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Greifswald geht erneut leer aus

Greifswald Greifswald geht erneut leer aus

Das Vorhaben „Sanierung der Stralsunder Straße 10/11“ wird doch kein nationales Städtebauprojekt

Greifswald. Die Hansestadt Greifswald ist im Wettbewerb um Nationale Projekte des Städtebaus gescheitert. Aus MV hat Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) das Forum St. Marien in Wismar berücksichtigt. Insgesamt fördert Berlin 17 Nationale Projekte des Städtebaus mit rund 41 Millionen Euro.

Auf Beschluss der Bürgerschaft ging Greifswald mit der Stralsunder Straße 10/11 ins Rennen. Das denkmalgeschützte ehemalige Gesellschaftshaus „Zum Greif“ soll für 5,2 Millionen Euro saniert werden.

Eine knappe Million erhoffte der Eigentümer, der Verein „Straze“ vom Bund aus dem Programm für nationale Städtebauprojekte.

Geplant sind in der Stralsunder Straße der Betrieb eines Kultur- und Begegnungszentrums sowie ein barrierefreies und gemeinschaftliches Wohnprojekt. Nach Ansicht der Stadt passte das gut zu einem der drei Schwerpunkte der Förderung – „Barrierefreier und demographiegerechter Umbau der Städte“. Greifswald scheiterte knapp. „In der fachlichen Bewertung wurde unser Antrag punktgleich mit dem Wismarer eingestuft“, informiert Sprecherin Andrea Reimann. Die Jury entschied sich aber für das Forum St. Marien mit einem Fördervolumen von einer Million Euro. Üblicherweise bekommt MV mit relativ wenig Bürgern nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel keine zwei Zusagen. Warum Wismar bevorzugt wurde, dazu machte Ministeriumssprecher Reinhard Kübler gegenüber OZ keine Angaben. Die Jury habe intensiv beraten, sagt er nur.

Insgesamt lagen 118 Vorschläge mit beantragten Zuschüssen von 466 Millionen Euro vor – mehr als das Zehnfache zur Verfügung stehenden Mittel. Über 40 Prozent der Gelder fließen in den Schwerpunkt Konversion von Militärflächen. Der dritte waren interkommunale städtebauliche Kooperationen. Die Stadt glaubt nicht, dass Greifswald mit dem Medigreifprojekt „Vom ehemaligen Luftwaffenlazarett zum städtebaulich integrierten Gesundheits- und Gesundheitszentrum“ im Schwerpunkt Konversion Erfolg gehabt hätte. Das war der zweite Greifswalder Bewerber 2016 um eine Bundesförderung. Medigreif will das Dach des 1938/39 gebauten Luftwaffenlazaretts denkmalgerecht neu eindecken lassen. Die Grünanlagen sollen in das Umfeld integriert und eine Ausstellung zur Bedeutung ehemaliger Greifswalder Militärbauten und deren Konversion etabliert werden. Experten weisen dem Luftwaffenlazarett einen sehr hohen Denkmalwert zu, vergleichbar mit dem Flughafen Tempelhof und den Kraft-durch-Freude-Bauten in Prora. Medigreif-Geschäftsführer Klaus Schilling schlug das Lazarett daher 2015 sogar als Kandidaten für die Anerkennung als Unesco-Weltkulturerbe vor.

„Das ist kein klassisches Konversionsvorhaben“, kommentiert Andrea Reimann das Medigreifprojekt. Das zeige der Vergleich mit den geförderten Vorhaben in Heidelberg, Schweinfurt und Herford. „Dort geht es um großflächige Bereiche, die mit neuen Nutzungen aufgewertet werden.“ Auch deren städtebauliche Dimension sei viel größer als bei Medigreif.

Dritter Greifswalder Vorschlag war der altersgerechte und barrierefreie Umbau des alten Ostseeviertels. Über diese Vorschläge wurde kontrovers diskutiert, ehe sich die Stralsunder Straße 10/11 in der Bürgerschaft durchsetzte. Auch 2015 bekam die Stadt kein nationales Städtebauprojekt durch. Zu den vier Bewerbern gehörten die Stralsunder Straße und das Luftwaffenlazarett. Dazu kamen das Studentenwohnheim Makarenkostraße und die alten Gewächshäuser der Uni. Die Bürgerschaft traf 2015 keine Vorauswahl.

Eckhard Oberdörfer

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