen, über wieviele Karten wir reden“, so Babin.

THW-Gruppenführer Pier Angermann lag noch etwas anderes am Herzen: „Wir sind kein Verein, und trotzdem leisten in der Stralsunder Ortsgruppe rund 80 Ehrenamtliche viele Stunden, um anderen zu helfen.

Ähnlich geht es Freiwilliger Feuerwehr, DRK-Zug oder Menschen, die im Pflegeheim helfen.“ Sie alle seien auch Ehrenamtler und hätten so eine Karte verdient. Dass man etwas tun muss, darüber waren sich auch an diesem Abend alle einig. Maik Hofmann: „Wir haben jetzt mit einigen Angeboten den ersten Schritt in Richtung Ehrenamtskarte gemacht. Der nächste wird folgen. Ines Sommer

OZ

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