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Grimmen Im Blickpunkt: Menschen und Maschinen
Vorpommern Grimmen Im Blickpunkt: Menschen und Maschinen
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00:00 04.05.2016
Greifswald

Seit Jahren bevölkern humanoide Roboter die Leinwände. Machinen werden künftig auch in der Lebenswirklichkeit menschenähnlicher, glauben Wissenschaftler.

Längst ist die Verbesserung des Menschen mit Neuroprothesen ein Zukunftsthema. In der Prothetik wird bereits an gedankengesteuerten künstlichen Händen und Beinen geforscht.

Dahinter stehen faszinierende Fragen, die in der Vortragsreihe „Mensch:Maschine“ im Krupp-Kolleg mit namhaften Experten diskutiert werden. Als nächster spricht Thorsten Galert vom Deutschen Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften Bonn über „Ethische Fragen einer neurotechnischen Optimierung des Menschen“ am 3. Juni. Im gleichen Monat kommt mit Bernhard Graimann der Vertreter eines Weltmarktführers der Orthopäde- und Prothesentechnologie, der Otto Bock GmbH Duderstadt, nach Greifswald. Er referiert über „Mensch-Maschine-Schnittstellen in der Prothetik“.

Veranstalter der Reihe ist das 2012 gegründete Junge Kolleg. Das ist eine in Deutschland einmalige Institution, mit der das Alfried Krupp Wissenschaftskolleg den Nachwuchs fördert. Dem Jungen Kolleg steht sogar ein eigenes Budget für seine Arbeit zur Verfügung. „Das Junge Kolleg wird von seinem Mentor, dem Osnabrücker Professor Karl-Heinz Altendorf, vorbildlich begleitet“, schätzt Suhm ein. „Er ist Mitglied unseres Wissenschaftlichen Beirats und kommt zu fast allen Sitzungen des Planungskreises.“

Zur Teilnahme am Jungen Kolleg sind die rund 100 Greifswalder Stipendiaten der Begabtenförderungswerke eingeladen. „Träger sind beispielsweise Parteien, Gewerkschaften oder Konfessionen“, erläutert der wissenschaftliche Geschäftsführer des Kollegs, Christian Suhm. „Aktuell überwiegt die 1925 gegründete Studienstiftung des deutschen Volkes.“ Auch die Greifswalder Deutschlandstipendiaten arbeiten hier mit. Die Medizinstudentin Julia Fuhrmann (25) ist schon seit der Gründung im Jungen Kolleg aktiv. „Das es so eine Institution gibt, das wir kontinuierlich ein eigenes Programm anbieten können, dass ist toll“, betont sie. In den ersten Jahren hätten geisteswissenschaftliche Themen die Arbeit geprägt, dann die Medizin, nun sollen Naturwissenschaft und Technik eine stärkere Rolle spielen.

„Das Interdisziplinäre bot sich an“, schätzt Maik Wöhlert ein. Der 26-Jährige hat für eine philosophische Arbeit in diesem Jahr den Kurt-von-Fritz-Preis der Ebertstiftung erhalten. „Die jetzige Entwicklung der Technik stellt die Philosophen vor enorme Herausforderungen“, so Wöhlert. „Wo zieht man beispielsweise beim automatischen Fahren die Grenze?“Und würden Roboter bei der Pflege von kranken Menschen von diesen akzeptiert, wo es doch Aufstände gegen gentechnisch verändertes Obst gebe.

Humanoide Roboter, die äußerlich nicht von Menschen zu unterscheiden sind, hätten dank der Science-Fiction-Romane von Isaac Asimov ein positives Image, meint Alexander Fritzsche (21). Die Technik sei schon sehr weit, meint der Physikstudent, Und sie lasse sich nicht aufhalten, ist er überzeugt. Darum müssten rechtliche und ethische Fragen diskutiert und Grenzen gezogen werden.

Von Eckhard Oberdörfer

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