Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Grimmen „Ich will für die Kinder eine Bank sein“
Vorpommern Grimmen „Ich will für die Kinder eine Bank sein“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:58 10.10.2018
Mathias Schuck sorgt sich um seine Sportler und wird dabei von Ingo Piertzyk (l.) unterstützt. Quelle: Foto: Privat

Vor gut einem Jahr haben Sie angefangen, Ringen wieder in Grimmen anzubieten. Mittlerweile waren Sie bei drei Wettkämpfen. Wie lautet Ihr Fazit?

Der ehemalige Kampfsportprofi Mathias Schuck hat vor einem Jahr das Ringen in Grimmen wiederbelebt. Im Interview spricht er über die Entwicklung des Vereins und was er den Kindern mitgeben will.

Mathias Schuck: Ich bin hellauf begeistert, dass so viele Kinder dabeigeblieben sind. Sie haben sich von den Wettkämpfen, bei denen es ja schon ordentlich auf die Mütze gab, nicht abschrecken lassen. Die Athleten mögen das Kämpfen. Das zeichnet Grimmen aus.

Sie sind überrascht über den großen Zuspruch?

Wir hatten am Anfang mit sechs bis acht Kindern gerechnet, gekommen sind direkt 20! Mittlerweile ringen bei uns 50 Talente. Ich hatte schnell gemerkt, dass sie Blut geleckt hatten. Zudem wecken die Turniere und mediale Präsenz weiter das Interesse.

Das heißt, ihr wachst weiter?

Ja, wir wollen in kleinen Schritten weitermachen und gesund wachsen. Wir fördern Kinder mit Leistungsanspruch aber auch Kinder, die einfach gern Akrobatik und Turnen wollen, sind bei uns natürlich herzlich willkommen. Dabei sind Ringer aus MV wie Eckhardt Wallmuth oder Tom Linke (Trainer beim FSV Stralsund, Anm. d. Red.) super Stützen. Wenn ich Fragen habe, weiß ich, wen ich anrufen kann.

Über welche sportlichen Entwicklungen haben Sie sich zuletzt gefreut?

Bei allen ist eine ganz andere Körperspannung und bessere Bewegungsrhythmen zu erkennen als noch vor einem Jahr. Wir sind immer noch im Grundlagentraining, das heißt vor allem Akrobatik. Bevor das nicht stimmt, brauchen wir keine fortgeschrittenen Ringertechniken erlernen. Deshalb sind wir technisch noch lange nicht auf dem Niveau von beispielsweise Stralsund. Aber das Schöne ist: Sobald ein Kind die Grundlagen drauf hat, ziehen die Anderen mit.

Welche Erfahrungen geben Sie ihren Sportlern mit, von denen Sie früher profitiert haben?

Ich war immer aufgeregt als Kind. Auch als Erwachsener war ich im Ring immer emotional, habe nach jedem gewonnenen Kampf vor Freude geheult. Das musste raus. Da war es enorm wichtig, einen Trainer an der Seite zu haben, der einem Halt und Unterstützung gibt. Das will ich auch sein – eine Bank, an der sich die Kinder im Wettkampf festklammern können.

Außerdem ist eine gewisse Strenge, die ich im Training wiederfahren habe, nicht verkehrt. Da wurden zum Beispiel Schuhe und Fingernägel vor Trainingsbeginn immer genau kontrolliert. Das tun wir auch.

Die Kinder finden es toll!

Sie agieren auch als Trainer noch sehr emotional am Mattenrand. Wie lange dauert es, bis Sie nach einem Wettkampf runtergefahren sind?

Das Adrenalin vom Ostseepokal am Sonnabend spüre ich immer noch. Erst wenn am Wochenende kein Wettkampf ist, kann ich entspannen.

Was ist die größte Herausforderung für Sie beim Kindertraining?

Das Wichtigste ist, mit den Kindern kindgerecht umzugehen, keinen Leistungsdruck aufzubauen und den Sportlern Respekt und Geborgenheit zu vermitteln.

Welche Entwicklungen gibt es außerhalb des Sportlichen bei Athletic Energy?

Wir bauen an unser Grimmener Sportstudio an. Momentan trainieren wir in einem 70-Quadratmeter-Kursraum. Vor knapp einem Monat haben wir eigenhändig das Fundament für ein neues Vereinsgebäude gegossen. Das soll dann knapp 200 Quadratmeter messen, mit einer großen Halle, Umkleiden, eigenem Eingang etc. Im kommenden Frühjahr beginnt die nächste Bauphase. Dann werden Wände gemauert. Es soll etwas Festes für das Ringen in Grimmen sein, in dem man wachsen kann.

Was steht noch ganz oben auf der Wunschliste?

Schön wäre eine richtige Ringermatte. Wir haben zwar schon Ringerplanen, aber die liegen derzeit auf einer steinharten Judomatte. Zudem wären Ringerpuppen zum Techniktraining toll. Aber da ist man schnell bei 2000 Euro.

Wie läuft die Sponsorenakquise?

Wir konnten jetzt einen Hauptsponsor an Land ziehen. Krandienst Lange aus Grimmen schenkt uns Trainingsanzüge. Pflegedienst Neumann hat für unseren Vereinstag 1000 Euro gegeben, von dem wir Bänke und andere Trainingsmaterialien kaufen konnten. Eine Sponsorentafel ist in Planung. Im Neubau steckt aber viel Eigenkapital.

Sie erneuern gerade Ihren Trainerschein. Können Sie als erfahrener Kampfsportler überhaupt noch etwas lernen?

Ich hatte schon mit 13 Jahren einen Trainerschein, aber der ist verjährt. Ich nehme natürlich viel aus den Lehrgängen mit. Die Struktur ist ja heute ganz anders als damals, auch Regeln ändern sich.

Im Januar endet die zweijährige Ausbildung. Dann haben auch Ingo Pietrzyk und Günter Meier hoffentlich ihre Lizenzen erneuert. Auch meine Frau Djamila und Madeleine Kamrath machen den Schein, um als Betreuerinnen bei Wettkämpfen dabei sein zu können. Ich habe auch schon einigen unserer älteren Athleten angeboten, eine Kampfrichter- oder Trainerausbildung zu machen.

Interview von Horst Schreiber

Die vier Mannschaften ziehen ins Achtelfinale ein. 

09.10.2018

Fußballer ziehen in die nächste Pokalrunde ein. Klevenow mit knappen Sieg.

09.10.2018

Ein elfjähriges Mädchen und ein 78-jähriger Mann wurden bei dem Unfall zwischen Tribsees und Richtenberg (Landkreis Vorpommern-Rügen) am Montagmittag leicht verletzt. An den beteiligten Pkw entstand ein Schaden von insgesamt circa 7000 Euro.

09.10.2018