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Grimmen Holzwurm frisst sich durch Orgel der Marienkirche
Vorpommern Grimmen Holzwurm frisst sich durch Orgel der Marienkirche
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00:00 05.02.2018
Sophia Blümel vor der Voigt-Orgel in der Grimmener Marienkirche. Die Kantorin wäre froh, wenn das Instrument möglichst bald von den Holzwürmern und vom Baustaub befreit werden könnte. FOTOS (2): PETER FRANKE
Grimmen

Der Wurm ist drin in Grimmens Marienkirche. Und noch dazu ein sehr gefräßiger. Er bohrt Löcher in die teure Voigt-Orgel, die erst vor 25 Jahren installiert worden war. Und er soll auch schon längere Zeit im Gestühl des Gotteshauses nagen: der Holzwurm.

Experte mahnt: Schädlinge sollten zeitnah bekämpft werden

„Alle zwei Jahre kommt ein Orgelbauer nach Grimmen, um die Orgel der Marienkirche zu warten“, erzählt Sophia Blümel. Bereits 2015 habe dieser berichtet, das der Holzwurm an der Orgel aktiv ist. „Aber im vorigen Sommer war er sehr erschrocken, dass der Schädling plötzlich so massiv auftaucht“, berichtet die 36-jährige Kantorin. Wurmlöcher finden sich in der hölzernen Empore, auf der die Orgel steht, am neogotischen Prospekt – also dem Gehäuse des Instruments, und inzwischen auch in der Orgel selbst. „Mehrere der Pfeifen sind betroffen“, weiß Sophia Blümel. Zudem beeinträchtigten Verschmutzungen die Funktion der Orgel. „Die Intonation stimmt nicht mehr, weil die Pfeifen verschmutzt sind. Es ist beim Spielen zu hören, dass manche Töne leiser sind als früher“, erläutert die Kantorin. Sophia Blümel sieht die Ursachen dafür unter anderem in staubigen Arbeiten am Dachstuhl der Kirche, die vor Jahren vorgenommen wurden. „Man müsste alles auseinander nehmen und die Pfeifen dann reinigen“, erklärt die Kantorin, die regelmäßig als musikalische Akteurin bei Gottesdiensten und Orgel-Konzerten in der Marienkirche zu erleben ist.

Wegen des Holzwurmbefalls an Orgel und Empore sollte man seitens der Kirchengemeinde innerhalb der nächsten zwei Jahre unbedingt aktiv werden, mahnt Orgelbauer Andreas Arnold, Inhaber des Mecklenburger Orgelbau in Plau am See. Es bestehe die Gefahr, dass die Holzwürmer auch immer mehr in die neuen Orgelteile eindringen.

Die alte, aus dem Jahr 1838 stammende Buchholz-Orgel in der Marienkirche, die stark vom Holzwurm befallen war, hatte 1992 durch die neue Voigt-Orgel ersetzt werden müssen.

„Da müssen Fachleute ran“, sagt Orgelbauer Arnold. Fachfirmen würden das befallene Holz mit flüssigen Mitteln behandeln oder auch begasen. Dazu müsse die Orgel aber komplett eingehaust, müssten alle Öffnungen verschlossen werden. Für die Holzwurmbekämpfung und das Reinigen der Orgel veranschlagt Arnold Kosten in Höhe von 24000 Euro.

„Wir sind in großer Sorge um unsere Orgel und wissen noch nicht, ob es überhaupt gelingen kann, so viel Geld für diese Arbeiten einzuwerben“, teilt der Grimmener Pastor Wolfgang Schmidt im Gemeindebrief mit. „Das Problematische ist, dass der Holzwurm mittlerweile überall im Inneren der Marienkirche aktiv ist, so dass eine umfassende Begasung sinnvoll wäre, welche aber kaum zu finanzieren sein wird.“

Der Schädling

Der Gewöhnliche Nagekäfer, wegen der Aktivität der Larven auch Holzwurm genannt, ist in ganz Europa verbreitet. Bei Kunstobjekten, Möbeln, Musikinstrumenten und Gebrauchsgegenständen aus Holz steht er als holzzerstörendes Insekt an erster Stelle. Da er seine optimalen Entwicklungsbedingungen in kühlen, feuchten Räumen findet, sind besonders Einrichtungsgegenstände in Sakralbauten wie Kirchenbänke, Altäre, Holzfiguren und Ähnliches gefährdet.

Peter Franke

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