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Grimmen Hochbetrieb in der Igelkiste
Vorpommern Grimmen Hochbetrieb in der Igelkiste
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08:08 05.10.2016
Christiane Uecker päppelt in der Igelkiste Kibado stachlige Gesellen auf. Quelle: Almut Jaekel
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Kirch Baggendorf

Die Igelkiste Kibado in Kirch Baggendorf ist rappelvoll. Mehr als 40 stachlige Gesellen werden dort zur Zeit von Christiane Uecker und ihrem Mann Bernd betreut, in der seit 2013 verwaiste, kranke, verletzte und untergewichtige Igel sowie Igelsäuglinge aufgenommen, aufgepäppelt und gesundgepflegt werden.

Jüngster Zugang ist ein kleiner Igeljunge aus einem Elmenhorster Kellerloch: Am Feiertag kam das von Maden und Zecken geplagte Stacheltier nach Kirch Baggendorf, wurde untersucht, erhielt erste Hilfe und nahm Christiane Uecker sogar gleich etwas Igelmilch ab. „Kuhmilch ist für Igel tödlich“, warnt die Fachfrau. Fencheltee und Hundewelpen-Trockenmilch bekomme den Igelbabys aber gut. Und nachdem der kleine Mann sich sattgetrunken hatte, machte er es sich auf einer Wärmflasche bequem und schlief ein.

Nicht so gut war es mit einem Zugang nur eine Stunde zuvor ausgegangen: „Am Montagnachmittag hatte uns jemand anonym einen Karton mit einem total zerrissenen Igel vor die Tür gestellt. Wir waren sehr geschockt als wir nach Hause kamen“, beschreibt Christiane Uecker. Für den Igel kam jede Hilfe zu spät. „Wir haben ihn nur erlösen können“, sagt sie.

Oft finden Geschwister bei Ueckers Unterschlupf. Immer wieder aber erst auf Raten. Aus der Grimmener Strohstraße holte Christiane Uecker beispielsweise fünf Igelkinder ab. Bis zum Abend hatte sich Nummer sechs eingefunden, den die Grimmener nach Kirch Baggendorf brachten. Am nächsten Morgen trudelte Nummer sieben ein und abends waren es dann acht Geschwister.

Bei nur 16 der Igel ist sich Christiane Uecker sicher, dass sie noch vor dem Winter wieder in die Natur entlassen werden können. Mindestens 600 Gramm sollten sie bis Ende Oktober wiegen, damit sie während des Winterschlafs nicht verhungern. Die meisten Bewohner der Igelkiste sind deshalb viel zu klein. „Es gab einfach kein Futter, auch für die Elterntiere, weil es zu trocken war“, sagt Bernd Uecker.

Nicht nur während des Spätsommers 2016 suchten die Igel oft vergeblich nach Futter. Auch schon im Frühjahr war es wochenlang zu trocken. Unterernährte Igel und solche, bei denen Verletzungen nicht heilen wollten, waren deshalb auch in ansonsten ruhigen Frühlings- und Frühsommerwochen Stammgäste in der Igelkiste.

Noch mehr Geschichten aus der Igelkiste lesen Sie in der Mittwochausgabe der Grimmener Ostsee-Zeitung!

Almut Jaekel

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