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Grüne für Parkpaletten am Hansering und auf Nexöplatz

Greifswald Grüne für Parkpaletten am Hansering und auf Nexöplatz

Anlagen in Greifswald sollen architektonische Hingucker sein und in eine Wohnbebauung einbezogen werden / Parkraumgesellschaft bezeichnet zwei Anlagen als unwirtschaftlich

Greifswald. Die Bürgerschaftsfraktion der Grünen in Greifswald ist gegen das geplante Parkhaus mit mindestens 400 Plätzen auf dem Nexöplatz. Stattdessen sollte es zwei Parkpaletten auf dem Nexöplatz und am Hansering (Einfahrt Holzgasse) geben.

„Diese Parkpaletten könnten in die städtebauliche Umgebung integriert, multifunktional genutzt werden und zu architektonischen ,Hinguckern’ werden“, sagt Bürgerschaftsmitglied Peter Madjarov (Grüne).

Seine Fraktion schlägt Urban Gardening auf dem Parkhaus an der Holzgasse vor. Das ist Neudeutsch für das anlegen eines Gartens. „Dann blicken die Bewohner der neuen Speicherbauten am Ryck nicht mehr auf Blech und Asphalt, sondern ins Grüne", ergänzt das grüne Finanzausschussmitglied Bettina Bruns. „Wie Beispiele in anderen deutschen Städten zeigen, ist sogar die Einrichtung einer Dachterrasse mit Bar auf einem Parkhausdach möglich. Eine ,smarte’ Bauweise auch für Zweckbauten stünde Greifswald gut zu Gesicht.“ Auf dem Nexöplatz würde für eine im Vergleich zum Parkhaus kleinere Palette weniger Platz benötigt, argumentieren die Grünen weiter. Eine Idee zur Nutzung nicht benötigter Flächen auf dem Nexöplatz: Schaffung günstiger Wohnungen. Gelungene Einbindungen von Parkhäusern in Wohnbebauungen hätten Fraktionsmitglieder im norwegischen Bergen gesehen. Auch Räume für das Theater wären für ein multifunktionales Parkhaus denkbar. Zwei Standorte würden zudem weniger Belastung durch Verkehr für den Nexöplatz und die Zufahrten bedeuten.

„Der Flächennutzungsplan sieht in diesem Bereich keine Wohnbebauung, sondern Parken oder eine Hochgarage und Verwaltung vor“, gibt der Geschäftsführer der Greifswalder Parkraumbewirtschaftungsgesellschaft (GPG), Fred Wixforth, zu bedenken. Der F-Plan müsse also erst geändert werden. „Ich weise zurück, dass wir hier einen Klotz errichten wollen“, sagt er weiter. Die Gestaltung müsse auf dem Nexöplatz optisch anspruchsvoll sein und so werde geplant, versichert Wixforth. Über Fassade und Kubatur entscheide letztlich die Bürgerschaft im Zuge des vom Stadtparlament beauftragten Bebauungsplanverfahrens für ein Parkhaus. Wenn der Entwurf des B-Plans vorliege, eine Grundlage da sei, könne man in alle Richtungen diskutieren. Zwei niedrigere Parkpaletten würden deutlich höhere Kosten pro Stellplatz als ein Parkhaus verursachen, so Wixforth weiter „Das ist unwirtschaftlich.“ 2011 sprach sich der Aufsichtsrat der GPG gegen ein Parkhaus/eine Parkpalette am Hansering aus. Zur Refinanzierung von 180 zusätzlichen Stellplätzen müssten pro Platz täglich 3,60 Euro erzielt werden, hieß es. Die Tagesgebühr beträgt derzeit ein Euro.

Wixforth meint ferner, dass der Hansering für Nutzer gefühlt eine Viertelstunde länger vom Zentrum entfernt sei als der Nexöplatz. Der sei darum trotz höherer Gebühr als am Hansering immer voll.

Die Idee der Parkpalette Hansering wurde nicht ernsthaft geprüft, meint dagegen Madjarov. Gegenargumente der Verwaltung und der GPG wie Statik, Unwirtschaftlichkeit oder Probleme mit der Nachbarbebauung „waren eher diffus und nicht nachvollziehbar“, meint er. Der Platz an der Holzgasse sei für die Bewohner der Roßmühlenstraße eine Ausweichvariante, wenn – wie geplant – der Parkplatz südlich des Hanserings bebaut wird. Das entspreche den von den Anwohnern auf einer Informationsveranstaltung der Grünen mit Bürgern geäußerten Wünschen, schätzt Madjarov ein.

Wixforth ist indes überzeugt, dass die Bewohner der Roßmühlenstraße lieber nahe ihrer Wohnung am Straßenrand und kostenfrei parken wollen. Darum solle der Abbau von Parkuhren im Zentrum zugunsten des Bewohnerparkens erfolgen, während Gäste die großen Parkplätze nutzen. Am Bahnhof entsteht ein neuer, der am Museumshafen soll erweitert werden.

Eckhard Oberdörfer

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