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Hochbegabter Ribnitzer fährt zur WM der Programmierer

Ribnitz-Damgarten Hochbegabter Ribnitzer fährt zur WM der Programmierer

Gregor Behnke (20) studiert in Rostock Informatik und hat mit seinem Team sogar die europäische Konkurrenz der Elite-Unis hinter sich gelassen.

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Super-Programmierer: Der hochbegabte Gregor Behnke (20) hat sich mit seinem Team bei einem Vorentscheid für den größten Programmierwettbewerb der Welt qualifiziert. Hier zeigt er Medaille, Siegerurkunde und T-Shirt vom Vorentscheid im niederländischen Del

Quelle: Wilma Wenzel

Ribnitz-Damgarten. Gregor Behnke mag Technik. Während andere ratlos vor dem Computer sitzen, wenn irgendwas nicht funktioniert wie gedacht, ist der hochbegabte 20-Jährige ein echtes As im Programmieren. „Es macht mir einfach Spaß, zu tüfteln, nach Wegen zu suchen, ein Problem zu lösen“, sagt er. Der Ribnitzer studiert im fünften Studienjahr Informatik an der Rostocker Universität. Mit großem Erfolg, denn gemeinsam mit seinem Team hat er sich kürzlich für den größten Programmierwettbewerb der Welt qualifiziert, der im Juli im russischen St. Petersburg ausgetragen wird.

„Eine phantastische Leistung“, schätzen die beiden Rostocker Wissenschaftler Ragnar Nevries und Dr. Christian Rosenke ein, die das Team seit vier Jahren trainieren. Beim nordwesteuropäischen Vorentscheid in Delft in den Niederlanden belegten Gregor und drei weitere Informatikstudenten den ersten Platz — und setzten sich dabei gegen namhafte Konkurrenz durch. Insgesamt besiegten sie 82 Teams, darunter welche der Elite-Universitäten wie Oxford oder Cambridge.

Gregor Behnke hat einen überdurchschnittlich hohen IQ. Bereits mit 16 Jahren saß er im Hörsaal statt die Schulbank zu drücken. „Natürlich waren nach dem Abitur schon Erwartungen da, aber diese hat er übertroffen. Und besonders froh bin ich, dass Informatik seine Welt ist“, sagt Mutter Jana Behnke (48) stolz.

In den Programmierwettbewerben, die von einer US-amerikanischen Informatikgesellschaft organisiert werden, sind zehn bis zwölf anspruchsvolle Aufgaben in fünf Stunden zu erfüllen. „Das sind konkrete Textaufgaben, für die wir umfangreiche Kenntnisse in Mathematik, im Programmieren und im abstrakten Denken brauchen. Alle Teams haben die gleichen Aufgaben, und die Lösungen müssen exakt die der Jury sein“, erklärt Gregor Behnke. Insgesamt seien weltweit mehr als 10000 Teams bei den Vorentscheidungen dabei gewesen. Nun freue er sich auf St. Petersburg und die Programmierer-WM vom 30. Juni bis zum 5. Juli. „Das wird die nächste große Herausforderung. Danach bleibe ich ein paar Tage in Russland, denn ich möchte Land und Leute erleben, wenn ich schon mal da bin“, sagt der aufgeschlossene Ribnitzer.

Denn ein Stubenhocker ist der 20-Jährige nicht. Er steht mit beiden Beinen im Leben und ist vielseitig interessiert. „Er hat sich toll entwickelt, ist bescheiden geblieben, hebt trotz sehr guter Noten nicht ab. Und sogar einen Zwiebelkuchen kriegt er heute hin“, sagt seine Mutter schmunzelnd. So engagiert Gregor sich im sozialen und hochschulpolitischen Bereich, beispielsweise als Mitglied des „StudentInnen Rates“ und in der Studienstiftung des deutschen Volkes, die Studenten finanziell unterstützt. Er wurde zu einem der drei Sprecher der Gruppe Rostock/Wismar gewählt.

„Es sind total interessante Tätigkeiten. Vieles kann ich politisch mitentscheiden, eigene Ideen umsetzen und so etwas bewirken“, findet Gregor Behnke. Auch die zahlreiche Kontakte, die er knüpft, auch ins Ausland, gäben ihm immer wieder Anregungen.

Seiner Heimatstadt Ribnitz-Damgarten ist er jedoch immer treu geblieben. „Ich bin gern hier, bei meiner Familie und Freunden“, sagt er. Und der angehende Informatiker tanzt seit 15 Jahren im Folkloreensemble „Richard Wossidlo“. „Ein wunderbarer Ausgleich zum Studium“, wie er findet.

Vor ihm stehen in diesen Tagen die letzten Prüfungen für den Master-Abschluss und anschließend seine Masterarbeit. Und wohin soll ihn die Zukunft führen? „ Ich möchte promovieren. Mein Traumberuf ist nämlich geblieben: Ich möchte als Informatiker für die Deutsche Luft- und Raumfahrt arbeiten.“

Vorentscheid in Delft
82 Teams aus Westeuropa traten beim Vorentscheid für den größten Programmiererwettbewerb der Welt im niederländischen Delft an. Darunter Informatikstudenten aus Großbritannien, Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden. Neben dem Gewinnerpreisgeld von 1024 Euro sicherten sich die Rostocker Studenten mit ihrem Sieg, zusammen mit dem zweitplatzierten Team aus Leiden (Niederlande), die Teilnahme an den World Finals, die Ende Juni in St. Petersburg stattfinden.

Wilma Welzel

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