Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen Hier stinkt es“: Flüchtlinge wollen nicht in Tribseer Halle
Vorpommern Grimmen Hier stinkt es“: Flüchtlinge wollen nicht in Tribseer Halle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 26.02.2016
In dieser Halle sollen die Männer Unterschlupf finden.

Große Aufregung gestern Nachmittag in Tribsees. Vor einer Halle des Berufsbildungsvereins (BBV) steht ein Bus der Verkehrsbetriebe Vorpommern-Rügen. An Bord:

25 Flüchtlinge, alle aus Syrien. Sie weigern sich, auszusteigen, weil sie hier eine Halle beziehen sollen, die nur notdürftig mit Feldbetten ausgestattet ist. „Es sind nicht einmal Teller dort“, sagt einer der Ankommenden. „Und außerdem stinkt es darin.“

Die Polizei ist mit 15 Einsatzkräften und sechs Fahrzeugen vor Ort. Einsatzleiter ist Maik Schroeder, Chef des Grimmener Polizeireviers: „Sowohl wir als auch der Betreiber der Halle sind völlig überrascht worden von der Situation“, sagt er. „Wir fühlen uns nicht in der Lage, hier kurzfristig eine Lösung herbeizuführen. Es handelt sich hier auch um keine polizeiliche Aufgabe.“ Deshalb wurde die Ausländerbehörde des Landkreises informiert mit der Maßgabe, heute für eine Lösung zu sorgen. Ebenso wie die Polizisten wirkt auch Jörg U. Leesch, Geschäftsführer des Berufsbildungsvereins Tribsees, angespannt. Er will sich gegenüber der OZ nicht äußern.

Polizeichef Schroeder bemüht sich unterdessen, den Flüchtlingen die Situation zu verdeutlichen. Zum Glück gibt es einen Mann, der übersetzen kann. Über ihn erfahren die jungen Männer — die meisten dürften nicht einmal 30 sein — dass der Bus so lange vor Ort bleibt, bis die Sache geklärt ist. Die Männer sollen die Nacht im Fahrzeug oder in der Halle verbringen.

Seit vier Monaten sind die Syrer in Deutschland, erklärt Mohammed (30) aus Aleppo, einer der am meisten umkämpften Städte im Norden Syriens. Bislang waren sie in den Jugendherbergen Born auf dem Darß

und Prora auf Rügen untergebracht. „Dort hatten wir Vier-Mann-Zimmer“, sagt Mohammed. Polizeichef Schroeder erklärt den Syrern, dass sie aufgrund ihrer Herkunft mittlerweile keine Asylbewerber mehr seien, sondern anerkannte Flüchtlinge. Folglich müssen sie sich jetzt, wie Deutsche auch, selbstständig um Wohnraum bemühen. Dafür sei ihnen auch Geld ausgezahlt worden. So sehe es nun mal die deutsche Sozialgesetzgebung vor.

Nach stundenlangem Warten in der Kälte zogen es die Flüchtlinge vor, zunächst doch in die Halle zu ziehen. Zur Sicherheit blieb die Polizei mit einem Wagen und zwei Beamten vor Ort.

Reinhard Amler



OZ

Hansestadt plant erste Vorbereitungen, um im Jahr 2025 den Titel und damit viel Aufmerksamkeit zu erlangen

26.02.2016

In regelmäßigen Abständen finden bei der Dienstleistungsgesellschaft Vorpommern (DLV), einem in der vorpommerschen Region agierenden Unternehmen, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen ...

26.02.2016

Die Ausbildungsstätte „Gesundheit & Pflege“ in der Lilienthalstraße ist in jämmerlichem Zustand / Statt eines Umzugs prüft Eigentümer Helios nun eine Sanierung

26.02.2016
Anzeige