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Grimmen Greifswald erhöht Zuschüsse für Tierpark: Teich soll saniert werden
Vorpommern Grimmen Greifswald erhöht Zuschüsse für Tierpark: Teich soll saniert werden
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00:05 20.09.2016

Der Greifswalder Tierpark bekommt finanzstarke Unterstützung aus der Politik. Längst bevor die Bürgerschaft Anfang Oktober ihr offizielles Votum gibt, haben sich die Fraktionen von Linken, SPD, Grünen und Kompetenz für Vorpommern darauf verständigt, den Tierpark in den kommenden beiden Jahren deutlich stärker zu unterstützen, als das bislang geplant war.

Tierparkchefin Heidi Schönherr mit den Plänen für die Teichsanierung. 2017 soll die Entschlammung beginnen. Quelle: Peter Binder
Der Tierpark hat sich wunderbar entwickelt. Die Entscheidung über die Zuschüsse gehört in die Haushaltsverhandlungen.“Axel Hochschild, CDU
Tierparkchefin Heidi Schönherr mit den Plänen für die Teichsanierung. 2017 soll die Entschlammung beginnen. Quelle: Peter Binder
Der Tierpark hat sich wunderbar entwickelt. Die Entscheidung über die Zuschüsse gehört in die Haushaltsverhandlungen.“Axel Hochschild, CDU

Da diese Fraktionen die Mehrheit im Parlament haben, gilt die Zusage als sicher. Die Ortsteilvertretung Innenstadt und der Finanzausschuss stimmten der Vorlage bereits zu.

Große Erleichterung bei Tierparkchefin Heidi Schönherr: „Die städtischen Mittel sind sehr wichtig für uns, um die Sanierung des Tierparks fortzusetzen und endlich den Teich entschlammen zu können.“

Der Teich ist nicht nur wegen der schlechten Wasserqualität Sorgenkind des Teams, sondern auch wegen der Geruchsbelästigung. „Es riecht sehr unangenehm. Da ist unbedingt Handlungsbedarf“, sagt auch Axel Hochschild, Chef der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft. Seine Partei sieht die Beschlussvorlage trotzdem kritisch. „Das Geld jetzt schon zuzusagen, wäre ein Vorgriff auf die Haushaltsdiskussion“, so Hochschild. Diese stehe erst zum Jahresende an.

Nach ersten Schätzungen soll die Entschlammung 1,3 Millionen Euro kosten, so Schönherr. Eine Summe, die Stadt und Tierpark auf keinen Fall alleine stemmen können. Warum es so teuer ist, einen vergleichsweise kleinen Teich zu sanieren? Das Gewässer wurde vor Jahrzehnten künstlich angelegt, es gibt keinen Durchfluss. Es ist auch nicht möglich, diesen technisch anzulegen. Weil sich über die Jahre immer mehr Schlamm angesammelt hat und der Sauerstoffgehalt weiter gesunken ist, sind sogar die Karpfen gestorben. Zum letzten Mal wurde der Teich 1992 ausgebaggert. Klar ist, dass das auch künftig in regelmäßigen Abständen gemacht werden muss. „Wir wollen möglichst nachhaltig entschlammen, damit die Maßnahme eben nicht so schnell wiederholt werden muss“, sagt Schönherr. Beispielsweise müsse dem Teich auch Sauerstoff zugeführt werden.

Schönherr hat gute Aussichten auf EU-Fördermittel. Es geht um ein Programm, das Greifswald gemeinsam mit der polnischen Stadt Swinemünde nutzen möchte. „Wir wollen den Antrag im Frühjahr 2017 einreichen“, sagt Schönherr. Noch im selben Jahr könnte es losgehen, sollten das gemeinsame Projekt den Zuschlag bekommen. „Ich finde es sehr gut, dass sich der Tierpark selbst darum kümmert, Fördermittel einzuwerben“, lobt Bürgerschaftsmitglied Yvonne Görs (Linke). Das sei für einen kleinen Verein keineswegs selbstverständlich.

Um Fördermittel für die Teichsanierung beantragen zu können, benötigt der Tierpark von der Stadt 112000 Euro. „Wir haben Eigenmittel in Höhe von 84000 Euro, die reichen jedoch nicht aus“, sagt Tierparkchefin Schönherr. Sollte der Antrag auf EU-Fördermittel scheitern, bräuchte die Stadt den Zuschuss zum Eigenanteil nicht zur Verfügung stellen.

In jedem Fall jedoch ist der Zoo auf höhere städtischen Zuschüsse angewiesen, als das bislang geplant war. Ursprünglich sollten diese ab dem kommenden Jahr von derzeit 160000 Euro auf 120

000 Euro sinken. Auf Schönherrs Wunsch hin will die Bürgerschaft die Zuschüsse auf dem aktuellen Niveau beibehalten. Die Leiterin weist darauf hin, dass es im Tierpark fast ausschließlich sogenannte „geschützte Arbeitsplätze“ gebe. Heißt: Das Jobcenter zahlt eine Förderung, weil es sich um Personen mit einem Handicap handelt oder Menschen, die älter als 50 Jahre sind. „Trotzdem sinken die Lohnkostenzuschüsse des Jobcenters entscheidend“, sagt Schönherr. Die Mehrkosten, auch durch den Mindestlohn, machen die höhere Zuschüsse erforderlich.

Um diese Kosten geht es

160000 EEuro soll der städtische Zuschuss für den Tierpark jeweils in den Jahren 2017 und 2018 betragen. Diese Summe wurde auch in den vergangenen Jahren gewährt. Geplant war jedoch, den jährlichen Zuschuss ab kommendem Jahr auf 120000 Euro abzusenken. Von diesem Ansinnen nimmt die Bürgerschaft Abstand.

1,3 Millionen Euro soll die Sanierung des Tierparkteiches kosten. Der Tierpark will im Frühjahr 2017 einen Antrag auf EU-Fördermittel einreichen. Es wird eine 85-prozentige Förderung in Aussicht gestellt. Den Eigenanteil

in Höhe von 196000 Euro teilen sich Tierpark (84000 Euro) und Stadt (112000 Euro).

Katharina Degrassi

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