Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Grundschule zum nächsten Schuljahr größer
Vorpommern Grimmen Grundschule zum nächsten Schuljahr größer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 19.10.2017
Die Fördermittelzusage für den Abriss des Blocks in der Straße der Befreiung ist eingetroffen, die Arbeiten können losgehen. Quelle: Foto: Reinhard Amler
Grimmen

Altstadt, Handel, Wohnungsbau – zu diesen und weiteren Themen äußerten sich Grimmens Bürgermeister Benno Rüster und seine Stellvertreterin Heike Hübner (CDU).

Heike Hübner, stellvertrende Bürgermeisterin in Grimmen
Benno Rüster, Bürgermeister in Grimmen

Immer wieder Stadtgespräch ist die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Grimmen (GWG). Derzeit gibt es Gerüchte, dass es nicht gut um diese Gesellschaft der Stadt steht...

Benno Rüster: Die Mieter brauchen keine Angst haben, die GWG hat ein vorzeigbares Betriebsvermögen, und es besteht weder eine Insolvenzgefahr noch müssen andere Schritte unternommen werden.

Zurzeit wollen wir Geld in die GWG stecken: einerseits für Rückbau und außerdem für Aufzüge.

Heike Hübner: Dabei geht es übrigens um Aufzüge, die auf jeder Etage halten können. Derzeit holen wir die Preisangebote für einen ersten Block ein.

Apropos Rückbau – der große, leerstehende Wohnblock in der Straße der Befreiung sollte in diesem Oktober abgerissen werden. Wann passiert dort etwas?

Hübner: Der Abbruch erfolgt mit Fördermitteln und vor deren Zusage durften die Leistungen nicht ausgeschrieben werden. Diese Fördermittelzusage haben wir vor 14 Tagen erhalten und die Ausschreibungen laufen. Außerdem verzögerte sich das Projekt, weil im Keller des Blockes eine Trafostation der E.dis für das gesamte Wohngebiet betrieben wird, die umgelagert werden muss. Die Kosten dafür trägt die GWG.

Soll an gleicher Stelle wieder etwas gebaut werden?

Hübner: Zunächst wird es eine Grünfläche. Dieser Platz darf nicht wieder mit Geschoss- und Mehrfamilienhäusern bebaut werden.

Rüster: Wir sind mit mehreren Trägern wegen einer neuen Kindertagesstätte im Gespräch. Dieser Neubau würde sich dann aber baulich an die umliegenden Einfamilienhäuser anpassen.

In Grimmen wird seit Jahren der seniorengerechte Wohnungsbau von vielen Anbietern favorisiert. Gibt es auch andere Tendenzen, weil Familien nach größeren Wohnungen fragen?

Rüster: Wir müssen unseren speziellen Wohnungsmarkt genau beobachten. Vorhaben, wie jetzt die Umgestaltung des ehemaligen Seniorenheimes zu Wohnungen und der Umbau der Berufsschule ebenfalls zu Wohnraum durch private Investoren könnten den hiesigen Markt verändern. Bei solchen grundlegenden Sanierungen von Gebäuden sind Wohnungszuschnitte möglich, die die GWG in ihren Blöcken nicht leisten kann. Deshalb müssen wir geduldig sein, abwarten und uns genau überlegen, wie wir dann am Markt angepasst arbeiten werden.

Stichwort Schulen: Auch bei deren dringend notwendiger Erweiterung aufgrund der hohen Schülerzahlen sollte sich jetzt im Oktober etwas tun.

Rüster. Viele haben erwartet, dass nach dem Abriss des Bowlingcenters an der Koch-Realschule die Erweiterung beginnt. Wir haben aber immer gesagt, dass erst die Neubauer-Grundschule dran ist.

Hübner: In Vorbereitung der Erweiterung der Neubauer-Grundschule sind wir auch bei den Planungen weiter. Diese sind überschaubarer. Dort werden eine Million Euro investiert. Die Leistungen für Heizungsbau, Sanitär und den Rohbau sind ausgeschrieben und können in den nächsten Tagen ausgelöst werden. Wir rechnen Mitte November mit dem Baubeginn und einem Jahr Bauzeit.

Und an der Realschule?

Hübner: Dort wollen wir fast sieben Millionen Euro investieren. Damit müssen wir sogar schon die Planungsleistungen europaweit ausschreiben, was alles sehr viel aufwändiger macht.

Rüster: Diese gesamten Verfahren sind mittlerweile viel zu kompliziert und langwierig geworden. Wenn wir als Stadt positive Fördermittelbescheide bekommen, haben wir meist nicht sehr viel Zeit, das Geld auszugeben. Die Ausschreibungsvorschriften machen es oft unmöglich, diese Fristen einzuhalten. Das muss geändert werden.

Hübner: Dazu kommt, dass die Handwerker gut gefüllte Auftragsbücher haben. Auf die Ausschreibungen für den Erweiterungsbau an der Grundschule haben wir gerade mal ein Angebot eines Elektrikers und drei für Sanitärarbeiten bekommen – keine aus Grimmen.

Der Handel ist ein Thema, das immer wieder die Gemüter bewegt. Und im Handel selbst bewegt sich derzeit auch allerhand. Wie steht die Stadt zu den Veränderungen?

Rüster: Fest steht, dass der Rewe in der Innenstadt in den Neubau auf der anderen Seite der Friedrichstraße zieht. Und davon, mit welchen Angeboten dort das direkte Umfeld gestaltet wird, hängt vieles weitere ab. Viele Händler und Discounter in Grimmen haben signalisiert, dass sie sich vergrößern möchten. Auch am Altstandort Rewe soll nach unserer Kenntnis wieder ein Discounter einziehen, Pläne gibt es wohl auch für Norma und Aldi in Südwest, wo baulich noch in diesem Jahr etwas geschehen soll. Im Handel einer Stadt gibt es immer wieder Veränderungen: Mal zieht es ihn an die Peripherie, dann wieder in die Innenstädte. Aber auch die Grimmener selbst können etwas für den Handel in der Stadt tun, den sie so oft fordern, und einfach in ihrer Stadt einkaufen. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass Grimmen ein bescheidenes Ackerbürgerstädtchen mit einfacher Infrastruktur ist und die Hansestädte schnell zu erreichen sind.

Interview: Almut Jaekel

Schiffbaubetrieb Rammin diente als Kulisse für Usedom-Krimi mit Katrin Sass

19.10.2017

Kreis springt ein und gibt pro Jahr über fünf Millionen Euro für betroffene Familien aus/ Hinzu kommen 1,3 Millionen Euro fürs Essengeld

19.10.2017

Nach Insolvenz des alten Trägers haben Eltern wieder Sicherheit

19.10.2017
Anzeige