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Hier stinkt es“: Flüchtlinge wollen nicht in Tribseer Halle

Tribsees Hier stinkt es“: Flüchtlinge wollen nicht in Tribseer Halle

25 Syrer lehnen notdürftig ausgestattete Unterkunft ab / Grimmens Polizei mit 15 Einsatzkräften vor Ort /Behörde soll heute helfen

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Flüchtlinge weigern sich, Notunterkunft zu beziehen

In dieser Halle sollen die Männer Unterschlupf finden.

Tribsees. Große Aufregung gestern Nachmittag in Tribsees. Vor einer Halle des Berufsbildungsvereins (BBV) steht ein Bus der Verkehrsbetriebe Vorpommern-Rügen. An Bord:

25 Flüchtlinge, alle aus Syrien. Sie weigern sich, auszusteigen, weil sie hier eine Halle beziehen sollen, die nur notdürftig mit Feldbetten ausgestattet ist. „Es sind nicht einmal Teller dort“, sagt einer der Ankommenden. „Und außerdem stinkt es darin.“

Die Polizei ist mit 15 Einsatzkräften und sechs Fahrzeugen vor Ort. Einsatzleiter ist Maik Schroeder, Chef des Grimmener Polizeireviers: „Sowohl wir als auch der Betreiber der Halle sind völlig überrascht worden von der Situation“, sagt er. „Wir fühlen uns nicht in der Lage, hier kurzfristig eine Lösung herbeizuführen. Es handelt sich hier auch um keine polizeiliche Aufgabe.“ Deshalb wurde die Ausländerbehörde des Landkreises informiert mit der Maßgabe, heute für eine Lösung zu sorgen. Ebenso wie die Polizisten wirkt auch Jörg U. Leesch, Geschäftsführer des Berufsbildungsvereins Tribsees, angespannt. Er will sich gegenüber der OZ nicht äußern.

Polizeichef Schroeder bemüht sich unterdessen, den Flüchtlingen die Situation zu verdeutlichen. Zum Glück gibt es einen Mann, der übersetzen kann. Über ihn erfahren die jungen Männer — die meisten dürften nicht einmal 30 sein — dass der Bus so lange vor Ort bleibt, bis die Sache geklärt ist. Die Männer sollen die Nacht im Fahrzeug oder in der Halle verbringen.

Seit vier Monaten sind die Syrer in Deutschland, erklärt Mohammed (30) aus Aleppo, einer der am meisten umkämpften Städte im Norden Syriens. Bislang waren sie in den Jugendherbergen Born auf dem Darß

und Prora auf Rügen untergebracht. „Dort hatten wir Vier-Mann-Zimmer“, sagt Mohammed. Polizeichef Schroeder erklärt den Syrern, dass sie aufgrund ihrer Herkunft mittlerweile keine Asylbewerber mehr seien, sondern anerkannte Flüchtlinge. Folglich müssen sie sich jetzt, wie Deutsche auch, selbstständig um Wohnraum bemühen. Dafür sei ihnen auch Geld ausgezahlt worden. So sehe es nun mal die deutsche Sozialgesetzgebung vor.

Nach stundenlangem Warten in der Kälte zogen es die Flüchtlinge vor, zunächst doch in die Halle zu ziehen. Zur Sicherheit blieb die Polizei mit einem Wagen und zwei Beamten vor Ort.

Reinhard Amler

 



OZ

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