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Füttern, saubermachen, pflegen

Grimmen Füttern, saubermachen, pflegen

Die OZ begleitete Grimmens Tierparkchefin Christin Trapp einige Stunden bei ihrer täglichen Arbeit

Grimmen. Attila turnt über die Äste. Das freundliche „Guten Morgen“ Christin Trapps quittiert er mit einem ungeduldigen Sprung auf eines der Sitzbretter und einem Fletschen seiner kräftigen Zähne. Der Chef der Affenbande im Heimattierpark Grimmen hat Hunger. Die Leiterin des Tierparks macht sich in der Futterküche ans Schnippeln: Bananen, Tomaten, Orangen, Gurken, Paprika, dazu eine Büchse Katzenfutter. Als die länglichen Futterschalen durch das Gitter geschoben werden, ist Attila der Erste, der zugreift. Erst danach traut sich auch der Rest der Affenbande zuzulangen.

Es ist morgens um acht Uhr. Fütterungszeit. Die einzelnen Bereiche des Tierparks wurden zuvor in der Frühbesprechung unter den Kollegen aufgeteilt. Christin Trapp versorgt diesmal die Exoten und ist in der Futterküche dabei, bunte Teller zusammenzustellen. „Das Auge isst nicht nur bei uns Menschen mit“, meint die Tierparkchefin, als sie — je nach Tierart — Obst, Gemüse und Fleisch in den Futternäpfen arrangiert. Dass manchmal auch Küken verfüttert werden müssen, gehört zum Tierpflegerleben dazu. Mitleid ist hier fehl am Platz. Ebenso wie Ekel. Vor lebenden Würmern etwa, einem proteinreichen Snack für verschiedene Tiere und der ebenso verteilt werden muss wie die toten Küken.

Die possierlichen Nasenbären geben sich mit Obst und Gemüse zufrieden und wuseln sofort herbei, klauen sich die ersten Bissen bereits vom Teller, bevor er überhaupt am Boden steht und lassen sich, obwohl Christin Trapp mit einem Rasenbesen durch das Gehege läuft und alte Nahrungsreste und Unrat zusammenharkt, nicht wirklich beim Futtern stören. Zum Schluss wird noch der Wassertrog gesäubert — altes Wasser raus, mit einer Bürste ausgeschrubbt, neues Wasser eingefüllt.

In jedem Gehege ist es der gleiche Ablauf: Begrüßen, zählen, ob alle Tiere da sind, schauen, ob eines verletzt ist, füttern, saubermachen. Übrigens: Die Begrüßung der Tiere hat mit Vermenschlichung nichts zu tun. „Ich kündige damit mein Kommen an und vermeide so, dass sich die Tiere erschrecken“, sagt Christin Trapp.

Als alle Tiere versorgt sind, geht es ans Saubermachen des Affenhauses. Die Affenbande hat sich mittlerweile nach draußen verzogen. Christin Trapp hat die Schleusen geschlossen. „Auch wenn sie putzig aussehen, Kapuzineraffen sind Raubtiere“, sagt sie und zeigt nach draußen. „Mit diesen Zähnen könnten sie sogar Menschen ernsthaft verletzten.“ Dann schaut sie sich um und seufzt. Der Innenbereich ist total verschmutzt. „Affen sind Futterverschwender. Da wird ein Stück genommen, angebissen und fallengelassen“, sagt sie. Oftmals werden Beeren und auch Kot von den Tieren an die Wände geschmiert.

Alles in allem dauert es eine gute Stunde, bis alle Wände abgewaschen, Sitzflächen gesäubert, der Fußboden geschrubbt ist. Sauberkeit für wenige Stunden. Am nächsten Morgen beginnt die Reinemachaktion von neuem.

Ist das Affenhaus geputzt, heißt es Futter inspizieren. Von Discountern erhält der Tierpark verschiedene Lebensmittel, die sortiert werden müssen. Scharfe Nahrungsmittel wie Chilischoten und verdorbene Lebensmittel werden sofort aussortiert, der Rest in die Futterküche gebracht, wo sie teils schon wieder geschnippelt werden.

Tierparkmitarbeiter Ringo Beck ist derweil mit einem Werkzeugkoffer unterwegs. Vor dem Waschbär-Käfig macht er sich daran, eine neue Tafel mit Informationen zu den Kleinbären anzubringen. Nebenan sind Gerald Jörs und Jörg Schmidt, zwei ehrenamtlich im Tierpark tätige Herren, dabei, einen ehemaligen kleinen Teich mit Erde zuzuschütten. „Der war undicht, das hätten wir nicht mehr reparieren können. Deshalb haben wir beschlossen, ihn zuzuschütten und später zu bepflanzen“, erklärt die Tierparkchefin.

Die Kapuzineraffen um Boss Attila gegenüber verfolgen eine Weile das Gewusel. Doch schon bald widmen sie sich wieder dem Fressen und Verschwenden. Morgen wird ja wieder sauber gemacht.

Von Claudia Noatnick

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