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Gedicht für Reinberger Linde

Grimmen Gedicht für Reinberger Linde

Wilhelm von Humboldt soll sie 1796 staunend umrundet haben, und auch der bekannte Theologe Martin Niemöller hat die Linde im vorpommerschen Reinberg besucht.Selbst ein Gedicht wurde ihr gewidmet.

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Einen Stammumfang von 10,80 Meter hat die Reinberger Linde, die mindestens 800 Jahre alt sein soll. Sie steht auf der Liste der Naturdenkmale im Landkreis.

Quelle: Almut Jaekel

Grimmen. t. Kein Wunder, denn die Linde in Reinberg bringt es auf über 800 Jahre, sagen die einen. Andere legen noch 200 Jahre drauf. Und bei einem Stammumfang von 10,80 Meter kommt einem schnell das Wort „imposant“ über die Lippen. Ragt die Linde in puncto Stammumfang heraus, so ist die Stieleiche im Wald von Abtshagen bei der Baumhöhe mit 34 Metern der „Königin“ unter den Baumriesen. Die Barther hingegen haben in ihrem Stadtforst eine Eiche, die für manches Wunder gesorgt haben soll. Möglicherweise ist sie die einzige noch erhaltene Wundereiche des Landes, sagt Sagenforscher Hartmut Schmied. Solche Wundereichen (manchmal auch Buchen) standen in großer Zahl in den vergangenen Jahrhunderten im Lande. Ihre häufigen Heilungen bei Leiden wie Rheuma, Gicht oder Lähmungen durch den psychischen Wunder-Effekt und die Willensanstrengung beim Ersteigen gelten als sichere Überlieferungen. Bei der Barther Eiche gab es das seltene Verwachsen des Hauptstammes mit einem Ast. Dadurch bekam der Baum eine Öffnung, durch die der Heilungssuchende hindurch musste. In etwa drei Meter Höhe war unterhalb der Öffnung der Barther Eiche eine Plattform angebracht, auf die man über eine Leiter kam. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sollte die Heilkraft der Eiche schon versiegt sein. Auch die Öffnung hat sich seither verkleinert.

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Ute Schmidt (l.) und Doris Zimmermann mit den Aktenordnern zum Thema gesch�tzte B�ume.

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Die Reinberger Linde, die Eiche von Abtshagen und die Barther Wundereiche gehören zu den Bäumen im Landkreis Vorpommern-Rügen, die auf der Liste der Naturdenkmale stehen. Im Altkreis Nordvorpommern sind es 184, im Altkreis Rügen 159 und im Bereich Stralsund über 100, erläutert Ute Schmidt, Sachbearbeiterin für Landschaftsplanung und Landschaftspflege bei der Kreisverwaltung. Zu den Naturdenkmälern können neben Bäumen aber auch kleinflächige Biotope und Steine gehören.

Im Altkreis Nordvorpommern befinden sich unter den geschützten Bäumen unter anderem Gingko, Tulpenbaum, Urweltmammutbaum und Sumpfzypresse. Besonders reich gesegnet ist Prerow mit Naturdenkmälern.

Über 30 sollen es sein, darunter Eichen, Ilexgruppen, Eiben und Lindenbäume. Dass sie auf die Liste kamen, sei Victor von Stenglin zu verdanken, so Schmidt.

In Ribnitz-Damgarten gibt es zwölf Bäume, die als Naturdenkmal ausgewiesen sind, erläutert Michael Kresin vom Sachgebiet Umwelt und Abfallwirtschaft der Stadtverwaltung. Darunter sind zwei Blutbuchen im Bereich der Ribnitzer Freilichtbühne und eine Esskastanie vor der Stadtbücherei sowie eine Platane im Gutspark Pütnitz. Früher sollen mal Schilder darauf hingewiesen haben, dass es sich bei ihnen um Naturdenkmäler handelt, die sind jedoch verschwunden.

Was schützenswert oder eigenartig oder einfach nur schön ist und deshalb auf die Liste kommt, darüber entscheidet die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises. In diesem Zusammenhang weist Ute Schmidt auf die Möglichkeit hin, besonders imposante Bäume als Naturdenkmal vorzuschlagen. Vorschläge können sowohl Gemeinden oder auch Privatpersonen machen. Da laufen die Leute den Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde nicht unbedingt die Türen ein. „Aber um die fünf Anträge im Jahr bekommen wir schon auf den Tisch“, sagt sie. „Das sind Menschen, die sehr stolz sind auf ihren Baum“, fügt sie hinzu. Jeder alte Baum, der auf die Liste komme, dürfe nicht mehr gefällt werden, so Schmidt. Das sei auch gut so, denn ein alter Baum, der abgesägt wird, lasse sich nicht einfach durch einen neu gepflanzten Baum ersetzen.

Da alte Bäume wie alle Lebewesen natürlichen Alterungsprozessen unterliegen, müssen im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht auch mal abgestorbene Äste abgenommen oder Pflegearbeiten vorgenommen werden. Da sind die Eigentümer oder die Nutzungsberechtigten in der Verantwortung. Das kann kosten. Der Kreis könne auf Grund der beschränkten Mittel in lediglich ein, zwei Fällen im Jahr finanzielle Unterstützung geben, macht Doris Zimmermann vom Sachgebiet Eingriffsregelung deutlich. Aber man stehe den Eigentümern beratend zur Seite.

Naturdenkmäler in der Region
Nach dem Bundesnaturschutzgesetz vom 29. Juli 2009 sind Naturdenkmäler „rechtsverbindlich festgesetzte Einzelschöpfungen der Natur oder entsprechender Flächen bis zu fünf Hektar, deren besonderer Schutz erforderlich ist“. Das können wissenschaftliche, naturgeschichtliche oder landeskundliche Gründe sein. Wichtige Gründe sind weiterhin die Seltenheit, Eigenart oder auch die Schönheit der Exemplare.

Edwin Sternkiker

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443 Bäume stehen im Landkreis Vorpommern-Rügen auf der Liste der Naturdenkmäler. Mit dabei ist auch die Linde in der Reinberger Kirche.

443 Bäume stehen im Landkreis Vorpommern-Rügen auf der Liste der Naturdenkmäler. Sie wachsen unter anderem in Reinberg, Barth und Abtshagen.

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