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Grimmener Gymnasium setzt auf Plattdeutsch

Grimmen Grimmener Gymnasium setzt auf Plattdeutsch

Im kommenden Schuljahr soll im Rahmen der Ganztagsschule ein Niederdeutsch-Kurs angeboten werden

Grimmen. „Ich hätte mir damals nicht gewünscht, dass die Sprache mit in das Abitur kommt“, sagt Frederike Petters. Die 20-Jährige hat ihr Abi seit einem Jahr in der Tasche und steht der jüngsten Diskussion um Plattdeutsch als Fremdsprache im Gymnasium eher skeptisch gegenüber, während Änne Barz es als Abwechslung betrachtet, sollte Plattdeutsch als Abi-Fach etabliert werden.

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Im kommenden Schuljahr soll im Rahmen der Ganztagsschule ein Niederdeutsch-Kurs angeboten werden

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An der Idee von Bildungsminister Matthias Brodkorb, Schüler sollten Platt als zweite Fremdsprache wählen können, scheiden sich die Geister. Während die einen es gut finden, dass dem Niederdeutschen so zu neuem Aufschwung verholfen wird, sehen andere Platt nicht unbedingt als eine Fremdsprache an, die es wert ist, ins Abitur aufgenommen zu werden. „Platt hört sich zwar gut an, im täglichen Leben aber benötigt man die Sprache nicht unbedingt. Sollte Plattdeutsch wirklich ein Abi-Fach werden, so sollte das deshalb auf freiwilliger Basis erfolgen“, findet Petters.

Im Grimmener Gymnasium ist Plattdeutsch als Abi-Fach allerdings noch kein Thema. „Davon sind wir noch weit entfernt“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Carla Alff. Man habe – was das Niederdeutsche betrifft – an der Bildungseinrichtung überhaupt keine Basis. „Und wir können ja nicht einfach anfangen und oben etwas aufsetzen“, so Alff. Vielmehr müsse man von unten kontinuierlich arbeiten und eins auf dem anderen aufbauen, bevor man hier Plattdeutsch als Abiturfach anbieten könne.

Ganz vom Tisch ist Plattdeutsch im Gymnasium jedoch nicht. „Wir möchten im kommenden Schuljahr einen Kurs Platt im Rahmen der Ganztagsschule anbieten“, so Carla Alff. Bislang hätten bereits zehn Schüler der siebten bis neunten Klassen Interesse bekundet. Die stellvertretende Schulleiterin, die mit weiteren Interessen für den Kurs rechnet, nahm deshalb Kontakt mit Petra Schwaan-Nandke auf, um sie für das Projekt Plattdeutsch am Gymnasium zu gewinnen. „Als Lehrer werde ich definitiv nicht zur Verfügung stehen, da ich keinerlei pädagogische Ausbildung habe“, macht die bekannte Plattschnackerin aus Wilmshagen deutlich. Und, so fügt sie hinzu, es gebe genügend Plattdeutschlehrer: Vor etwa zehn Jahren seien in ganz Mecklenburg-Vorpommern 80 Lehrer in Sachen Niederdeutsch fit gemacht worden.

Allerdings könne sie sich vorstellen, eine unterstützende Funktion einzunehmen. „Ich habe nichts dagegen, einen bereits bestehenden Kurs, egal welcher Art, zu begleiten und ihn mit Plattdeutsch zu bereichern“, so Petra Schwaan-Nandke. Am Gymnasium ging man auf ihren Wunsch ein. Für das Projekt Platt soll der Wilmshagenerin nun eine Lehrerin zur Seite gestellt werden.

Petra Schwaan-Nandke fände auch die Idee einer Kooperation des Gymnasiums mit einem Kindergarten, in dem die Lütten das Plattschnacken lernen, sei eine Überlegung wert. Derzeit gebe es in der Kita „Guckmalfix & Drehmalfix“ in Klevenow einen neuen Plattdeutschkurs, den sie begleite. „Vielleicht kann ja im Rahmen des Kurses mit den Lütten und den Gymnasiasten eine plattdeutsche Kinderzeitung entstehen“, regt Petra SchwaanNandke an.

Claudia Noatnick

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