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Hausbau aus eigener Ziegelproduktion

Bremerhagen Hausbau aus eigener Ziegelproduktion

1910 wurde das Gebäude im Landhausstil errichtet / Es sollte den Wohnkomfort auf dem Lande zeigen

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Blick auf das Gebäude im Landhausstil. Heute sind Wohnungen in dem Haus eingerichtet.

Quelle: Fotos: Archiv Wolfgang Marder

Bremerhagen. Ein eher kleineres und unauffälligeres, in seiner Entstehungszeit im Jahre 1910 aber überaus ansehnliches Gutshaus steht bis heute in Bremerhagen.

OZ-Bild

1910 wurde das Gebäude im Landhausstil errichtet / Es sollte den Wohnkomfort auf dem Lande zeigen

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Quellen und Literatur

Karge, Wolf: „Schlösser und Herrenhäuser in Vorpommern“, 2013

• Internet: http://www.gutshaeuser.de/guts_herrenhaeuser/gutshaeuser_b/gutshaus_bremerhagen Internet: https://www.amt-miltzow.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=77188 Marder, Wolfgang: „Güter und Dörfer im Kreis Grimmen“, 2008

In der Serie „Prunk, Zerfall und Wiederaufbau“ wagen wir einen Blick in die Geschichte dieses Gebäudes des einstigen preußischen Domänengutes. Errichtet wurde der Bau im Landhausstil wie bereits angesprochen zum Ende des ersten Jahrzehntes des 20. Jahrhunderts, im Jahre 1910. Damals sollte es, wie für Gebäude dieser Art typisch, den neuen Wohnkomfort der damaligen Zeit zum Ausdruck bringen.

So entstand ein achtachsiger eingeschossiger Putzbau mit einem backsteinsichtigen Kellergeschoss, über das eine Freitreppe zum Eingang führt. Besonders aufwendig gestaltet wurde das hohe Krüppelwalmdach mit Schopf. Die mittleren vier Achsen sind als Risalit, also ein hervorspringender Gebäudeteil, ausgebildet und haben im oberen Bereich wahrscheinlich aus der Bauherrenlaune heraus einen etwas eingeklemmt wirkenden Erker erhalten. Darüber wiederholt sich die Dachform des gesamtes Hauses.

Bremerhagen entstand im Zuge der deutschen Besiedlung im 13. Jahrhundert. Erstmals wird das Dorf im Jahre 1323 urkundlich erwähnt. Anfang des 14. Jahrhunderts war die adlige Familie von Gristow Besitzer von Bremerhagen. In Bremerhagen existierte auch eine kleine Kapelle. Sie wurde im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt. Trotz ihrer Baufälligkeit hielten die Pfarrer darin noch bis etwa 1700 den Gottesdienst ab. Im Nordischen Krieg zerstörten russische Truppen im Jahr 1711 die Kapelle vollends. Die Kapelle wurde nicht wieder aufgebaut, so dass die Einwohner die Kirche in Horst besuchen mussten.

Bremerhagen blieb über die Jahrhunderte hindurch ein Gutsdorf. Um 1800 erweiterte der Gutsherr das Dorf um den Ausbau Klein Bremerhagen. Dort entstand im Jahr 1806 ein rentabler Ziegelofen. Der damit entstandene Ziegelbetrieb konnte sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts gut erhalten. Im Jahre 1900 ließ der damalige Gutsbesitzer Jacobi-Scherbening einen modernen Ziegelringofen errichten. Dadurch konnte das 1910 vom Gutsherren in Auftrag gegebene Herrenhaus aus eigener Ziegelproduktion errichtet werden.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1939 wohnten in Bremerhagen 156 Einwohner in 34 Haushalten.

Besonders intensiv kümmerten sich junge Geflügelzüchterinnen in den 1950er- und 1960er-Jahren um hunderte Tiere, die tagsüber auf dem Gut in Freihaltung lebten.

Zu DDR-Zeiten wurde der Prachtbau in verschiedene Wohnungen aufgeteilt, was zur damaligen Zeit dazu führte, dass die Modernisierungsergebnisse der einzelnen Räume sehr unterschiedlich waren. „Das Gutshaus wurde nach 1945 ganz vielfältig genutzt“, weiß Dorfbewohnerin Christiane Latendorf zu berichten. So befand sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges beispielsweise der erste Kindergarten des Kreises im Inneren des Hauses. Zudem wurden die Räume damals auch als Tanzsaal und Essensküche genutzt. Vor einigen Jahren ist das Gebäude durch einen Privatbesitzer saniert und in einen einheitlichen Zustand versetzt worden, so dass sich derzeit moderne Wohnungen in dem Landhaus befinden.

Was sind Domänengüter?

Hergeleitet von dem lateinischen Wort Domanium bedeutet es in diesem Fall „Hausbesitzer“.

Es handelte sich um Güter, die dem König oder Herzog direkt unterstellt waren und von Pächtern verwaltet wurden.

Oftmals nannte man solche Güter auch Kammergüter, weil sie in den Zuständigkeitsbereich der königlichen Behörden fielen.

Diese Güter waren zumeist relativ schmucklos und einfach gehalten.

Raik Mielke

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