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Grimmen Geschichte seit 30 Jahren erlebbar
Vorpommern Grimmen Geschichte seit 30 Jahren erlebbar
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00:00 16.06.2017

Gestern vor drei Jahrzehnten wurde das Grimmener Heimatmuseum eröffnet. Und damals wie heute hat es mit einem Problem zu kämpfen: Der Platz reicht nicht.

Weder für die Exponate, die es auszustellen gibt, noch für die Gäste – zur Eröffnungsfeier vor 30 Jahren und auch gestern wieder beim Jubiläum. Wenn sich Stadt und Museum für den Alltag auch weitaus mehr Besucher wünschen, als es Realität ist. Gestern aber drängten sich die Gäste im Sonderausstellungsraum und im Flur der Einrichtung, um die Schautafeln mit fast 600 Fotos und vielen Informationen zu bestaunen, die von der Entstehung und Geschichte des Museums erzählen.

Noch etwas ist in all diesen Jahren gleich geblieben: Nämlich die Leiterin des Museum, Dr. Sabine Fukarek. Der leider inzwischen verstorbene Gerhard Strübing hätte sie damals nach Grimmen geholt, berichtete sie in einem Vortrag, in dem sie die 30 Jahre Revue passieren ließ, im gegenüberliegenden Gemeindezentrum der Evangelischen Kirche. Doch auch dort war kaum genug Raum für die vielen interessierten Gäste – teils jahrelange Mitstreiter, teils Partner und treue Besucher. Und so war dann Stühlerücken angesagt, bevor die Museumsleiterin zurückblicken konnte. Strübing, der in Grimmen als Lehrer tätig war, sei quasi der Geburtshelfer des Museums gewesen, erzählte Fukarek weiter. Ein Museumsbeirat wurde gegründet, ab 1985 der Bau der Einrichtung und der Umbau des historischen Mühlentors vorbereitet. „Zwei Jahre Bauzeit waren damals übrigens eingeplant und wurden auch genau eingehalten“, berichtete Sabine Fukarek schmunzelnd.

„Ich freue mich, dass auch die Stadtvertretung Grimmens in all diesen Jahren immer wieder den Mut aufgebracht hat, die finanziellen Mittel für das Museum bereitzustellen“, sagte Grimmens Ordnungsamtsleiter Burkhard Niedermeyer. Denn es sei wichtig, sich zur Geschichte und zur Vergangenheit zu bekennen. So ganz klar sei das während all der Jahre nicht immer gewesen, verriet dann Sabine Fukarek. Und so habe sie manchmal gedacht, jetzt schließe sie das Museum zum letzten Mal ab. „Aber es ging immer weiter, auch Dank der vielen Mitstreiter, die mir das Gefühl gaben: Ich bin nicht allein, ich habe Hilfe“, sagte sie.

Besonders in den 1990er-Jahren waren es die vielen ABM-Kräfte, die im Museum mit anpackten. Hilfe gab es aber auch später bei den vielen Sonderausstellungen im Museum und im Wasserturm, den Sabine Fukarek ebenfalls betreut. Und Unterstützung bei Aktionen wie Märchenfesten und historischen Waschtagen für Kinder. Aber auch Hilfe bei der ureigensten Aufgabe eines Museums: Exponate beschaffen, sichten, recherchieren, dokumentieren. Und so freute sie sich gestern besonders, dass ihr Rudi Mielke, einst bei der staatlichen Bauaufsicht für den Bau des Heimatmuseums mit verantwortlich, historische Unterlagen zur Einrichtung übergab.

„Ein Museum steht oder fällt mit den Leuten, die vor Ort sind“, sagte Dieter Landes. Er muss es wissen, ist er doch Vorsitzender des Fördervereins „Erdöl und Heimat e. V.“, der in Reinkenhagen das Erdölmuseum betreibt. Sabine Fukarek mache eine herausragende Arbeit, findet er. Geschichte zu erhalten, sei wichtig, und er freue sich, dass Grimmen diese Aufgabe erfülle.

Und so wünschte sich und dem Museum im Mühlentor gestern auch Sabine Fukarek: „Dass wir, wenn meine Zeit hier vorüber ist, einen Nachfolger finden, der diese Arbeit weiterführt“.

Almut Jaekel

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