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Griebenow/Greifswald Hier kennen sich alle mit Namen

Am Ostseegymnasium geht es um mehr als nur Unterricht - Angebot überzeugt auch Griebenower

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Spanisch- und Biologielehrerin Lia Packheiser mit Schülern der Klassen 5a und 5b beim Lernen.

Quelle: Foto: Peter Binder

Griebenow/Greifswald. Unterricht mit maximal 20 Schülern in einer Klasse, das gibt es nur am Ostseegymnasium in Greifswald. Diesen und viele andere Aspekte haben auch die Griebenower Familie Herrmann überzeugt, ihre Kinder an dieser Bildungseinrichtung anzumelden. „Unsere Kinder fühlen sich sehr wohl an der Schule“, berichtet Anke Herrmann (44). Während Tochter Josephin (16) die elfte Klasse besucht, lernt Sohn Tim (13) in der siebten Klasse. „Wir finden es total toll, dass die Kinder dort von der ersten bis zur zwölften Klasse im gemeinsamen Klassenverband bleiben“, sagt Anke Herrmann. Dadurch falle der Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule den Kindern viel leichter. Aber auch der Kontakt mit den Eltern werde seitens der Schule sehr gepflegt. „Wenn etwas ist, bekommen wir sofort eine Meldung“, erzählt sie.

Lehrer: Offenes Ohr für Jeden

Am Gymnasium arbeiten 32 Lehrer, die teilweise auch in der angeschlossenen Grundschule unterrichten. Sie sind ins Ganztagsprogramm eingebunden. Schulinterne Fortbildungen an zwei Tagen und externe Fortbildungen unter anderem durch das Institut für Qualitätssicherung MV finden statt. Sprechzeiten werden angeboten. Ein Sozialpädagoge ist angestellt.

Ausstattung: Turnhalle, Internat

Zur Schule gehört ein Internat. Jede Klasse hat ihr eigenes Klassenzimmer. Whiteboards (interaktive Tafeln) und Beamer sind teilweise vorhanden. Fachräume für Naturwissenschaften, Musik und Computerräume können genutzt werden. In der Bibliothek können die Schüler Laptops ausleihen. Es gibt außerdem eine Turnhalle und zehn Fahrräder, die für Ausflüge bereitstehen.

Ganztagsschule: Viele Angebote

An der gebundenen Ganztagsschule müssen Schüler Zeit nach dem Unterricht mit Angeboten an der Schule verbringen. Nach dem Unterricht kann unter Lehreraufsicht an Hausaufgaben gearbeitet werden.

Computerräume und ein Laborgebäude können zur Vorbereitung des Unterrichts genutzt werden. Zudem nimmt die Schule an Wettbewerben wie der Spracholympiade teil.

Zahlreiche Freizeitangebote

Das Ostseegymnasium bietet Arbeitsgemeinschaften für Chor, Tanz, die Schülerzeitung, Fußball, Holzarbeiten oder Experimente in den Naturwissenschaften. Ein Musikraum steht zur Verfügung. In Kooperation mit dem Hochschulsport gibt es zudem Angebote in den Disziplinen Volleyball, Turnen, Leichtathletik oder Tennis. Die Schule nimmt auch am Sportfest der Gymnasien teil.

Essensangebot: Jeden Tag frisch

Das Essen wird frisch von „Medigreif“ gekocht. Die Schüler können aus zwei Gerichten wählen und die Mahlzeiten im angrenzenden Parkbistro einnehmen. Auf individuelle Wünsche, etwa bei Allergien oder religiösen Vorschriften, wird eingegangen. Es kann vegetarisch gegessen werden. Bis zur 10. Klasse sind Lehrer oder der Schulsozialpädagoge als Betreuer dabei.

„Niemand kann sich bei uns im Unterricht verstecken“, erzählt Schüler Walter Köhn aus der 9. Klasse. „Jeder kommt zu Wort und die Lehrer können auf jeden Schüler individuell auf alle eingehen.“ Außerdem gibt es tägliche Sprechzeiten an der Schule, die auch häufig genutzt werden. „Wir rennen den Lehrern die Tür ein“, sagt Jenny Stein aus der 11. Klasse. Am Ostseegymnasium kenne im Grunde jeder jeden mit Namen, erzählt Max-Imilian Metzger aus der 9. Klasse. Dass es über die Schuljahre hinweg „kaum Lehrerwechsel gab, fördert den engen Kontakt zusätzlich“, meint Jenny Stein.

Das Privatgymnasium legt auch Wert auf das enge Verhältnis zwischen den Jahrgängen, erklärt Barb Neumann, Geschäftsführern der Berufsfachschule Greifswald GmbH, die der Schulträger ist. So fahren zum Beispiel alle zwei Jahre die 8. und 9. Klassen zusammen nach London. In der 5. Klasse findet eine Fahrt zum Kennenlernen statt, danach erst werden die Klassen gebildet. Zudem gibt es Wandertage mit Übernachtungen, Lesenächte in der Schule und die sogenannte Aktivitätenwoche. Immer in der letzten Schulwoche werden freiwillige Kurse für die Klassen fünf bis elf angeboten. Dazu gehören Radfahren, Tauchen, Segeln, Surfen und Reiten, aber auch ein Kochkurs oder Kunstangebote wie Tonarbeit und Nähen. Die 12. Klassen nehmen nicht teil, weil sie sich auf die Abschlussprüfungen konzentrieren.

„Bis auf zwei durchgefallene Schüler im Schuljahr 2015/16 haben wir seit meiner Ankunft vor fünf Jahren nur bestandene Prüfungen“, freut sich Schulleiterin Kerstin Witte. Zudem veranstaltet die Schule Präventionstage gegen Gewalt und ermutigt Schüler zu Kursen in asiatischer Kampfkunst (Budo) – als Selbstverteidigung.

„Wir sind verantwortlich für die Bildung und die Erziehung“, erläutert Barb Neumann. „Die Kinder und Jugendlichen sollen ihren Platz in der Gesellschaft finden und diese auch mitgestalten.“ Die Schule will Respekt vor Lehrern, Mitschülern, Putzkräften und allen Mitmenschen fördern. Die Schüler müssen ihre Klassenzimmer sauber halten. Beim Essen sollen sie aufeinander warten und Tischmanieren lernen. „Zudem halten Schüler ihren Lehrern die Tür auf“, sagt Witte anerkennend.

Die Erfolgsquote bei den Abschlussprüfungen sind auch das Ergebnis von Beratungsgesprächen. Sind die Leistungen schlecht oder fehlt der Wille, wird das zwischen Eltern, Lehrern und Schülern besprochen. Die Eltern werden viermal pro Schuljahr über die Noten ihrer Kinder informiert. „Bei Erkrankungen oder anderen Problemen bieten wir den Schülern Förderunterricht an“, erläutert Witte.

Anmeldungen für die Schule werden nach Datum bearbeitet, der Notenschnitt zählt nicht. In einer Probewoche wird über die Aufnahme entschieden. Wer aufgenommen wird, zahlt 270 Euro Schuldgeld pro Monat, dieses deckt Essen, Schulbücher und die Ganztagsbetreuung ab.

Christopher Gottschalk und Anja Krüger

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