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Grimmen Fußball war seine Leidenschaft
Vorpommern Grimmen Fußball war seine Leidenschaft
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00:43 15.06.2018
Grimmen

Noch kein Jahr ist es her, als für Jutta Ebert eine Welt zusammenbrach. Am Morgen des 6. September 2017 standen Polizisten vor ihrer Haustür und überbrachten ihr die traurige Nachricht: Ihr Sohn war verstorben. Bei der Deutschen Fußballmeisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen in Duisburg. Er brach nach dem Training zusammen und konnte nicht mehr reanimiert werden. Erst 29 Jahre jung war Maik Ebert. Er spielte im Team der Peenewerkstätten, in deren Grimmener Parkettwerkstatt er seit 2006 arbeitete. „Fußball war seine große Leidenschaft“, erzählt Jutta Ebert. Dass sich nun bei einem großen Fußballtag noch einmal um ihn geht, rührt sie sehr.

Maik Ebert, Spieler der Peenewerkstätten-Mannschaft verstarb bei deutscher Meisterschaft

Wenn morgen beim AOK-Fußballtag im Grimmener Sportforum Maiks Mannschaft gegen die Inklusionsfußballmannschaft des F.C. Hansa Rostock aufläuft, will die gesamte Familie dabei sein. „Maik hat oft gesagt: ’Mama, irgendwann spiele ich auch gegen Hansa.’ Eigentlich war er Fan vom BVB“, erzählt Jutta Ebert. Tatsächlich wird morgen Maiks Mannschaft gegen Hanseaten antreten. Maik wird in ihren Herzen dabei sein. Denn, wie seine Kollegen aus der Werkstatt sagen, fehle er ihnen. Maik habe zwar einen schwierigen Start in der Werkstatt gehabt, habe sich aber zu einem sehr zuverlässigen und pflichtbewussten Mitarbeiter entwickelt. Und Maiks Mutter weiß: „Er hat dort gern gearbeitet.“

Mit dem Aktionstag wollen die AOK Nordost und der Landesfußballverband MV in Kooperation mit dem Grimmener SV, den Peenewerkstätten und dem Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport ein wichtiges Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen. Gemeinsam appellieren die Partner an alle Fußballmannschaften im Land, auf und neben den Sportplätzen für Respekt, Miteinander und gegen Diskriminierung einzustehen. „Der Fußball bietet eine perfekte Plattform, denn er vereint wichtige Eigenschaften wie Teamgeist und Fairness“, sagt Daniela Teichert, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost.

Mit der Integration des Benefizspieles in den AOK-Fußballtag möchten alle an diesem Tag ein symbolisches Zeichen setzen und Spenden für die Familie von Maik Ebert – sowohl für die Eltern als auch für die fünfjährige Tochter – sammeln. Denn für Fairness und Zusammenhalt stand auch Maik Ebert ein, wie seine Mama versichert. „In der Schule stand er immer für die Behinderten ein. Er hat sich nicht geprügelt, aber er stand ihnen bei“, erzählt sie.

Für sie werde es morgen ein bewegenden Tag. „Ganz ehrlich, ich fahre mit sehr gemischten Gefühlen hin“, sagt die 51-Jährige. Denn sehr groß sei noch der Schmerz. „Ich mag noch immer nicht zum Friedhof gehen, schon gar nicht allein“, erzählt sie. Mit dem Spendengeld wolle die Familie aber nun endlich einen Grabstein, ein Buch mit Spruch und Fußball darauf, finanzieren.

Das ist los morgen im Grimmener Sportforum

Um 11 Uhr startet morgen der AOK-Fußballtag.

Ein Benefizspiel bestreitet die Mannschaft der Grimmener Peenewerkstätten gegen die Inklusionsfußballmannschaft des F.C. Hansa Rostock ab 11.20 Uhr.

Gäste können den Bus des F. C. Hansa Rostock besichtigen, die Jungen das DFB-Fußball-Abzeichen ablegen. Es gibt einen Mitmach-Parcours, eine Hüpfburg, eine Speedkick-Anlage und Sportstationen. Die Moderation und Unterhaltung übernimmt ein DJ im AOK-Showtruck. Zudem stellt sich der Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport vor.

Ab 11.30 Uhr tragen Bambini-Mannschaften aus Grimmen, Abtshagen, Zingst, Barth und Baabe ein Turnier aus.

Um den AOK-Pokal wird ab 12.15 Uhr gespielt. Teilnehmer: Integrativer Treff, Dobbertiner Werkstätten, F. C. Hansa Rostock I, GBS/Wohnzentrum am Devener Holz, Greifenwerkstatt Greifswald, F.

C. Hansa Rostock II, Lebenshilfewerk Waren

Anja Krüger

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