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Grimmen Grimmener sitzen auf den Kanaren fest
Vorpommern Grimmen Grimmener sitzen auf den Kanaren fest
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08:00 09.02.2019
Kristian Gebauer tut alles, um seine Kunden ohne Strapazen wieder nach Deutschland zu holen. Quelle: Carolin Riemer
Grimmen

Auf dem Schreibtisch von Kristian Gebauer stapeln sich die Unterlagen. Neben Reisekatalogen liegen etliche Dokumente. „Mehr als 30 meiner Kunden sitzen zurzeit im Ausland fest und wissen nicht wie sie zurückkommen sollen“, sagt der Reiseverkehrskaufmann. Schuld ist die Insolvenz der Fluggesellschaft Germania. Die meisten Grimmener sind auf den Kanaren gestrandet. Mehrmals am Tag telefoniere er mit den mittlerweile unfreiwilligen Urlaubern. Er versucht, passende Flüge und Bahnverbindungen zu buchen und Mietwagen zu organisieren, damit die Touristen möglichst bald und ohne große Umwege und Strapazen wieder nach Hause kommen können. Kristian Gebauer spricht von einer „Katastrophe“. Die Insolvenz in der Ferienzeit hat seinen Arbeitsalltag durcheinandergebracht.

Die meisten der Grimmener, die eigentlich einen entspannten Urlaub auf den Kanarischen Inseln genießen wollten, sind vom Rostocker Flughafen Laage abgeflogen. Viele von ihnen sind mit Kindern unterwegs. Doch nun könne der Rostocker Flughafen nicht mehr angeflogen werden und die Urlauber sollen auf Flüge ausweichen, die im entfernten Süddeutschland landen. „Das ist kein großes Problem, solange man nicht mit kleinen Kindern unterwegs ist“, sagt Gebauer. Das Auto in Rostock geparkt, ein Flieger, der allerdings in Düsseldorf landet. Und das in der Ferienzeit, in der hauptsächlich Familien mit ihrem Nachwuchs unterwegs sind.

Das Telefon von Kristian Gebauer glüht. Den Urlaubern geht es gut und sie zeigen sich verständnisvoll, aber viele von ihnen müssen am kommenden Montag wieder arbeiten und hatten sich schon vor Tagen auf eine Rückreise eingestellt. Kristian Gebauer setzt alles daran, sie auf angenehmstem Weg wieder nach Norddeutschland zu befördern. „Es ist natürlich ein klarer Vorteil, wenn man in einem Reisebüro und nicht auf eigene Faust gebucht hat. Meine Kunden haben mit mir einen Ansprechpartner, jemand, der ihre Interessen vertritt und sich um sie kümmert und die Rückreise organisiert.“ Kunden, die eine Flugreise mit Germania und einen Pauschalurlaub planten, aber noch nicht angetreten haben, nehmen die Insolvenz gelassen hin. Sie bekommen eine Erstattung oder nutzen andere Flieger.

Die Grimmener seien ein sehr reiselustiges Völkchen, sagt Kristian Gebauer. „Und viele von ihnen planen ausgefallene Reisen“, weiß der Experte aus dem Reisebüro, der seit zehn Jahren in Grimmen arbeitet. In der jüngsten Zeit erfüllte er beispielsweise Reisewünsche nach Usbekistan, Alaska und Rundreisen durch die USA. Andere Kunden buchten eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn, um sich ihren Reisetraum zu erfüllen. „Asien ist ein Reiseziel, das auch immer beliebter wird. Aber die Karibik geht natürlich auch immer.“ Von Jahr zu Jahr werde auch die Nachfrage nach Kreuzfahrten größer. Die meisten Grimmener stechen dann in Warnemünde in die Ostsee. Kristian Gebauer reist selbst auch gern. Im vergangenen Jahr reiste er zusammen mit einem Freund quer durch Russland. Nach der Germania-Pleite und dem Stress hat er sich die nächste Reise auf jeden Fall verdient.

Carolin Riemer

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