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Ideen für die „Neue Schule“ gibt es

Elmenhorst Ideen für die „Neue Schule“ gibt es

Bürgermeister Wendorf kennt sowohl positive, als auch negative Beispiele für Denkmäler im Ort

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Historische Aufnahme der Kirche in Elmenhorst. ImVordergrund ist das Kriegerdenkmal zu sehen.

Elmenhorst. Die OZ-Denkmalserie führt uns heute nach Elmenhorst. Die zuständige Behörde des Landkreises Vorpommern-Rügen hat hier insgesamt acht Denkmal-Objekte gelistet. Anhand der Denkmäler lassen sich spannende Episoden aus der Geschichte des Ortes erzählen. Bürgermeister Rudi Wendorf hat eine klare Position zu den denkmalgeschützten Gebäuden: „Die ’Alte Schule’ ist ein gutes Beispiel für die Sanierung von denkmalgeschützten Häusern. Leider ist nicht jeder so bemüht, wie diese jungen Besitzer. Die alte Bürstenfabrik, heute ein Schandfleck, ist das Gegenbeispiel.“

OZ-Bild

Bürgermeister Wendorf kennt sowohl positive, als auch negative Beispiele für Denkmäler im Ort

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Ob alte oder neue Schule – die Gebäude sind Denkmäler

Die sogenannte Alte Schule ist ein 1912 errichteter giebelständiger, eingeschossiger Bau mit Mansarddach. Oberhalb einer hohen Zone in Backstein ist das Mauerwerk verputzt. An der Hofseite ein zweigeschossiger Frontispiz, rückseitig ein eingeschossiger Anbau. Der hofseitige Eingangsbereich mit Windfang. „Das Gebäude haben junge Leute gekauft und auch schon sehr viel daran getan“, sagt Rudi Wendorf. Wie der Bürgermeister von Elmenhorst erklärt, sind Fenster und Türen bereits erneuert worden. „An dem Haus wird ordentlich gewirkt, um aus dem über hundertjährigen Gebäude wieder ein richtiges Schmuckstück zu machen“, freut er sich.

Die „Neue Schule“ wurde 1932 erbaut. Hierbei handelt es sich um ein über dem Sockel verputztes Traufenhaus mit giebelseitigem Eingang. Der rückseitige Erweiterungsbau stammt aus dem Jahr 1955. Die Grundschule, 2004 wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen, wird derzeit als Lager teilgenutzt. „Mein Traum ist es, aus der ehemaligen Grundschule ein Gemeindezentrum zu machen“, sagt Rudi Wendorf. Auch wenn das Projekt mit bis zu 80 Prozent über Leader gefördert werden könnte, blieben noch immer 120000 Euro Eigenanteil. Und das kann die Gemeinde in Zeiten klammer Kassen einfach nicht stemmen. „Aber träumen darf man ja, und ich gebe das Projekt auch nicht auf“, so der Bürgermeister.

Das älteste Bauwerk ist die frühgotische Feldsteinkirche

Die Dorfkirche ist ein rechteckiger Feldsteinbau mit eingezogenem polygonal geschlossenen Chor aus Backstein, der Südsakristei und einem vorgelagertem hölzernen Westturm. Das dreijochige Schiff mit der Sakristei stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der polygonale Chor wurde anscheinend im 15. Jahrhundert angefügt. Der verbretterte Turm mit Zeltdach folgte dann im 17. und 18. Jahrhundert. Im Inneren sind alle Raumteile mit einem Kreuzrippengewölbe versehen. Im Inneren befindet sich ein Altaraufsatz von 1730 und die Kanzel aus dem Jahre 1732Im Jahre 1927 wurden die drei gusseisernen Glocken, in denen die Namen Glaube, Hoffnung und Liebe eingeprägt sind, eingeweiht. Zu Napoleons Zeiten wurde die Kirche verwüstet und als Pulvermagazin und Pferdestall genutzt. „Im Jahr 2003 wurde das sakrale Gebäude im Inneren restauriert“, erzählt Rudi Wendorf. Auch der angrenzende Friedhof steht auf der Denkmalliste. Auf diesem liegt, direkt an der Mauer, die an die ehemalige Bürstenfabrik grenzt, die Familie Demmin begraben. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe zur Kirche befindet sich das Kriegerdenkmal des Ersten Weltkrieges 1914/1918.

