Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Grimmen will keine Stolpersteine
Vorpommern Grimmen Grimmen will keine Stolpersteine
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 13.07.2018

Grimmen. Wie geht die Stadt Grimmen mit dem Andenken an ihre jüdischen Mitbürger um, die hier während der Naziherrschaft ums Leben kamen? Armin Latendorf von der Fraktion der Linken im Stadtparlament hat darauf eine kurze Antwort. Sie lautet: „Nicht ausreichend“.

Dieser Findling erinnert seit 2009 auf dem Hof der Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in der Karlstraße an einen jüdischen Friedhof, der von den Nazis eingeebnet wurde. Quelle: Foto: R. Amler

Denn bereits 2017 hatte seine Fraktion im Stadtparlament in einem Dringlichkeitsantrag gefordert, dass Grimmen mehr tun müsse. Sein Vorschlag: Entweder Stolpersteine, wie sie seit 1992 in vielen anderen deutschen Städten in die Gehwege eingelassen werden, eine Gedenktafel oder eine Erweiterung der vorhandenen Gedenkstätten auf dem alten Friedhof. Dazu gab es auch einen Beschluss, der in den Ausschüssen diskutiert werden sollte. Und es gab einen Termin für eine Umsetzung: den 9. November 2018. An diesem Tag jährt sich zum 85. Mal die Reichskristallnacht, in der in Deutschland tausendfach Synagogen, Gebetsräume und jüdische Geschäfte zerstört wurden.

Auf der letzten Stadtvertretersitzung wurde Latendorf aber ausgebremst. Es gebe in Grimmen bereits einen Ort, der an die Juden erinnert, erklärte Burkhard Niedermeyer Fachgebietsleiter der Stadt.

Dabei handelt es sich um einen Findling mit Kupferplatte auf einem Privatgrundstück in der Karlstraße. Dieses gehört dem Helios-Klinikum Stralsund. Es betreibt dort eine Tagesklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Mit Chefarzt Prof. Harald Freyberger sei man aber überein gekommen, dass der Stein für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde, erklärte Niedermeyer. Außerdem wolle Helios noch eine Gedenktafel hinzufügen. Analog sei das in Stralsund bereits geschehen. Es gebe auch einen Forschungsauftrag an Doktoranden, so Niedermeyer. Sie sollen unter anderem herausfinden, was während der Zeit der Naziherrschaft, als das Stralsunder Krankenhaus auch ein Wehrmachtskrankenhaus war, hier mit psychisch Kranken geschehen ist.

Den Linken reicht diese Art des jüdischen Gedenkens in Grimmen nicht aus. Unabhängig von Helios fordern sie ein Gedenken an jene jüdischen Menschen, die in der Stadt ums Leben kamen. Der Gedenkstein in der Karlstraße erinnere lediglich daran, dass es auf dem Grundstück einst einen jüdischen Friedhof gegeben habe, argumentiert Latendorf. In der Inschrift steht, dass der Friedhof von 1843 bis zur Nazi-Diktatur bestand und 20 Gräber hatte. Die Nazis ebneten ihn ein. 1969 wurde er bebaut.

„Wir haben die Namen der ermordeten Menschen“, erklärt Latendorf. „Und wir möchten, dass konkret an sie erinnert wird. Schließlich waren es Grimmener Bürger“, sagt er. Bei der CDU stößt er damit aber offenbar auf taube Ohren. Denn Brigitte Bathke, die stellvertretende Stadtpräsidentin, sagt, dass eine Gedenkstätte ausreichend sei. Man brauche nicht noch eine zweite. Und auch von der SPD scheint es keine Rückendeckung für die Linken zu geben. In den Ausschüssen sei man sich einig gewesen, meinte Katrin Klasen.

Reinhard Amler

„Vor 28 Jahren habe ich vor dem Problem gestanden: Wie mache ich mich selbstständig? Heute lautet es: Wie verkaufe ich meinen Betrieb?“ Elektromeister Reinhold Krettek (62) ist ratlos.

13.07.2018

25 Jahre hat das Paar den Konsum betrieben

13.07.2018

Lauterbach. Auch in diesem Jahr gibt es beim Freiwasserschwimmen von der Insel Vilm bis in den Hafen von Lauterbach nur 400 Startplätze.

13.07.2018