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In Velgast wurde schon immer viel gefeiert und getrunken

In Velgast wurde schon immer viel gefeiert und getrunken

Bürgermeister Christian Griwahn (CDU) erinnerte in seiner launigen Rede zum Abschluss des 775. Gemeinde-Geburtstages an bewegte Geschichte

Velgast. In den 775 Jahren seit der ersten urkundlichen Erwähnung am 25. September 1242 haben die Velgaster schon vielen Herren gedient. Mal waren es die Dänen, dann die Schweden und Franzosen, später die Preußen, die den Ton angaben. Und auch die Verwaltungen wechselten. Stralsund, Barth und Franzburg waren da für die Velgaster zuständig. Heute gehört die 1700 Einwohner zählende Gemeinde zum Amt Franzburg-Richtenberg und ist dort stärkste Kommune.

Der kurze geschichtliche Abriss durfte natürlich nicht fehlen, als der Velgaster Bürgermeister Christian Griwahn (CDU) am Wochenende zum Festempfang ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen hatte.

Sozusagen als Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten. Im Sommer hatte die Gemeinde ja schon Festumzug, Dorffest, Almanach-Vorstellung, Feuerwehrfest und vieles mehr auf die Beine gestellt (die OZ berichtete).

Griwahn erinnerte daran, dass Velgast im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Bahn-Knotenpunkt wurde. Linien nach Stralsund, Barth und Tribsees hielten auf dem Bahnhof. Heute ist Velgast IC-Haltepunkt und kämpft um den Erhalt der Strecke nach Barth. Ob 1954 der erste sozialistische Schulneubau der Region oder die Blütezeit der Rinderzucht im Volkseigenen Gut – in der Gemeinde boomte das Leben. Und die Feierei. Kegelbahn im Betriebswirtschaftsgebäude, Essen im Anger, Feten im Kulturhaus (später „Grünspan“), im Jugendklub oder gar beim Karneval – hier war viel los. „In Velgast wurde schon immer viel gefeiert und getrunken“, sagte Christian Griwahn, während ein Raunen durch die Reihen ging. „Besonders trinkfest waren die Mitarbeiter der Ziegelei. Und die Kneipen waren gut besucht – bei 51 Pfennig für ein Bier und 85 Pfennig für ’ne Bockwurst ist das ja auch kein Wunder.“

Auch wenn von der einstigen Kneipenkultur nicht mehr viel geblieben ist, sieht der Bürgermeister auch Entwicklungen für Velgast. „Unsere Ortsteile sind schöner geworden, wir haben ordentlich in die Infrastruktur investiert, haben viele Straßen gebaut.“ Größter Arbeitgeber der Gemeinde sei inzwischen das DRK mit dem Schwerstbehindertenheim und der Kita.

„Auch wenn wir sicher nicht unbedingt zu den Siegern der Nachwendezeit gehören, wollen wir doch, dass sich unsere Gemeinde entwickelt, wollen junge Familien locken, die sich hier niederlassen.“ Eines hat Velgast aus Sicht des Gemeindeoberhauptes aber in den letzten Monaten bewiesen: „Wir sind zusammengewachsen. Und wir haben gezeigt, dass die Gemeinschaft nur übers Ehrenamt funktioniert. Deshalb möchte ich allen danken, die sich für Velgast engagiert haben. Was wir hier gemeinsam auf die Beine gestellt haben, hat alle Erwartungen übertroffen. Vielen Dank an alle Helfer.“

Stellvertretend für alle Ehrenamtler bedankte sich Christian Griwahn mit Blumen und Lob bei Bernd Tscheuschner. Der 58-Jährige ist zuverlässiger Jugendarbeiter, Erfinder der Vereinsolympiade und Chefredakteur des Velgaster Almanach, das zum 775. herausgegeben wurde. Doch auch die 77-jährige Inge Perlitz, einst Lehrerin, wurde nach vorn gebeten. Hat sie sich doch als Chef-Kuratorin für die Velgaster Ausstellung mächtig ins Zeug gelegt – gemeinsam mit einem Pulk von Ehrenamtlichen. Monika Koch hat sich jahrelang um den Bürgerservice gekümmert. Die 66-Jährige kannte sich aus in der Welt der Formulare und hilft heute noch freiwillig, wenn ein Velgaster ein Problem hat. Der Vierte im Bunde vertritt eine andere starke Fraktion, nämlich die der Sportler: Harald Kuhn ist Chef des Sportvereins und wirbelt ebenfalls zum Wohle der Gemeinde durch Velgast.

Ines Sommer

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