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Gutshaus hielt nur bis 1980 durch

Uns Dörp: Die OZ unterwegs in Borgstedt Gutshaus hielt nur bis 1980 durch

als Name des Dorfes taucht im Jahr 1780 zum ersten Mal auf.

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Die letzten Pächter des Borgstedter Gutes, Richard Glanz und dessen Ehefrau (beide weiß gekleidet), gemeinsam mit Dorfbewohnern vor dem früheren Herrenhaus. Dieses historische Foto, auch abgebildet in der Chronik der Gemeinde Wendisch Baggendorf von Wolfg

Borgstedt. Bei der Vermessung des Ortes 1697 wurden zwei Bauern und ein Einlieger als Einwohner sowie eine Hirtenkate erfasst. 1708 erschien das Dorf unter dem Namen „Wüsten Bakewitz“. Erst 1780 wurde Borgstedt erstmals mit dem heutigen Namen erwähnt.

Das später gebildete Rittergut, gemeinsam mit dem Vorwerk Ölsdorf und dem Gut Gülzow bewirtschaftet, befand sich 1892 im Besitz der von Bilow aus Gülzow. Laut Landbuch von September 1898 umfasste die Dorfschaft Borgstedt mit Vorwerk Ölsdorf sechs Wohnhäuser. Die Einwohnerzahl lag bei 76. Zu damaliger Zeit gehörte das Rittergut Malte von Bilow, der auf seinem Gut in Gülzow lebte. Ab 1905 sind die Bilow‘schen minderjährigen Waisen als Eigentümer aufgeführt. Diese lebten in Greifswald und blieben als Erben bis 1945 gemeinschaftliche Eigentümer.

Um 1900 wurde der landwirtschaftliche Betrieb an Wilhelm Müller verpachtet. Ab 1908 pachtete dann Richard Glanz das Gut. Er lebte mit seiner Frau, seinem Sohn und den beiden Töchtern auf dem Gut.

Glanz hatte sich auf die Rinder- und Schweinezucht spezialisiert. Er investierte einen Teil seiner Gewinne in die Erneuerung des Gutshauses und die Gestaltung der Parkanlage, die durch eine Freitreppe vom Wohnhaus erreichbar war.

Hinter dem Gutshaus befand sich ein kleiner Friedhof mit einer im Fachwerkbau errichteten Kapelle. In der Gruft der Kapelle standen mehrere Zinksärge mit den sterblichen Überresten der Vorfahren der von Bilow, die den Friedhof anlegen ließen. Aus Angst vor den russischen Besatzungsmächten nahm sich Richard Glanz 1945 das Leben. Er ertränkte sich im Teich des Hofgartens. Nach seinem Tod verließ

seine Frau das Gut und ging mit den beiden Töchtern nach Westberlin. Sein Sohn Heinz fiel im Zweiten Weltkrieg.

In dem Gutshaus fanden Vertriebene eine vorübergehende Unterkunft. Später befanden sich in den Räumen ein Lebensmittelladen sowie der Kindergarten des Ortes. 1980 erfolgte der Abriss des inzwischen baufälligen Gebäudes.

Quelle: „Güter und Dörfer im Kreis Grimmen“ von Wolfgang Marder

Zahlen und Fakten
Elektrisches Licht gibt es in Borgstedt seit den 1930er-Jahren.

Wasserleitungen wurden in den 60er-Jahren verlegt.

Eine Kopfsteinpflasterstraße von Leyerhof nach Borgstedt wurde zu Beginn der 50er-Jahre gebaut.

OZ

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