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Grimmen „Futtermangel“ für die Saftpresse
Vorpommern Grimmen „Futtermangel“ für die Saftpresse
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00:00 20.10.2017
Daniel Bense füllt den frisch gepressten Apfelsaft ab. FOTO (3): Anja Krüger
Griebenow

Liter für Liter frisch gepressten Apfelsaft füllt Daniel Bense in Saftboxen ab. Vor dem Fließband, das das Obst zur Saftpresse in der Vorpommerschen Genussmanufaktur in Griebenow befördert, stehen Kunden Schlange mit Äpfeln und Birnen. Doch das war nur selten so in dieser Saison. „Es war ein sehr schlechtes Apfeljahr“, weiß Daniel Bense. Seine Mosterei ist Teil der Manufaktur, die er Ende August gemeinsam mit Christoph Dragheim als Caterer im Schlosspark eröffnete.

In der Mosterei der Vorpommerschen Genussmanufaktur in Griebenow wurden wegen der geringen Erträge der Obsternte 80 Prozent weniger Früchte verarbeitet.

Sechs Jahre lang war Daniel Bense mit seiner mobilen Mosterei in der Region und auch darüber hinaus unterwegs. Während er all die Jahre zu den Kunden gefahren ist, verarbeitet er nun ausschließlich am Griebenower Standort Äpfel, Birnen – auch in Verbindung mit Quitten – zu Saft.

Lediglich 20 Prozent von der Menge Äpfel, die er die Jahre zuvor mostete, habe er dieses Jahr zu Saft verarbeitet, schätzt er. Kamen seine Stammkunden in den Jahren zuvor mit 500 bis 700 Kilogramm Äpfeln, seien es in dieser Saison durchschnittlich nur 100 Kilogramm. „Die Menge, die wir in diesem Jahr gemostet haben, hätten wir im vergangenen Jahr in einer Woche gepresst“, macht Bense deutlich.

Nichtsdestotrotz lässt Bense sich seine stets gute Laune nicht vermiesen. Seine Kunden schätzen seine aufgeschlossene Art und das Produkt, dass sie bei ihm bekommen. „Klar warten wir hier ein wenig, bis wir den Saft haben. Dafür fahren wir aber mit Saft nach Hause, der hundertprozentig aus unseren eigenen Früchten ist“, sagt René Oesteritz aus Zarrentin. Auch seine Apfelernte lasse in diesem Jahr zu wünschen übrig. „Es ist so traurig anzusehen, dass die Äpfel, noch am Baum hängend, verderben“, bedauert der junge Mann. Das Obst, dass sie diesmal mosten lassen, stammt vom Hof des Landhotels „Gut Zarrentin“, berichtet er. Die Eigentümer, das ältere Ehepaar Lunkenheimer, hätten es ihnen freundlicherweise überlassen. Und trotzdem: Waren es im vergangenen Jahr noch 130 Liter von dem köstlichen Getränk, nehmen sie in diesem Jahr nicht mal die Hälfte mit nach Hause – nur 55 Liter.

Abgefüllt wird in der Mosterei in fünf Liter fassende Saftboxen – bestehend aus Plastikbeutel mit Auslauf und Karton. Im Gegensatz zu Flaschen hat dies einen großen Vorteil. „Richtig hingestellt, kann der Saft auch nach Anbruch noch drei Monate frisch aus der Box gezapft werden“, informiert Bense.

Wie genau aus dem Obst der leckere Saft wird, durften sich die Erstklässler der Grundschüler Süderholz anschauen. Äpfel und Birnen brachten sie extra dazu mit. „Es ist der Abschluss unseres Apfel-Projektes“, berichtet Klassenlehrerin Sylke Böttcher. Genau verfolgten sie, wie ihr Obst vom Fließband in das Wasserbad plumpst, um anschließend hörbar zu einer pressfertigen Maische zermahlen zu werden. In Tüchern eingepackt und gestapelt, kommt schließlich die Presse zum Einsatz. „Der so entstandene Rohsaft wird noch einmal von groben Bestandteilen gefiltert, schonend bei 78 Grad Celsius pasteurisiert und sofort in Bag-in-Box-Verpackungen abgefüllt“, erklärt Bense die weitere Verarbeitung. „Der spannendste Moment für mich war, als der Saft aus dem Schlauch kam“, erzählt die siebenjährige Isabell. Den Apfelsaft aus der Mosterei kenne sie. „Mein Opa lässt auch immer Saft machen. Er hat uns auch für heute Äpfel und Birnen mitgegeben“, berichtet sie. Von den über 80 Kilogramm Obst, das die Mädchen und Jungen zur Mosterei schafften, bleibt nicht viel übrig – lediglich ein kleiner Haufen Trester. Aber immerhin 60 Liter Apfelsaft nehmen die Erstklässler wieder mit – nach nur circa einer halben Stunde Mostvorgang.

In Benses Mosterei neigt sich die Saison bereits dem Ende. Kommenden Mittwoch schalte er die Technik noch einmal ein. „Für den Tag haben wir auch noch Termine frei“, informiert er.

Die Füße legt er danach aber nicht hoch. Für ihn kommt dann die Zeit des Experimentierens und Produzierens in der Vorpommerschen Genussmanufaktur. „Ich denke, ich werde mich zunächst in Richtung Essig orientieren“, verrät er.

Kontakt Vorpommersche Genussmanufaktur: ☎ 038332/71337 oder Daniel Bense (Mosterei) ☎ 0176/209037 88; Christoph Dragheim (Catering) ☎ 0172/39 61 38 0

Anja Krüger

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