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Grimmen Hobbyschreiberin veröffentlicht ihr erstes Buch
Vorpommern Grimmen Hobbyschreiberin veröffentlicht ihr erstes Buch
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00:01 18.11.2016

. Vor zehn Jahren begann Karin Gless mit dem Schreiben. Heute hält sie ihr erstes eigenes Buch in der Hand.

3000 Exemplare umfasst die 1. Auflage.

Das Buch kann bestellt werden beim Persimplex-Verlag und in jedem Buchladen.

ISBN: 978-3-86440-301-9

Kind einer Neubauernfamilie

Karin Gleß (71) mit ihrem gerade erschienen Buch. FOTO: ANJA KRÜGER

„Mit dem Start in den Ruhestand suchte ich ein Hobby“, erzählt die 71-jährige Grimmenerin. Schnell habe sie entdeckt, dass ihr Schreiben Spaß macht. Denn eines hatte sie sich vorgenommen – für ihre drei Kinder ihre eigene Geschichte aufzuschreiben.

„Kind einer Neubauernfamilie in der DDR – Episoden aus den Jahren 1945 bis 1960“ heißt ihr Buch, in dem sie auf 319 Seiten Geschichten aus ihrer Kindheit erzählt. „Einer sehr schweren, denn sie war von der Landwirtschaft geprägt“, sagt sie. Und immer musste sie auch mit dem Unmut ihrer Mutter leben, die 1945 aus Danzig kam und der das Leben auf dem „Kuhdorf“ Keffenbrink nicht passte. „Sie war als Mädchen aus der Stadt Besseres gewohnt und konnte sich ihr Leben lang nicht mit dem Leben auf dem Land abfinden“, erinnert sich Karin Gleß. Sie selbst dagegen habe das Leben auf dem Dorf geprägt.

„Vor allem die schwere Arbeit in der Landwirtschaft“.

In ihrem Buch erzählt sie Episoden daraus. „Ich denke, viele werden sich in die Geschichten hineinversetzen können“. So erzählt sie von den Nachkriegsjahren, wie ihre Eltern – ihre Mutter nur widerwillig – Neubauern wurden. Sie weiß noch genau, wie das Gras mit der Sense gemäht, das Korn im Dreschkasten gedroschen und auf dem Bauernhof Geflügel geschlachtet wurde. All das beschreibt sie.

„Die Achtung vor der Arbeit habe ich nie verloren“, meint die Autorin. Aber es sei stetig vorwärtsgegangen. Die Lebensumstände hätten sich immer verbessert. So beschreibt sie auch, wie sie als junges Mädchen mit großer Freude im Konsum geschnöckert hat, wie der Kindergarten in Keffenbrink gebaut wurde sowie vom ersten Radio in der Familie und von ihrem ersten eigenen Bett – mit über 12 Jahren.

Aber auch, wie viele aus dem Dorf „in den Westen abgehauen“ sind. „Es sollte eigentlich ein historisches Buch werden. Eines, damit nicht vergessen wird, wie die Nachkriegsjahre waren und wie sich alles entwickelte in der DDR“, erzählt Karin Gless. Herausgekommen ist ein Werk sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.

Geschrieben habe sie immer nur, wenn Zeit war. „Ich war keine versessene Schreiberin, habe meist zwei oder drei Stunden nach dem Mittag genutzt“, erzählt sie. Zunächst habe sie handschriftlich ihre Geschichten zu Papier gebracht. Ihre jüngste Tochter habe sie schließlich ermuntert, einen Computer zu nutzen. „Eigentlich wollte ich in meiner Freizeit nichts mehr von Computern wissen. Ich habe in meinen letzten Arbeitsjahren täglich davor gesessen“, erzählt sie. Aber nach und nach sei „das Ding“ doch sehr hilfreich gewesen. Sie fuchste sich sogar mit dem Internet ein. „Da habe ich mich allein durchgewurschtelt“, sagt sie. Mittlerweile sind auch E-Mails alltägliche Dinge. So hat sie sich auch Tipps rund ums Schreiben im Internet gesucht. „Da habe ich auch die zehn goldenen Regeln des Schreibens gefunden. Das war mein Leitfaden“, erzählt die Grimmenerin. Gespickt ist ihr Buch mit vielen plattdeutschen Passagen. „Ich selber spreche kein Platt, aber meine Großeltern haben sich immer auf Platt unterhalten“, berichtet sie.

Karin Gless selbst lebt in Grimmen seit sie 18 Jahre alt war. Als erstes Kind aus einer eher ärmlichen Familie, ihre Keffenbrinker Großeltern waren Knecht und Magd beim Baron, konnte sie die Erweiterte Oberschule besuchen und später studieren. Aber das sei eine neue Geschichte, die sie dann in ihrem nächsten Buch erzählen will. Die ersten Exemplare haben übrigens ihre Kinder bekommen.

Nur für sie sollten die Geschichten ja auch ursprünglich auch sein.

Anja Krüger

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