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Gemüse-Rap und gesundes Essen in Horst

Horst Gemüse-Rap und gesundes Essen in Horst

Zum zweiten Mal startete gestern der Pausenbrot-Aktionstag. Laut Studie sind Kinder vom Land dicker als aus der Stadt.

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Alwin Wagner (9), Kira Dopichaj (9) und Fabienne Wilke (10, v. re.) essen genüßlich ihre Pausenbrote.

Quelle: Hannes Ewert

Horst. Rund jedes zehnte Schulkind von sechs bis zehn Jahren leidet in Mecklenburg-Vorpommern an Übergewicht. Etwa fünf Prozent der Grundschüler im Landkreis Vorpommern-Rügen ist sogar stark übergewichtig und hat Adipositas (Fettsucht). Die Zahlen sind leicht rückläufig, trotzdem gibt es keinen Grund zur Entwarnung.

Wie wichtig deshalb gesundes Essen ist, zeigte gestern der Pausenbrot-Aktionstag in der Grundschule Horst. Der Tisch war reichhaltig gedeckt mit Kohlrabi, Möhren und Paprika. Finanziert wurde die Aktion durch den irischen Butter-Hersteller „Kerry Gold“. Das Unternehmen steuerte 75 Euro für das Frühstück bei. Die Schule hatte sich um das Frühstück beworben.

„Ich bin in einer Fachzeitschrift auf die Aktion aufmerksam geworden“, sagt Lehrerin Annemarie Preuß. Die 30-Jährige schnappte sich einen Coupon, stellte die Aktion ihrer Schulleiterin Heidi Lindemann vor, und bereits im vergangenen Jahr hatten die Kinder ihren ersten Pausenbrot-Aktionstag.

Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen der Gesundheit. „Wir machen Sport, haben einen Gemüse-Rap kreiert, ein Essen-Quiz gelöst, und die Schüler der 4. Klasse haben das Frühstück vorbereitet“, sagt Schulleiterin Lindemann.

Sie erklärte, dass ein ausgewogenes Frühstück zum Tagesstart dazugehört. „Die meisten Eltern geben ihren Kindern eine Stulle mit in die Schule, aber auch nicht alle“, sagt Lindemann. Das bedauert sie. Es gebe an manchen Tagen noch Nachholebedarf.

Vorpommern-Rügens Amtsarzt Jörg Heusler weiß, wie wichtig ein gesundes Frühstück ist. „Die Akkus werden aufgeladen, und der Körper tankt Energie für den Tag.“ Hunger kann auch zu Stress führen. „Wer hungrig wird, wird auch manchmal böse.“ Er appelliert vor allem an die Eltern, dass sie ihren Kindern eine gesunde Lebensweise mit auf den Weg geben.

Falsche Ernährung und wenig Bewegung können dazu führen, dass Übergewicht entsteht. „Im ländlichen Raum gibt es mehr dicke Kinder. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass es in den Städten mehr sportliche Freizeitangebote gibt. Auf dem Land eher nicht. Dort fehlt es an Vielfalt“, sagt Heusler.

Der Amtsarzt stellt fest, dass die Kinder mit zunehmendem Schulalter immer dicker werden. Im Grundschulalter sind elf bis 13 Prozent übergewichtig. Ab der 4. Klasse sogar 16 bis 20 Prozent. In der 8. Klasse sogar fast jedes vierte Kind. Heusler betont aber auch, dass es jährliche Schwankungen in den Zahlen gibt. Vor acht Jahren waren noch 6,2 Prozent der Schulkinder in Mecklenburg-Vorpommern adipös. Vor zwei Jahren waren es nur noch 4,6 Prozent und damit weniger als der Landesdurchschnitt (fünf Prozent).

Der gestrige Pausenbrot-Aktionstag sollte dazu beitragen, dass sich die Kinder intensiver mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Den 72 Schülern hat der Tag sichtlich Spaß gemacht. Lea Klein aus der 1. Klasse schmeckte das Frühstück. „Echt gesund. Zu Hause sitzen wir auch in der Familie zusammen und essen gemeinsam Frühstück“, erzählt sie.

Body-Mass-Index
11,8 Prozent der Einschulkinder waren im Jahr 2008 laut einer Studie des Robert-Koch-Institutes übergewichtig.
Übergewichtig ist jemand, dessen Body-Mass-Indix (BMI) einen Wert von 25-30 erreicht. Ein gesunder BMi liegt zwischen 18,5 und 25. Darunter ist der Mensch untergewichtig.
Der Body-Mass-Index errechnet sich aus der Masse des Körpers durch die Länge in Metern zum Quadarat.
In Deutschland leben mehr als 14,7 Prozent mit Adipositas . 46,5 Prozent haben Normalgewicht.

 



Hannes Ewert

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