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Grimmen Gefragt: Grammendorfer Wohnblöcke für 420000 Euro versteigert
Vorpommern Grimmen Gefragt: Grammendorfer Wohnblöcke für 420000 Euro versteigert
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00:03 14.06.2018
Das ist einer der beiden versteigerten Wohnblöcke in Grammendorf, die beide direkt nebeneinander liegen. Quelle: Foto: Anja Krüger
Grammendorf

Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Der letzte Hammerschlag bei der Sommerauktion der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG lässt es in der Grammendorfer Gemeindekasse klingeln. Zwei Wohnblöcke in Grammendorf wurden bei der Auktion aufgerufen und erfolgreich versteigert, für insgesamt 420000 Euro – ein Plus gegenüber den Mindestgeboten von 237000 Euro.

Gemeinde will Erlös als Eigenkapital für Investitionsvorhaben einsetzen /Straßenbau hat laut Bürgermeister Priorität

„Ich bin auf jeden Fall froh, dass beide Immobilien nicht für die Mindestgebote weggegangen sind“, quittiert Udo Peters das Auktionsergebnis. Doch die Zufriedenheit des Grammendorfer Bürgermeisters hält sich in Grenzen. Bei der Finanzausstattung der ländlichen Kommunen sei das doch nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, sagt er. Die Gemeinde hatte die beiden Wohnblöcke mit den Hausnummern 40 und 41 in der Grammendorfer Dorfstraße bei der am vergangenen Wochenende in Rostock veranstalteten Auktion zur Versteigerung eingebracht. Die beiden Dreigeschosser mit jeweils drei Aufgängen und 24 Wohnungen wurden in den 1960-er Jahren erbaut. „Sie gehörten damals zum VEG“, erinnert Peters. Im Zuge der Wende seien sie in die Rechtsträgerschaft der Kommune übergegangen.

Heute stehen viele der Wohnungen in beiden Blöcken leer. Lediglich neun Wohnungen sind im Block mit der Hausnummer 40 a,b,c vermietet, 12 sind es im Block 41 a,b,c. Udo Peters wundert das nicht. „Hier sind im Zuge der Wende rund 400 Arbeitsplätze weggebrochen“, blickt der Bürgermeister zurück. Einen noch größeren Leerstand in den Blöcken habe die Kommune zuvorkommen wollen. „Deshalb haben wir den Entschluss gefasst, beide Immobilien versteigern zu lassen“, so der Bürgermeister. Ein Beweggrund dafür liegt in Grammendorf nur einen Steinwurf von den versteigerten Mehrfamilienhäusern entfernt. Udo Peters: „Ein weiterer Block ist schon in Privathand und voll vermietet.“

Die beiden versteigerten Blöcke würden sich nicht mehr in einer Hand befinden, gibt Kai Rocholl, Auktionator und Vorstand der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG das Auktionsergebnis wieder. „Namen geben wir grundsätzlich nicht preis. Nur soviel: Einen Block hat eine Immobiliengesellschaft und den anderen eine Privatperson ersteigert.“ Für 139000 Euro wurde das Mehrfamilienhaus Dorfstraße 41 aufgerufen. Der Hammerschlag erfolgte bei einem Gebot von 240000 Euro. Das Mindestgebot für den Block Dorfstraße 40 lag bei 98000 Euro. Der Zuschlag wurde bei 180000 Euro erteilt.

„Für beide Immobilien gab es mehrere Interessenten. Deutschlandweit. Wir haben mehrere Besichtigungen vor der Auktion durchgeführt“, berichtet Rocholl. Dass selbst für solche Häuser, die keine Luxusvillen sind und nicht mit 1-a-Lage punkten können, eine Nachfrage besteht, wundert den Auktionator nicht. Das so genannte Betongold sei lukrativ, sagt er. „Für Anleger lohnt es sich, ihr Geld in Immobilien zu stecken.“

Udo Peters ist nach der für die Kommune einträglichen Versteigerung eins wichtig: „Dass die neuen Besitzer in ihr Eigentum investieren.“ Fenster, Türen und Dächer beider Blöcke sind seinen Angaben zufolge zwar in Ordnung. „Die Heizung ist aber verschlissen und muss unbedingt gemacht werden.“ Der Bürgermeister spricht vom Investitionsstau.

Genügend „Baustellen“ sieht er auch in der Gemeinde. „Den Erlös der Versteigerung werden wir für Investitionen in die Infrastruktur einsetzen“, so Peters. „Zum Beispiel im Straßenbau.“ Einen Maßnahmeplan habe die Kommune bereits. Die Liste ist lang. „Die Dorfstraße in Rodde und eine neue Beleuchtung für diese stehen mit drauf“, führt er als Beispiel an. Auch das letzte Teilstück der Straße zwischen Dorow und Faesekow, die Fahrbahn zu den Eigenheimen in Keffenbrink und die Straße Dorow – Nehringen sollen gemacht werden. Vorgesehen sei, so der Bürgermeister, für diese Vorhaben eine Förderung einzuwerben. „Das Geld aus der Versteigerung können wir als Eigenkapital für solche Vorhaben einsetzen.“

Udo Burwitz

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