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Grimmen „Hier hilft noch jeder jedem“
Vorpommern Grimmen „Hier hilft noch jeder jedem“
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06:01 09.03.2018
Derzeit freuen sich die Knirpse der Kindertagesstätte „Zwergenland“ über den Schnee. Das Toben macht ihnen super viel Spaß. Quelle: Fotos: Raik Mielke
Fäsekow

Es gibt Dörfer, da kennt noch jeder jeden und da tragen noch alle zum Gelingen des Dorflebens bei. Wenn man mit den Bewohnern von Fäsekow spricht, wird sofort deutlich, dass dies einer dieser Orte ist. In unserer Serie „Dörfer zwischen Sund und Trebel“ besuchten wir in dieser Woche dieses kleine Örtchen der Gemeinde Deyelsdorf.

Kita, Feuerwehr, Landwirt und Bewohner des Dorfes arbeiten Hand in Hand

Die Knirpse der Kita bringen frischen Wind ins Dorf

Seit 2004 ist Christine Wähner die Leiterin der Kindertagesstätte „Zwergenland“ in Fäsekow. Die Einrichtung des Familiensozialprojekts liegt mitten im Dorf.

„Wir haben derzeit 51 Jungen und Mädchen in unserer Kindertagesstätte“, berichtet Christine Wähner. Insgesamt könnte die Einrichtung 62 Knirpse aufnehmen.

Neben dem normalen Kindergartenbetrieb gibt es in Fäsekow auch sechs Krippenkinder sowie eine Hortgruppe, die Kinder aus der Grundschule Grammendorf besuchen. Im Jahre 1993, also vor genau 25 Jahren, übernahm der aktuelle Träger den Kindergarten. Aber auch zuvor waren die Kinder der Gemeinde in dem selben Haus bestens untergebracht.

„In diesem Jahr wollen wir am 1. September ein großes Fest anlässlich unseres Jubiläums feiern“, erklärt Christine Wähner. Die vier Gruppen der Einrichtung, die fünf Erzieher, die Integrationsbetreuerin, die Krippenerzieherin sowie die Hortbetreuerin werden diese Party in den nächsten Monaten intensiv vorbereiten. „Das Schöne hier in Fäsekow ist, dass wir immer ganz viel Unterstützung bekommen. Wenn wir Feste auf unserem Gelände feiern, bringen sich Feuerwehr, Landwirte und viele engagierte Leute aus der Gemeinde sofort immer mit ein“, freut sich die Leiterin.

Besonders in der Hortgruppe geht es aktuell sehr kreativ zu. „Bis zum Juni soll auf unserem Hof ein Garten entstehen“, beschreibt Christine Wähner. Die Jungen und Mädchen der Hortgruppe sind fest in die Planung mit eingebunden. „Unsere Schulkinder haben schon Zeichnungen angefertigt, wie unser Garten aussehen könnte. Klar ist, dass es Hochbeete und eine Kräuterschnecke geben wird. Aber auch Obst und Gemüse, welches die Kinder besonders gerne essen, wird dort einen Platz finden“, sagt die Leiterin und ergänzt: „Wir warten nun alle ganz gespannt auf den Frühling. Damit wir endlich loslegen können.“

„Mir liegen die gemeinsamen Treffen sehr am Herzen“

Gertrud Scheil gehört mit ihren 82 Jahren zu den Dorfältesten. Die rüstige Rentnerin ist noch immer mit ihrem Auto in der Region unterwegs und genießt seit vielen Jahren ihr Leben in Fäsekow.

„Direkt in den Ort bin ich erst 1993 gezogen“, erklärt sie. Zuvor war sie 1971 mit ihrem Mann von Abtshagen nach Stubbendorf gezogen. „Mein Mann hat dort als Revierförster gearbeitet. Damals gehörte dies zu Fäsekow, weil Stubbendorf für ein eigenständiges Dorf zu klein war“, berichtet die Seniorin. Ein Leben an einem anderen Ort hätte sich Gertrud Scheil nicht vorstellen können. „Zu DDR-Zeiten hatten wir in der Gemeinde so einen tollen Zusammenhalt. Wir haben zusammen gefeiert, aber noch viel wichtiger, wir haben einander geholfen“, erinnert sich die 82-Jährige. Auch heute spürt sie diesen Zusammenhalt noch. Es hat sich vieles aus ihrer Sicht aber schon verändert. „Wenn junge Leute ins Dorf ziehen, ist es für uns ältere Menschen heute schwieriger, einen Kontakt aufzubauen“, sagt sie.

