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Initiative will die Stralsunder Altstadt grüner machen

Stralsund Initiative will die Stralsunder Altstadt grüner machen

Drei Frauen haben Projekt „Oase in Backstein“ ins Leben gerufen / Sie beklagen zu wenig Natur auf Altem Markt und in Ossenreyerstraße / Mit Blumen und Bänken soll das geändert werden

Stralsund. Die Hansestadt ist berühmt für ihre Backsteingotik, doch Steine allein machen nicht glücklich. Das hat sich auch eine Gruppe von Stralsundern gedacht, die jetzt für mehr Grün zwischen den historischen Gemäuern kämpft. „Oase in Backstein“ nennt die Initiative ihr Projekt. „Bei Spaziergängen ist mir aufgefallen, wie wenig Grün es in der Altstadt gibt“, sagt Gisela Konetzny vom Organisationsteam. Auch Sitzbänke seien Mangelware. Beides sei aber nötig, um Orte der Ruhe zu schaffen. Vielerorts gebe es nur die Möglichkeit, sich in ein Cafe zu setzen.

Zum Organisationsteam der Initiative gehören drei Frauen: Zootierpflegerin Agnes Hacker (44), Thea Luchterhand (67), die ehrenamtlich in der Umweltbibliothek arbeitet, und Gisela Konetzny (64), frühere Leiterin des Frauenschutzhauses. Zum erweiterten Kreis der Unterstützer gehören etwa ein Dutzend Personen. Die Gruppe hat bereits eine Mappe mit konkreten Vorschlägen erarbeitet. Alle Maßnahmen haben gemeinsam, dass es eher kosmetische Eingriffe sind, die in ihrer Gesamtheit aber ohne viel Aufwand eine große Wirkung erzeugen könnten. „Wir wollen gar nicht viel umgraben. Oft reichen Gefäße mit zum Beispiel Rosen oder Lorbeer“, meint Gisela Konetzny.

1. Vorschlag: Die Grünfläche am Theatervorplatz in der Nähe der Bushaltestelle, derzeit ein trostloser Anblick, sollte verschönert werden. Es gibt die Idee, den Rasen gemeinsam mit Schülern des sonderpädagogischen Förderzentrums zu bepflanzen. 2. Vorschlag: Mehr Natur auf dem Alten Markt. Denkbar seien Blumenkübel neben der Treppe des Gewerkschaftshauses. Auch die Plastikpflanzen einiger Cafes könnten durch echte Blumen ersetzt werden. 3. Vorschlag: Mehr Grün in der Ossenreyerstraße. In der Einkaufsstraße gibt es zwar etliche Geschäfte, aber wenig Möglichkeiten um zu verweilen. Die Initiative wünscht sich vor den Geschäften mehr Bänke und daneben Gefäße mit beispielsweise Kirschlorbeer und Hortensie. „Das sind alles widerstandsfähige Pflanzen“, sagt Gisela Konetzny. Als Vorbild nennt sie die Badstüberstraße, die von den Bewohnern in Eigeninitiative grün gestaltet wurde. „Dort werden Touristen extra hingeführt.“

Um die Ideen umzusetzen, will die Gruppe nun Bürgerschaft und Stadtverwaltung überzeugen. Die Frauen haben bereits in der Abteilung für Straßen und Stadtgrün vorgesprochen sowie im Büro des Bürgerschaftspräsidenten. In einem nächsten Schritt wollen sie ihr Projekt im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung vorstellen.

Bei der Finanzierung setzt die Initiative auf verschiedene Geldgeber. Mehrere Institutionen hätten schon Unterstützung angedeutet. Auch bei Stiftungen wurde bereits Geld beantragt. Wie viel genau nötig sein wird, lasse sich noch nicht beziffern. Möglichst viel soll durch ehrenamtliche Arbeit oder Schulprojekte umgesetzt werden. „Wir müssen einfach anfangen“, sagt Gisela Konetzny.

Wer helfen will, kann sich in der Umweltbibliothek in der Tribseer Straße 28 melden. Telefonischer Kontakt unter

☎ 03831/ 703838

Alexander Müller

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