Eigentümer wechselten schon mehrfach

Das Bahnarbeiter-Wohnhaus mit Nebengebäude wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Es handelt sich um einen zweigeschossigen, dreiachsigen Ziegelbau mitKrüppelwalmdach. Oberhalb des Sockels ist das Gebäude verputzt. „Die Gebäude sind bereits zwei-, dreimal hin- und herverkauft worden, befinden sich nun in Privatbesitz“, erklärt der Bürgermeister und informiert: „ Derzeit stehen sie leer.“

Am Bahnarbeiterwohnhaus sind die unteren Fenster mit Schutzwänden vernagelt. „Hin und wieder passiert da mal ein wenig“, sagt Rudi Wendorf. Der einige Meter entfernte Güterboden steht ebenfalls leer.

Villa Demmin ist ein schöner Prachtbau

„Die Villa ist in Privatbesitz und es leben mehrere Mieter in dem schönen Haus“, erklärt der Bürgermeister von Elmenhorst. Einst war dies das luxuriöse Haus der Familie Demmin, die bereits 1879 eine Besen- und Bürstenfabrik in Elmenhorst führten. „Carl Demmin würde sich im Grabe umdrehen, könnte er sehen, wie seine Fabrik heute mehr und mehr zerfällt“, ärgert sich Rudi Wendorf über den aktuell schlechten Zustand.

Über die Geschichte von der Bürstenfabrik zum Möbelwerk berichten wir in der nächsten Folge.

Blick in die Geschichte

Elmenhorst wurde von Zisterzienser-Mönchen aus dem Kloster Neuencamp gegründet, in dessen Besitz das Dorf bis 1534 war.

Der Name Elmenhorst könnte so viel wie „von Ulmen bestandenes, höhergelegenes Gelände“ bedeuten.

1273 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt.

Seit dem Dreißigjährigen Krieg bis 1815 war Elmenhorst schwedisch, danach wurde es preußisch.

1879 wurde in dem Ort eine Bürstenfabrik gegründet, in der zunächst sechs Personen beschäftigt waren.

Im Ort gab es eine Molkerei, eine Bäckerei, zwei Kaufmannsläden, zwei Gasthäuser sowie einen Land- und einen Zahnarzt. Viele Elmenhorster hatten sich als Handwerker selbstständig gemacht.

Ende des 19. Jahrhunderts entstand die erste Schule an der Straße nach Bookhagen, 1912 entstand ein Neubau direkt im Ort. 1932 kam ein weiteres Haus hinzu, welches 1955 erweitert wurde.

1921 wurden die Gemeinden Groß-Elmenhorst, Elmenhorst Dorf und Neu Elmenhorst sowie der Gutsbezirk Bookhagen zur Gemeinde Elmenhorst zusammengeschlossen.

Nach 1945 wurden die meisten Besitzer enteignet und mussten ihre Höfe abgeben.

Die Gemeinde war bis 1952 Teil des Landkreises Grimmen, gehörte anschließend bis 1994 zum Kreis Grimmen im Bezirk Rostock.

Seit 1900 besitzt der Ort einen Eisenbahnanschluss.

1922 wurde Elmenhorst ans Stromnetz angeschlossen.

In den sechziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet nach Erdöl und Erdgas gebohrt.

1939 zählte Elmenhorst über 1000 Einwohner und war eines der größten Dörfer des Kreises Grimmen.

710 Einwohner leben heute in Elmenhorst.

Quellen – Marder, Wolfgang: „Güter und Dörfer im Kreis Grimmen“

Internet: www.elmenhorst-vr.de Aufzeichnungen: Denkmalamt des Landkreises Vorpommern-Rügen Heimatblatt des Kreises Grimmen: Nr. 3 (Herausgeber: Pädagogisches Kabinett des Kreises Grimmen)

Raik Mielke und Claudia Noatnick

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