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Grimmen Grüner siegt hauchdünn - CDU Letzter
Vorpommern Grimmen Grüner siegt hauchdünn - CDU Letzter
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00:19 08.05.2018
An fünf Stehtischen prüften die Kinder und Jugendlichen die Kandidaten. Hier wird Steffen Ulrich (r./parteilos) befragt.

Grimmen. Ginge es nach den Grimmener Schülern, könnte es demnächst einen grünen Landrat in Vorpommern-Rügen geben. Denn beim gestrigen „Speed-Dating“ des Kinder- und Jugendparlamentes mit allen fünf Kandidaten zur Landratswahl am 27. Mai siegte, wenngleich auch mit hauchdünnem Vorsprung, der Kandidat von Bündnis 90/Grüne, Dirk Niehaus.

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Grimmener Schüler testeten gestern alle fünf Landrats- Kandidaten und vergaben grüne und rote Punkte.

Es folgten Steffen Ulrich (parteilos), Steffen Bartsch-Brüdgam (Die Linke), Dr. Stefan Kerth (SPD) und Andreas Kuhn (CDU). Man muss allerdings dazu sagen, dass die meisten der rund 50 teilnehmenden Mädchen und Jungen aller vier Grimmener Schulen (Gymnasium, Koch-, Neubauer-, Wander- und Förderschule), noch nicht wahlberechtigt sind.

Aufgerufen zu dieser Aktion in Vorbereitung der Landratswahlen hatte das Grimmener Kinder-und Jugendparlament (KiJuPa). Und es bekam am Ende von allen Kandidaten viel Anerkennung dafür.

„AlleAchtung“, meinte Andreas Kuhn und bezog das vor allem auf die professionelle Vorbereitung. Als er dann noch nachschob, dass es Stralsund bislang nicht geschafft habe, eine solche Interessenvertretung für Kinder- und Jugendliche zu installieren, bekam er sogar spontan Applaus. Stefan Kerth sagte, dass er vor allem hoffe, dass die jungen Leute mitnehmen, dass Politiker auch normale Menschen seien, mit denen man offen diskutieren könne. Schon allein mit Blick auf den Kreistag, in dem er mit fast 50 Jahren einer der jüngsten sei, sei es ungeheuer wichtig, junge Leute an Politik heranzuführen, meinte Steffen Brüdgam-Bartsch. „Kinder müssen viel mehr Lobby bekommen“, so der Sieger der gestrigen Fragerunde, Dirk Niehaus.

Die teilnehmenden Schüler, die gestern 49 Fragen an die Landratskandidaten stellten, waren in fünf Gruppen aufgeteilt. Sie wanderten dabei immer von Tisch zu Tisch zu dem jeweiligen Kandidaten und begannen ihr Kreuzverhör mit Zeitvorgabe. Die Fragen waren bunt gemischt und reichten von den Lieblingsfächern in der Schule bis zu aktuellen Vorbildern. Steffen Ulrich nannte dabei übrigens Altbundespräsident Richard von Weizsäcker, weil er für Offenheit, Ehrlichkeit, Klugheit und Glaubhaftigkeit stehe. Gefragt wurde ebenso, warum es schlechtes Schulessen gibt und wie es ums Schülerticket für alle steht, Ebenso wurde über ökologische Landwirtschaft und ordentliche Radwege gesprochen.

„Wieso gibt es an den Grundschulen nicht so viele Projekte wie an weitergehenden Schulen“, wollte Mareike Hoth von der Wanderschule wissen. Und weil ihr die Antwort von Andreas Kuhn nicht ausreichend war, bekam er von ihr nur einen roten Punkt. Ein Pluspunkt hingegen ging an Stefan Kerth von Isabell Chlebowski vom Gymnasium, die wissen wollte, ob es nicht möglich sei, Teiche in Dörfern so zu sanieren, dass dort wieder Bademöglichkeiten geschaffen werden können. Kerth sprach sich dafür aus, schränkte aber ein, dass man dies genau abwägen müsse, weil es viel Geld koste. Mit einem Pluspunkt belohnt wurde auch Steffen Ulrich von Kimberly Pense aus der Neubauer-Schule, weil er sich für Schwimmunterricht an den Grundschulen aussprach und dies begründete. Und Dirk Niehaus von den Grünen punktete mit dem Versprechen, mehr Geld in die Sanierung von Schulen stecken zu wollen. Alle fünf Kandidaten sprachen sich übrigens dafür aus, sämtliche Verwaltungseinrichtungen des Landkreises in Grimmen zu belassen. Maxi Stutz, Schulsozialarbeiterin an der Kochschule, fiel am Ende sichtlich ein Stein vom Herzen, weil die Schüler super drauf waren. „Wir haben ordentlich Gas in der Vorbereitung gegeben“, sagte sie. „Denn wir wollten bei den jungen Leuten Neugierde wecken auf die Live-Begegnung mit jenen Menschen, deren Fotos derzeit überall an den Laternenmasten hängen. Das ist gelungen“.

Das KiJuPa

Das KiJuPa ist das Kinder- und Jugendparlament in Grimmen. Es ist unabhängig, überparteilich und frei in seiner Wahl der Themen. Mitmachen können hier Kinder und Jugendliche von 6 bis 21 Jahren.

Das KiJuPa wird durch einen Vorstand vertreten, der jährlich durch alle beteiligten Mädchen und Jungen gewählt wird. Ansprechpartner sind alle Schulsozialarbeiter in den vier Grimmener Schulen: Jenny Bast (Wander-Schule), Jeanette Winkler (Sonderpädagogisches Förderzentrum, Susanne Fandrich (Gymnasium) und Mandy Andres (Neubauer-Schule).

Reinhard Amler

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