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Grimmen Galerie Stabenow zeigt Bilder von Karl Heinrich Kluge
Vorpommern Grimmen Galerie Stabenow zeigt Bilder von Karl Heinrich Kluge
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00:00 13.02.2016
Die drei Töchter des Zingster Malers Karl-Heinrich Kluge organisierten aus Anlass des 100. Geburtstages ihres Vater eine Ausstellung in der Galerie bei Stabenow: Swanthild Kluge, Dr. Ragna Broza und Dietlinde Rumpff. Fotos (2): Christian Rödel
Stralsund
Als ein „Wanderer unter den Kunstmalern von Gelsenkirchen“ wurde Karl Heinrich Kluge in seinen jungen Jahren bezeichnet, weil es ihn aus dem heimatlichen Ruhrpott stets in die Weite der Welt hinaus gezogen hat. Vor wenigen Wochen wäre der Maler, den es in den Wirren des Zweiten Weltkrieges nach Zingst verschlagen hat, 100 Jahre alt geworden.

Unser Vater war ein lebensfroher, unangepasster Mann, der bis zu seinem 80. Lebensjahr an der Staffelei stand und malte.“Swanthild Kluge, Tochter des Malers

Dieses Jubiläum nahmen seine heute in Stralsund, Sagard und Zingst lebenden Töchter zum Anlass, eine Ausstellung in der Wintergalerie und im Keller des Stralsunder Geschäftshauses Stabenow zu organisieren. Am Donnerstagabend wurde die große Retrospektive mit Werken aus allen Schaffensperioden von Karl Heinrich Kluge eröffnet.

Der Vater von insgesamt fünf Kindern wuchs im damals noch französisch besetzten Ruhrgebiet auf und soll schon im Kindesalter wie ein Besessener gemalt haben und ging später als junger Mann an die renommierte Essener Folkwang-Schule. Von seiner Kunst konnte Karl Heinrich Kluge anfangs sogar gut leben, da seine Landschaftsbilder, die insbesondere durch Reisen nach Nordeuropa beeinflusst waren, eine große Resonanz fanden.

Die für Kluge wichtigste Wanderreise führte ihn 1939 mit Zelt und Pferd nach Island, wo er von Mai bis August durch das Land zog. Der nordische Sommer mit seinen leuchtenden Farben, der einzigartigen Landschaft und der reinen Atmosphäre bestimmten fortan als stets wiederkehrende Elemente seine künstlerischen Arbeiten.

Mit dem 1. September 1939 folgte vorerst der jähe Abbruch seiner Beschäftigung mit der Malerei, weil er an die Front eingezogen wurde. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Kluge nach Zingst versetzt, was sich in zweierlei Hinsicht als ein Glücksfall erweisen sollte. Hier lernte er seine spätere Frau kennen und lieben, gleichfalls fand er auf Fischland-Darß- Zingst eine Landschaft vor, die ihn an Island erinnert haben soll.

Nach dem Krieg schlug Kluge sich mehr schlecht als recht mit seiner Kunst durch und verdiente den Lebensunterhalt für die Familie als Kunsterzieher. In den 60er-Jahren begann für ihn eine abstrakte Phase, in der auch ein Bild mit dem Titel „Erkennt ihre Maske“ entstand. Auf diesem Werk ist eine männliche Person mit einer Maske in der Hand zu sehen und dahinter Grenztürme nebst Stacheldrahtzaun.

Dieses Werk war eine mehr als deutliche Anklage gegen den jungen Arbeiter- und Bauernstaat, dessen Janusköpfigkeit hinsichtlich der angeblichen sozialistischen Humanität Kluge kritisierte.

Das Bild war kurz in einer Ausstellung zu sehen, bevor die Staatssicherheit davon Wind bekam. Ein Freund warnte Kluge, der das Bild versteckte. Bei einem späteren Besuch der Stasi war es nicht auffindbar. „Unser Vater war ein lebensfroher, unangepasster Mann, der bis zu seinem 80. Lebensjahr an der Staffelei stand und malte“, erzählte seine jüngste in Stralsund lebende Tochter Swanthild Kluge. Kurz nach der Wende widmete das Stralsunder Kulturhistorische Museum dem Künstler eine Werkschau unter dem Titel „Hundert Begegnungen mit dem Meer“. Einige der damals gezeigten Arbeiten sind nun auch noch einmal in der aktuellen Stralsunder Exposition zu sehen.

Ausstellung zum 100. Geburtstag von Karl Heinrich Kluge, Galerie Stabenow, Badenstraße 1



Christian Rödel

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