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Grimmen Großvater gründete die Tischlerei vor 70 Jahren
Vorpommern Grimmen Großvater gründete die Tischlerei vor 70 Jahren
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00:01 23.10.2017
Grimmen

Die Tischlerei Hatunschek gibt es inzwischen seit mehr als 70 Jahren. Das Unternehmen wurde am 1. August 1947 von Tischlermeister Franz Hatunschek gegründet.

Seit Jahren fehlen geeignete Fachkräfte und motivierte Azubis

Damals mit klassischen Zimmerarbeiten. „Das war mein Opa. Er gehörte bis Ende der 1990er-Jahre zum Team“, erzählt der heutige Inhaber und Tischlermeister Thomas Scherlach, der 1994 das Unternehmen übernahm.

„Wir haben uns inzwischen auf den hochwertigen Möbelinnenausbau spezialisiert“, erzählt Thomas Scherlach. Apothekeneinrichtungen, die Ausstattung in diversen Filialen des Borstel-Brillenunternehmens, Gaststätten, Arztpraxen oder beispielsweise die Innenausstattung des Grimmener Stadtkulturhauses „Treffpunkt Europas“ gehören zu den Arbeiten, die das Team von Thomas Scherlach in den vergangenen Jahren gemeistert hat.

Dabei handelt es sich um ein kleines Team. „Ich habe einen Meister, einen Facharbeiter und einen Azubi“, erzählt der Chef der Tischlerei. Die Größe des Teams hat mehrere Gründe. „Zum eines liegt dies ganz einfach am Fachkräftemangel, der auch in unserer Branche sehr deutlich zu spüren ist“, sagt der Tischlermeister. Wie Thomas Scherlach erklärt, gibt es für die Anforderungen aktuell keine geeigneten Fachkräfte auf dem Markt. „Das Handwerk hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Wir arbeiten mit hochmodernen Maschinen und dafür braucht es bestens ausgebildete Leute“, betont er und findet: „Die Meinung, dass all jene, die in der Schule keine guten Leistungen erbringen konnten, dann eben einen handwerklichen Beruf erlernen, ist längst überholt“, ist sich der 48-Jährige sicher und erklärt: „In unserem Beruf braucht man eben beispielsweise gute Mathekenntnisse.“

Vor zwei Jahren hat der Chef der Tischlerei nach vielen Jahren mal wieder einen Lehrling gefunden. „Mit Felix Kümmel konnte ich einen Abiturienten gewinnen, der zudem ein hohes handwerkliches Geschick hat“, sagt Thomas Scherlach erfreut. „Ich habe nach der Schule bei einem Festival geholfen, eine Holzbühne zu konstruieren. Sofort war mein Interesse an der Arbeit des Tischlers geweckt“, erklärt der Azubi des zweiten Lehrjahres.

Dadurch, dass Unternehmen immer kleiner werden, ergibt sich für Thomas Scherlach ein Trend. „Es ist heutzutage so, dass mehrere kleinere Tischlereien gemeinsam an großen Projekten arbeiten. Dies hat den Vorteil, dass man sich spezialisieren kann. Der eine ist eben ein Experte im Treppenbau, der andere im Möbelbau, wiederum ein anderer im Fensterbau“, sieht er etwas Positives an der Situation.

„Die Nachfrage ist derzeit in allen Bereich des Handwerkes sehr groß“, weiß der Tischlermeister. Der Bedarf an guten jungen Leuten, aber auch Fachkräften ist also da. „Es muss wieder ein Umdenken geben. Die wenigsten Leute wollen eine körperliche Arbeit ausüben. Dabei hat unsere Branche ein enormes Potenzial“, findet der Inhaber der Tischlerei Hatunschek.

Raik Mielke

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