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Grimmen Grimmen will Gedenkort für ermordete Juden
Vorpommern Grimmen Grimmen will Gedenkort für ermordete Juden
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00:00 16.10.2017
Grimmen

soll einen Gedenkort für jüdische Bürger der Stadt, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden, bekommen. Wie der aussehen soll und wo er zu finden sein wird – das steht aber noch nicht fest. Die Stadtvertreter hatten nach einem Dringlichkeitsantrag der Linken beschlossen, Recherche und Vorschlagssuche an Schul-, Sport- und Kulturausschuss zu verweisen.

Dieser Ausschuss tagte nun gemeinsam mit dem Ausschuss für Jugend, Senioren und Soziales. Ein Ergebnis liegt aber noch nicht vor. „Eine Tafel, Stolpersteine oder die Erweiterung der vorhandenen Gedenkstätten am alten Friedhof könnten das sein“, hatte Armin Latendorf, Fraktionsvorsitzender der Linken, während der Stadtvertretersitzung vorgeschlagen. Möglichst sollte das bis zum Jahrestag der Kristallnacht – dem 9. November – umgesetzt werden.

Es gab sogar einen jüdischen Friedhof in der Stadt. Seit 2009 weist ein Gedenkstein mit Kupfertafel und Inschrift in der Karlstraße darauf hin. „Von 1843 bis zu den Jahren der Nazi-Diktatur stand auf diesem Gelände ein kleiner jüdischer Friedhof. In den 1930er-Jahren waren etwa 20 Gräber vorhanden. Der Friedhof wurde während der Naziherrschaft eingeebnet und um 1969 bebaut“, heißt es unter anderem in der Inschrift.

Der Gedenkstein befindet sich heute auf einem Privatgrundstück, sagte Kulturausschussleiter Walter Scholz (CDU). Burkhard Niedermeyer, Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung soll nun Kontakt zum Eigentümer aufnehmen und prüfen, ob diese Stelle eventuell öffentlich begehbar gemacht werden könne.

Einige Ausschussmitglieder, unter ihnen Brigitte Bathke (CDU), die die Sitzung als Vorsitzende des Sozialausschusses leitete, sprachen sich für eine Gedenktafel statt der Stolpersteine aus, die vielerorts angebracht wurden. Ob auf dieser Tafel oder auf einer Stele die Namen der bisher fünf bekannten jüdischen Bürger, die während der Nazi-Zeit ermordet wurden, veröffentlicht werden sollen, sei noch ungeklärt und soll in den Fraktionen diskutiert werden, informierte Walter Scholz. Er selbst spricht sich gegen das Vorhaben aus. „Es gibt in Grimmen ein Denkmal für die Opfer des Faschismus am Alten Friedhof, das diese jüdischen Opfer einschließt“, begründete er seine Meinung.

Almut Jaekel

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