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Grimmen Tierparksanierung ab 2020 möglich
Vorpommern Grimmen Tierparksanierung ab 2020 möglich
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07:05 09.02.2019
Peter Butz fragt den Stadtpräsidenten und Wirtschaftsminister , wie die Stadt mit dem Abbruch der Ruinen umgehen wird. Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-GMN
Grimmen

Grimmens Stadtpräsident und Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit hatte sich gut vorbereitet. Wie geht es weiter mit der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG)? Was tun gegen den Ärztenotstand und wann startet die Tierparksanierung? Alle diese und weitere Fragen versuchte Harry Glawe beim gemeinsamen Frühstück der Männer und Frauen, organisiert vom Sozialverband Deutschland, zu beantworten.

Harry Glawe Quelle: dpa

Ganz schnell hatte Harry Glawe die Landespolitik mit der Entwicklung der Werften und den Autoindustrie-Zulieferern hinter sich gelassen, sprach von der sinkenden Arbeitslosigkeit auch in Grimmen und davon, dass allein im Gewerbegebiet am Stadtwald mehr als 1000 Arbeitsplätze bestehen. „Und am Pommerndreieck wird es auch“, sagte er. Die Batterietechnik GmbH Akku Sys eröffnet am 1. März, sagte Glawe, und von der Erlebnisgastronomie werde zwar schon drei Jahre lang geredet, jetzt soll es aber losgehen und damit weitere Arbeitsplätze, aber auch Angebote für Familien entstehen.

GWG-Zukunft hängt von Schuldenentlastung ab

Der Bürgerentscheid gegen den Verkauf der GWG ist gescheitert, ein Ausschuss, der sich mit der Zukunft des Unternehmens beschäftigt, gegründet, fasste Glawe den Ist-Zustand zusammen. „Aus jetziger Sicht sollten wir als Stadt die GWG behalten“, sagte er, schränkte aber ein: „Das hängt davon ab, ob das Unternehmen Schulden mit Maßnahmen des Bundes erlassen bekommt.“ Und es müsse mit allen gemeinsam nach Lösungen gesucht werden, die sich gegen den Verkauf aussprachen. „Ebenso mit den Kaufinteressenten“, sagte Glawe. „Aber Elgeti (neben der Hillebrand-Gruppe einer derjenigen, die am Kauf der Grimmener Wohnungsgesellschaft interessiert waren) bekommt die GWG nicht“, sagt Glawe klar und begründet seine Meinung damit, dass der „Hansa-Retter“ ein Zerschlagungsmodell auf den Weg gebracht hatte. Möglich sei auch ein unabhängiges Gutachten. „Und dann entscheiden die Stadtvertreter – wahrscheinlich im Sommer oder Herbst 2020“, plant der Stadtpräsident. Zwischen 10- und 15000 Euro werde solch ein Gutachten kosten. „Ein Schnellschuss ist nicht notwendig, die Finanzlage der GWG ist nicht kritisch und auch die Stadt kann jährlich weiterhin 200000 Euro beisteuern.

Sanierung gegen den Leerstand

Mit der Aussage „Wir brauchen in Grimmen bezahlbaren Wohnraum“, erntete der Gast Beifall der etwa 60 anwesenden Senioren. Auf jeden Fall müsse saniert werden, fordert Glawe. Um dem Leerstand entgegen zu wirken, gebe es nur zwei Möglichkeiten: Entweder Rückbau oder die Wohnungen attraktiver machen. Fahrstühle und Barrierefreiheit gehörten dazu.

Ruinen und Gehwege

Auf die Frage von Peter Butz nach den Ruinen am Ortseingang, berichtete Glawe, dass die ehemalige Ziegelei demnächst abgerissen wird. Bei dem alten Gutsgold-Betrieb sei das schwieriger, weil er nicht in Stadtbesitz sei, ebenso bei der ehemaligen Großbäckerei. Zumindest für Gutsgold sieht er aber Lösungen. Die kaputten Gehwege und die Hindernisse für Senioren, die mit Rollstuhl oder Rollator unterwegs sind, beschäftigten gleich mehrere Anwesende. „Wir können uns das als Seniorenbeirat gemeinsam mit Verwaltungsmitarbeitern ansehen und Schwerpunkte auflisten“, regte Rüdiger Stromeyer an. Auch Glawe will das Thema mit in die Stadtvertretung nehmen.

Tierparksanierung steht

Die Grundsatzentscheidung, den Grimmener Heimattierpark zu sanieren, steht. Glawe: „Das ist notwendig, um EU-Normen zu erfüllen“. Er rechnet 2020 mit dem Fördermittelbescheid, dann soll zügig begonnen werden. Drei bis vier Millionen Euro fließen in den Tierpark direkt, aber auch in die Sanierung des Schwanenteiches und des Naturbades.

Bald komplett moderne Schulen

„In drei bis vier Jahren hat Grimmen ausschließlich komplett sanierte Schulen“, sagte Glawe. An der Neubauer-Grundschule wurde mit der Erweiterung begonnen und für den Ausbau der Regionalen Schule sind jetzt die Ausschreibungen fertig. Acht Millionen Euro sollen dort investiert werden – in einen Anbau, in Fachkabinette, eine Aula und eine Buswendeschleife.

Gesundheitsversorgung ist ein Problem

Dass 7,5 Hausärzte in Grimmen fehlen, ist keine Neuigkeit. Jetzt stellte Glawe Maßnahmen vor, die dem entgegenwirken sollen. Zum Beispiel das Stipendium für Ärzte in spe, die sich für die Region verpflichten. 300 Euro bekommen sie derzeit monatlich. „Wenn das Interesse aber weiter zurückgeht – im Moment gibt es nur 38 solcher Stipendiaten im Land – verdoppeln wir es“, sagte er. Angeregt werde auch, dass das praktische Jahr, dass Medizinstudenten nach dem 10. Semester absolvieren, in der Fläche des Landes gemacht wird. „Außerdem wollen wir eine Landarztquote einführen“, sagt der Gesundheitsminister. Es gebe 400 Medizinstudienplätze pro Jahr in MV. 10 bis 20 Prozent davon sollen reserviert werden für künftige Landärzte, die andere Zugangsbedingungen zum Studium haben. Starthilfen bei der Übernahme von Praxen durch das Land und die Kassenärztliche Vereinigung sowie eine gemeinsame Notfallversorgung vom hausärztlichen Notdienst und dem Krankenhaus in Bartmannshagen wären weitere Lösungen.

Almut Jaekel

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