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Grimmen Grimmener gehen bei Travestie voll ab
Vorpommern Grimmen Grimmener gehen bei Travestie voll ab
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00:00 02.10.2017
Szene mit Maria Crohn und den Tänzern Jaydan (r.) und Jordan. Quelle: Fotos: Reinhard Amler
Grimmen

Da soll noch einer sagen, die Grimmener seien Sexmuffel. Absolut keine Spur. Denn je schlüpfriger es am Sonnabendabend bei der Travestieshow im Kulturhaus wurde, umso eifriger wurde gejucht und gejohlt. Und das vor allem vom weiblichen Publikum. Denn das war, wie schon im Vorjahr bei der Erstauflage des „Festivals der Travestie“, wieder mehrheitlich vertreten.

Für die Show 2018 ist das Kulturhaus schon wenige Stunden nach Vorverkaufsstart halb ausverkauft.

Der „Treffpunkt Europas“ war diesmal bis auf den allerletzten Platz gefüllt. Wer noch an der Abendkasse auf Karten hoffte, musste schon großes Glück haben.Und man muss sicher kein Prophet sein, um jetzt schon vorauszusagen, dass dies auch am 29. September 2018 wieder so sein wird. Denn dann kommen Maria Crohn und ihre Mitstreiter abermals nach Grimmen. Man sollte sich jetzt schon sputen, um Karten zu bekommen, denn nur wenige Stunden nach Freischaltung des Ticketvorverkaufs im Internet war gestern fast die Hälfte bereits weg. In der ersten Reihe gibt es keinen einzigen Sitzplatz mehr. Diese Grimmener...

Sie gingen ab wie eine Rakete. Wie auf Knopfdruck. Die Akteure waren noch gar nicht ganz auf der Bühne, da waren die Zuschauer schon aus dem Häuschen. Jung und alt. Wobei festzustellen war: Je oller, umso doller. Und es ging richtig zur Sache. Denn es wurde kein Körperteil ausgelassen, das nicht detailreich beschrieben wurde. Und die Sprüche waren nicht nur schlüpfrig... Aber was soll’s...

„Stücke mit tiefer gehendem Inhalt können die staatlich subventionierten Theater spielen. Wir müssen privatwirtschaftlich ohne Zuwendungen auskommen und spielen um zu unterhalten“, sagt Maria Crohn, alias Michael Koch, der künstlerische Leiter des Unternehmens. Mit dem fast Zwei-Meter-Mann Chris präsentierte er dieses Mal einen neuen Künstler , der nicht nur zielsicher aufs Publikum losging, sondern auch mit seiner Version von „Weil ich ein Mädchen bin“ den absoluten Strip-Knaller auf die Bühne zauberte.

Fast drei Stunden, einschließlich Pause, dauerte das Programm auch diesmal. Es beinhaltete neben Stand up-Comedy auch bekannte Schlager und die Tänzer Jaydan und Jordan. Die beiden assistierten Maria Crohn mehrfach bei deren Auftritten. Dabei nahm sich die alternde Diva mit permanent leichtem Übergewicht immer wieder selber aufs Korn. Auch in Grimmen war sie bemüht, ihren Tagesabschlussgefährten zu finden. Das hätte Daniel von der Station 4 des Krankenhauses in Bartmannshagen sein können. Spontan brachte der junge Mann dem Travestiestar nämlich eine Weißweinschorle auf die Bühne und war auch sonst für jeden Spaß zu haben.

Im vergangenen Jahr war Daniel noch mit seiner 16-köpfigen Crew vom „Chaos-Team“ im Kulturhaus. Diesmal nur mit Partnerin. „Die anderen müssen arbeiten“, sagte er entschuldigend.

Aber nicht nur Daniel hatte wieder jede Menge Spaß. Ellie Meier, die aus Stralsund angereist war, war am Ende kaum einzukriegen. „Ich hätte nie gedacht, dass in Grimmen die Post so abgeht“, sagte sie. 2018 bin ich wieder dabei.“

Tickets für den 29.September 2018 gibt es ab heute im Servicecenter der OSTSEE-ZEITUNG, ab morgen dann auch im Kulturhaus „Treffpunkt Europas“ sowie bei eventim im Internet.

Travestie

Der Begriff kommt aus dem Französischen. „Travestie“ heißt dort verkleiden. Selbst im Theater der griechischen Antike wurde sich schon verkleidet, da dort alle Rollen, auch die von Frauen, von Männern gespielt wurden.

Travestie ist nicht gleichzusetzen mit dem Transvestismus, denn Transvestiten schlüpfen auch im Alltagsleben oder nur aus sexuellen Gründen in die Kleider des anderen Geschlechts.

Weltweit gibt es mittlerweile zahlreiche Theater, die sich der Travestie als künstlerisches Ausdrucksmittel bedienen und damit immer mehr Menschen begeistern..

Reinhard Amler

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