So kommt es schon mal vor, dass im selben Neubau seit einem Jahr eine Familie wohnt, und man mit dieser noch gar nichts zu tun hatte. „Dies wäre früher undenkbar gewesen“, ist sie sich sicher.

Besonders viel Energie steckt die Fäsekowerin in die regelmäßig stattfindenden Seniorentreffen. „Wir kommen alle zwei Wochen zusammen, spielen Karten oder Brettspiele und trinken gemeinsam Kaffee“, beschreibt sie und betont: „Diese Geselligkeit ist so unglaublich wichtig. Man vereinsamt sonst.“

Gertrud Scheil wünscht sich so sehr, dass noch mehr Frauen aus den Nachbardörfern zu den Treffen kommen. „Anfang der 1990er-Jahren waren wir mal 20, heute sind wir nur noch zehn Frauen. Ich verstehe nicht, warum die Damen aus Deyelsdorf nicht auch dazu kommen. Dann könnten wir uns auch mal wieder Gäste einladen, die Vorträge halten“, erklärt die Seniorin.

„Sofort in die wunderschöne Landschaft verliebt“

Wenn Volker und Anja Knops beginnen, über ihr Leben in Fäsekow zu erzählen, merkt man dem Ehepaar sofort an, wie verwurzelt sie inzwischen in der Gemeinde sind. „Ursprünglich sind wir Rheinländer und haben später unser erstes landwirtschaftliches Unternehmen in Schleswig-Holstein aufgebaut“, erklärt Volker Knops. 1995 wurden sie durch einen Zufall auf den Betrieb und die insgesamt 1700 Hektar großen Ackerflächen in Fäsekow aufmerksam. „Ich habe mich sofort in die wunderschöne Landschaft verliebt“, sagt der Landwirt.

Neben 39 000 Puten, die sich auf dem Hof befinden, baut er auf seinen Feldern Raps, Weizen, Gerste, Mais und Zuckerrüben an. Im Januar des vergangenen Jahres traf die Vogelgrippe das landwirtschaftliche Unternehmen hart.

Alle Tiere mussten getötet werden. „Ein einschneidendes Erlebnis, aus dem wir trotzdem mit einem positiven Gefühl herausgegangen sind“, sagt Anja Knops. „Man könnte ja Schadenfreude erwarten. So nach dem Motto, selber Schuld, wenn ihr so viele Tiere haltet“, beschreibt die Fäsekowerin. Aber die Reaktionen fielen komplett anders aus. „Die Leute haben uns umarmt, uns ihre Hilfe angeboten. Das war toll. Wir hatten beide sofort das Gefühl, ganz und gar angekommen zu sein“, sagt sie. Das Paar genießt das Leben in Fäsekow in vollen Zügen. Während Volker Knops ein passionierter Jäger ist, liebt es Frau Anja zu wandern. „So viele Schuhe, wie es hier tolle Wanderrouten gibt, kann ich gar nicht durchlaufen“, sagt sie. Seit 2014 hat das Ehepaar ein weiteres spannendes Projekt angestoßen. „Wir bauen derzeit einen ähnlichen Betrieb, wie wir ihn aktuell in Fäsekow haben, in Rumänien auf“, erklärt Anja Knops. Dies solle später eine sinnvolle Beschäftigung im Alter werden. „Unsere vier Kinder studieren gerade. Unser Sohn soll und möchte perspektivisch in acht bis zehn Jahren diesen Betrieb in Fäsekow übernehmen. Dann werden wir uns auf das Projekt in Rumänien konzentrieren“, blickt Anja Knops in die Zukunft. Eins wird aber bleiben. „Fäsekow ist inzwischen ganz klar unser Zuhause.“

Feuerwehr hat 14 aktive Mitglieder

Seit 2008 ist Erhard Haake Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Deyelsdorf. Das Gerätehaus befindet sich direkt in Fäsekow. „Wir zählen derzeit 30 Mitglieder, davon sind 14 aktiv dabei“, sagt der Feuerwehrmann. „Allerdings sind davon nur fünf Leute auch tagsüber in der Gemeinde verfügbar“, berichtet der Wehrführer. Im Jahr kommt die Feuerwehr auf bis zu zehn Einsätze. Zuletzt mussten die Kameraden im Januar eine Baumsperre beseitigen. Im Gerätehaus steht ein 42 Jahre altes Tanklöschfahrzeug.

Raik Mielke

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