Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 3 ° heiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Hilfe wird dankbar angenommen

Stralsund Hilfe wird dankbar angenommen

Möbelmarkt unterstützt die Einrichtung auf dem Stralsunder Dänholm mit Schränken und Tischen

Voriger Artikel
Tschüß, Frau Bobzien!
Nächster Artikel
Fünf Personen bei Unfall verletzt

Der Syrier Ziat Edo (38) mit seinem Sohn Ronny (5) auf dem Spielplatz vor dem Flüchtlingsheim in der Rudenstraße.

Quelle: Marlies Walther

Stralsund. Deutsch versteht er kaum. Und mit Englisch klappt es auch nicht viel besser.

Aber mit einem offenen Lächeln. So bringt Ziat Edo, der mit seinem Sohn Ronny einen Ball auf dem Spielplatz hin und her kickt, zum Ausdruck, dass er froh ist, hier zu sein. Geflohen aus Syrien. Jetzt angekommen in Stralsund auf dem Dänholm. Im Flüchtlingsheim in der Rudenstraße 26, das von den Maltesern betrieben wird. Zwei von 100 Bewohnern aus 16 Ländern.

Der Vater nutzt das Wetter, um mit seinem Sprössling viel draußen zu sein. Beim Klettern, hält er den Kleinen fest. Mit einem Kopfnicken bestätigt der 38-Jährige, dass es ihnen hier in Stralsund sehr gut gehe.

Das Leben spielt sich ansonsten im Container auf sehr beschränktem Raum ab. Die Einrichtung ist spärlich. Viel lässt sich auf der kleinen Fläche auch gar nicht unterbringen. Zwischen zehn und 14

Quadratmetern sind die Zimmer im Schnitt groß. Ein Schrank, ein Bett, ein Tisch, zwei Stühle. Das war‘s dann auch schon.

„Umso dankbarer sind wir, dass wir nun bereits zum zweiten Mal eine Möbelspende erhielten, die wir sehr gut gebrauchen können“, sagt der Leiter der Einrichtung, Eckhard Losch (59).

Übergeben wurden dem Flüchtlingsheim Stühle, Tische, Schränke und Teppiche. „Die Teppiche haben für unsere Bewohner eine große Bedeutung. Da ist es gleich ein bisschen wohnlicher“, sagt Losch. Und auch die Schränke, die nun zum Teil alte Blech-Spinde ablösen können, seien sehr willkommen. „Dafür möchten wir uns bei dem Unternehmen MMZ ganz herzlich bedanken“, so Losch.

Auch das junge Paar Jewgeni und Natalia Maslov aus der Ukraine, das zusammen mit dem 14-Jährigen Sohn nach Deutschland gekommen ist, kann sich über so einen neuen Schrank freuen.

Jewgeni streicht nahezu liebevoll über über das Holz. Der 33-Jährige ist Meister für Gasinstallationen. Seine Frau hat Verkäuferin gelernt. Warum sie ihre Heimat verlassen mussten, darüber wollen sie nicht viel erzählen und werden still. „Ja, es hatte auch mit politischen Repressalien zu tun“, deutet Jewgeni die Gründe an. Seit einem Jahr wohnt die Familie in dem Container. Und auch wenn sie gerne Arbeit und eine andere Wohnung hätten, versichern sie, dass es so schon alles in Ordnung sei, wie es jetzt ist. Beide haben Deutsch-Kurse belegt und verstehen fast alles. Aber mit dem Sprechen hapert‘s noch. Deshalb sind sie froh, dass Sozial-Betreuerin Ilona Schnur (64) für sie übersetzt. „Wir haben uns an das Heim gewöhnt und fühlen uns wohl “, erzählt Jewgeni. „Ja, wir sind dankbar“, fügt er noch einmal unterstreichend hinzu. Was er vermisse? „Unsere Verwandten. Sonst nichts“, meint der Familienvater.

Neue Freunde haben sie auch schon gefunden. Es sind Landsleute, mit denen sie sich zum Volleyballspielen verabreden. Der Junge geht zur Schule, die Eltern kochen alles von Pelmeni bis Pizza und helfen im Flüchtlingsheim mit. So viele Stunden, wie sie dürfen — bei der Reinigung von Gemeinschaftsräumen, wie der Küche oder der sanitären Anlagen. Jewgeni hat auch die Möbel mit aufgebaut.

Viel ist die Familie in der Altstadt unterwegs, die sie ein wenig an ihren Heimatort Myrhorod erinnert. Zu ihren Lieblingsplätzen in Stralsund gehört der Hafen. Gern fahren sie aber auch nach Altefähr. Die drei haben sich eingerichtet in ihrem neuen Leben und möchten bleiben. Doch wie ihre Zukunft aussieht, wissen sie nicht. Der Asylantrag läuft noch.

Unterstützung aus der Bevölkerung sei immer willkommen, sagt Eckhard Losch. So werde derzeit gerade der Spielplatz mit Hilfe von Spendengeldern erweitert.

Gut gebrauchen kann das Heim ansonsten alles, was schnellem Verschleiß unterliegt: Vom Geschirr über Bettwäsche und Handtücher bis zu Töpfen und Pfannen.

Größere Möbelstücke wie Schrankwände oder Couchgarnituren allerdings lassen sich nicht unterbringen. Dafür fehlt leider der Platz.

Wer etwas abzugeben hat, kann sich gern bei Eckhard Losch (☎ 03831/280015) melden. Marlies Walther

Von Marlies Walther

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Leserforum
Markus Juhls (v.r.) von der AOK Nordost, Notar Thomas Lemcke und weitere Experten beantworteten die Fragen der Besucher - hier in Greifswald.

Ein Pflegefall kann jederzeit eintreten. Hilfe bieten die Pflegestützpunkte im Land an. Wichtig ist, dass die Angehörigen über eine Vorsorgevollmacht verfügen.

mehr
Mehr aus Grimmen
Verlagshaus Grimmen

Bahnhofstraße 11
18507 Grimmen
Telefon: 03 83 26 / 46 07 84

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
9.30 bis 16.30 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Almut Jaekel
E-Mail: lokalredaktion.grimmen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.