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Grimmen Gerüche, die einem Tränen in die Augen treiben
Vorpommern Grimmen Gerüche, die einem Tränen in die Augen treiben
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00:01 28.04.2016
Ein angekokeltes Kissen und ein Topf mit undefinierbarem müffelnden Inhalt verbreiten unangenehme Gerüche. Quelle: Claudia Noatnick

Vor dem Kühlschrank hat sich eine braune klebrige Lache ausgebreitet. Der Gestank, der einem beim Öffnen des Kühlgerätes entgegen schlägt, treibt einem die Tränen in die Augen. Mit den Wort „Verwesung“ lässt der Geruch am ehesten umschreiben. Im Ofen ein angesengtes blaues Kissen, dazu ein Topf mit undefinierbarem Inhalt. „Ich habe schon einiges erlebt, aber das hier ist schon echt hart“, sagt Nicole Ristau und hält sich den Arm schützend vor Mund und Nase.

Ristau ist als Mitarbeiterin der Stadtverwaltung für die Betreuung von Asylbewerbern zuständig. „Unsere Aufgabe ist es unter anderem, den Zustand leergezogener Wohnungen zu überprüfen und zurückgelassene persönliche Dinge zu protokollieren und aufzubewahren“, erzählt sie.

Die Wohnung, in der sie gerade steht, wurde bis vor kurzem noch von syrischen Flüchtlingen bewohnt. „Wenn wir in eine Wohnung kommen, wissen wir nie, was uns erwartet“, sagt sie. Manche, die seien tiptop in Ordnung. Da liege nichts herum, alles sei einem ordentlichen Zustand. Da merke man, dass sich die Leute wirklich integrieren wollten.

Aber dann gebe es eben auch solche wie die in der Feldstraße. In denen die Fußböden schmutzig sind und man meint, daran festzukleben. In denen sich schmutzige Wäsche stapelt. In denen eine Patina aus klebrigem Staub die Möbel bedeckt. Und in denen es nicht riecht, sondern stinkt. Solche Wohnungen möchte man am liebsten nur mit Schutzkleidung betreten.

Manchen Asylbewerbern sei scheinbar nicht klar, dass sie in den Wohnungen selbst für Ordnung und Sauberkeit sorgen müssen. Mit Händen und Füßen versuchten die Stadtangestellten, ihnen das begreiflich zu machen, wenn sie ihren Runden drehten. Denn viele Asylbewerber verstünden weder deutsch noch englisch „Wir haben hier leider keine Dolmetscher und müssen sehen, wie wir uns verständlich machen können“, sagt Nicole Ristau.

Ein weiteres Problem sei, dass die Stadt für Asylbewerber, die als Flüchtlinge anerkannt werden, nicht mehr zuständig ist. Hier müssten andere Stellen wie der Landkreis aktiv werden. Im Falle verwahrloster leergezogener Wohnungen — viele Flüchtlinge versuchten in großen Städten Fuß zu fassen und verließen ohne Rückmeldung an die Behörden ihre Wohnungen — sollte deshalb überlegt werden, wer die (professionelle) Reinigung derselben übernimmt.

Von cn

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